Deutscher Altphilologenverband [Editor]
Mitteilungsblatt des Deutschen Altphilologenverbandes — 25.1982

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Walter Eder, Servitus publica, Forschungen zur antiken Sklaverei, Band XIII. Franz
Steiner-Verlag, Wiesbaden 1980. 187 S. kart. DM 54,-
Die plautinische Formulierung „privatam servitutem.servit ... an publicam“ (Cap. 334)
bot dem Verf. den Titel seines Buches über die servi publici, in dem er den Erwerb von
Sklaven durch den Staat, die Beschäftigung von Staatsklaven im Bereich des Staatskults
und der Staatsverwaltung, die Arbeits- und Lebensbedingungen der öffentlichen Sklaven
sowie den Ursprung und die Entwicklung der Staatssklaverei untersucht. Die Herkunft
des Horaz wird nicht erörtert. Servi publici im Herculeskult seit 312 v. Chr. und Fachar-
beiter unter den Kriegsgefangenen d. J. 209 v. Chr. sind die ältesten belegten Beispiele;
die Entstehung der Einrichtung gehört jedoch in die erste Hälfte des 4. Jahrhunderts v.
Chr. nach „Herausbildung staatlicher Aufgabenbereiche und staatlichen Eigentums“ (157).
Die servi publici versehen eine „rein instrumentelle Hilfstätigkeit ohne Selbstveranwortung
und Eigeninitiative“ (102).
Überbleibsel überholter Ansichten (Vestalen als „Haustöchter“, praetor peregrinus seit
241 v. Chr., sacra publica in der Hand der gentes u. a. ebenso wie Verwendung der Bezeich-
nungen Tribunat und Konsulat als Neutra) mindern den Wert dieser sorgfältigen Unter-
suchung nicht.
Adrianus van Heck, Breviarium urbis Romae antiquae, viatorum in usum. G. Bret-
schneider-Rom und E. J. Brill-Leiden 1977. XXVI, 600 S. Übersichtskarten, ein Fronti-
spiz.
Herausgeber und Verleger haben mit diesem „Brevier“ dem lateinkundigen Romreisenden
ein. wirklich kostbares Geschenk gemacht. Es enthält lateinische Belegstellen zur Geschichte
Roms, zur Topographie der Stadt und zu den meisten erhaltenen Monumenten, so daß
vor den originalen Denkmälern die antike Überlieferung selbst zu dem Besucher spricht.
Register und Übersichtskarten ermöglichen ein schnelles Zurechtfinden, verschieden-
farbige Merkbänder erleichtern die Benutzung. Der flexible rote Plastikband im Octav-
format schmiegt sich als unentbehrlicher Begleiter eines jeden Lateinlehrers in die Hand
des Benutzers.
Gerhard Radke, Berlin
M. T. C i c e r o. Pro T. Annio Milone ad iudices oratio. Mit dem Kommentar des Q. Asco-
nius Pedanius (lateinisch und deutsch). Einf., Anm., Pers.-Verz. von Theodor Nüßlein,
Bayerische Verlagsanstalt, Bamberg 1981. Textband 135 S., Kommentar 77 S.
Diese Ausgabe der Miloniana ist sehr zu begrüßen; sie gibt neben dem Text den Kommen-
tar des Asconius (lat. und deutsch), darin eine ausführliche Hinführung zu Cicero, einen
Abriß der griechisch-römischen Rhetorik, eine historische Darstellung, didaktische Hin-
weise usw.
Der Kommentar bietet wohlüberlegte Erläuterungen zum Text und zur Übersetzung,
bei jedem Paragraphen Hinweise zu Sprache und Stil, Inhalt und Darstellung, dazu an-
regende Fragen zu diesen Bezügen.
Die Ausgabe ist sehr solide und sauber gearbeitet und bietet alle Möglichkeiten zu ex-
tensiver und (besonders) intensiver Lektüre auf der Kollegstufe, aber auch in der 11.
Klasse. Sie kann auch wohl in Seminaren verwendet werden.
Es ist zu hoffen, daß eine bald folgende zweite Auflage gedruckt erscheint und nicht, wie
diese, in Form von verkleinerter Maschinenschrift.
O.S.

Der Leiter der Redaktion 1 unseres Mitteilungsblattes, Herr Dr. Walter Bumikel, wurde am
1. März 1982 zum Oberstudiendirektor des Staatl. Gymnasium Wendalinum in St. Wendel/
Saar ernannt.
Wir gratulieren!

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