Deutscher Altphilologenverband [Editor]
Mitteilungsblatt des Deutschen Altphilologenverbandes — 25.1982

Page: 16
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deuten und das Unbegreifliche ruhig zu verehren“. Die philologische Wissenschaft ent-
wickelt sich weiter, es wird von immer mehr Leuten immer mehr geschrieben; der Lehrer
selbst gerät angesichts der Fülle der Publikationen in eine nicht zu übersehende Aporie.
Wer aber hilflos ist, reagiert meist ablehnend, ja aggressiv, und versucht, das „bewährte
Alte“ als eine verläßliche Stütze zu perpetuieren. Das muß aber nicht so sein: wenn man
zuverlässig geführt wird, wenn man, statt mit der Überfülle des Geschriebenen konfrontiert
zu werden, gute Extrakte vorgesetzt bekommt, wenn man nicht irritiert sondern motiviert
wird (hier geht es dem Lehrer genau wie seinen Schülern), dann macht das Lernen Spaß
und die Neugier auf das, was kommt, wird geweckt.
Neugier und Spannung — eben das waren meine Empfindungen, als ich das hieranzuzei-
gende Buch „Lexikon zum Lateinunterricht“ in die Hand bekam. Die drei Verfasser, als
Fachdidaktiker bekannt und durch zahlreiche Publikationen ausgewiesen, haben mit ihrem
Lexikon etwas gemacht, was sich viele Philologen an der Schule schon längst gewünscht
haben: einen gediegenen Führer durch das immer dichter werdende Dickicht der altsprach-
lichen Fachdidaktik und Methodik. Von „Abitur“ bis „Zusatzaufgabe“ wird so ziemlich
alles sauber und verständlich, begrifflich klar und sprachlich faßbar dargestellt, was für den
Lehrer der Alten Sprachen wichtig ist.
Aus der Fülle der Lemmata seien einige genannt: Abitur, Altertumswissenschaft, Bil-
dung, Erziehung, Interpretation, Humanismus, Hausaufgabe, Klassische Philologie, Text,
Übersetzung, Wiederholung — Begriffe, die auch ein „Lehrer der alten Schule“ noch ver-
steht. Aber bei anderen Begriffen ist das unmittelbare Verstehen wohl nicht mehr so ein-
fach gegeben: Allomorphie, Appräsentation, Diachronie, Distraktor, Kontiguität, Kolloka-
tion, Kotext (sic!), Polysemie, Rekurrenz, Tempus-Relief, Thema-Rhema-Abfolge. Die ein-
zelnen Artikel enthalten ihrerseits wieder Verweise auf angrenzende Probleme und auf
weiterführende Begriffe; am Schluß eines jeden Artikels ist wichtige Literatur, die der
Weiterführung und Vertiefung dient, angegeben (berücksichtigt etwa bis 1980). Das Buch
ist für mich mit seinen nahezu 400 Stichworten ein Vademecum geworden, in dem ich
blättere, lese, in das ich mich vertiefe, und das ich, informiert und nachdenklich zugleich,
aus der Hand lege. Eigentlich müßte es jeder Altphilologe in seinen Handapparat auf-
nehmen, aber wenn das nicht geht, dann gehört es in das Präsenzregal einer jeden Lehrer-
bücherei. Es ist ein gutes, ein nützliches, ein notwendiges Buch.
Dr. Günter Wojaczek, Bamberg

Wichtiger Hinweis
Der Saarländische Rundfünk bringt voraussetzlich im September (oder erst im Oktober)
auf der Saarland-Welle abends 22.00-22.20 Uhr an einem noch näherhin zu bestimmenden
Tag lateinische Rundfunknachrichten aus der Welt des Lateins, aus dem Gebiet von Schule
und klassischer Philologie (auch Mittel- und Humanistenlatein), schließlich aus dem Welt-
geschehen allgemein: Hauptwortschatz ist die lateinische Antike, vornehmlich die Klassik,
neuere Ausdrücke werden gegebenenfalls dort verwendet, wo sie technisch unumgänglich
sind. Der Text wird mustergültig gesprochen von Herrn Prof. Dr. Max Mangold, Professor
für Phonetik, weit über das Saarland hinaus bekannt, der seinerseits in der lateinischen
Philologie zuhause ist und schon mehrfach Vorlesungen über lateinische Phonetik gehalten
hat.
Wir möchten im voraus ausdrücklich darauf aufmerksam machen und Lehrer wie Schüler
und Interessenten zum privaten „Mitschnitt“ anhalten und zu einem möglichst empfehlens-
werten „Echo“-Schreiben an den Saarländischen Rundfunk (6600 Saarbrücken-Halberg/
Saarland-Welle) ermutigen und aufrufen.
Der genaue Termin wird in den Programm-Vorabdrucken bekanntgegeben. Textunter-
lagen mit Vokabular-Erläuterungen werden nach der Sendung auf Anfrage zugeschickt.
SOCIETAS LATINA, Saarbrücken, C. Eichenseer

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