Österreichisches Archäologisches Institut [Hrsg.]
Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes in Wien — 5.1902

Seite: 3-4
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sein. Remmo, vielleicht zum urkeltischen Stamme
*rem, irisch remor, dick, fett, cymr, rhef, wäre dann
gleichbedeutend mit crassus, magnus. Durch das
möglicherweise demselben Stamme angehörende grie-
chische 7ip£iJ.vov, Baumstumpf, würde das doppelte m
des Namens seine Erklärung iinden (Stokes-Bezzen-
berger, Urkeltischer Sprachschatz 233). Vielleicht nur
eine andere Schreibart des Namens Saeco ist Secco,
das in den Inschriften CIL III 3861; 3874; 3877;
5046; [5786] vorkommt. Über die cohors Montanorum
s. Pauly-Wissowa IV I 'S. 316; 317 Cichorius.

3.Kalksteinfragment0*27 mh.,0'27 mbr., 0'l05 md.;
Buchstabenhöhe Z. x 0'055 m, Z.2 0*05 m, Z.3 0'045 m.
Gefunden in Bribir bei Scardona.

Etwa: . . . 110 pa{tri\ | . . . roni[us] I [M]arcel-
| [et . . ro]nio . . .

4. Fragment einer Kalksteinplatte 0'77 m h.,
0*89 m br., 0'l8 m d.; Buchstabenhöhe Z. 1 o'09 m,
Z. 2 o'07 m, Z. 3 o'oö5 m, Z. 4 0'07 m, Z. 5 o o65 m.

Ein anderes, früher gefundenes Fragment der-
selben Inschrift hat Dr Patsch im Glasnik 1895
S, 392, una in den Wissenschaftlichen Mittheilungen

aus Bosnien und der Hercegowina V (1897) S. 191
veröffentliclit.

Fig. 3 versucht eine Reconstruction der Inschrift
auf Grund der beiden Fragmente.

[Ti{berius) Claudius Drusi]
f{ilius) Ca[esa]r Aug(ustus) G[erman(icus)]
pont[ij]ex maximu[s trib(unicia) pot(estate) XI]
imp(erator) XX[IIII] co(n)s(ul) V censo[r p(ater)

p(atriae) fecit].

5 P(ublio) Ante[io R]ufo leg(ato) [Aug(usti) propr(ae-

tore)]

c(uram) [a(gente)].

Durch das neue Fragment wird das Cognomen
des P. Anteius ,Rufus‘ bekannt, das bis jetzt in
keiner Inschrift erlialten war.

Durch die Übersendung der ausgezeichneten
Photograpliien der oben bescliriebenen Inscliriften
hat micli der Vorstand des Alterthumsvereines in
Knin, Herr P. Alois Marun, zu besonderem Danke
verpflichtet. Seiner Liebenswürdigkeit schulde ich
auch den Hinweis auf einige im Orte Pridraga bei
Karin in Bauernhäusern eingemauerte römische In-
schriften, die Herr Conservator v. Bersa und ich im
heurigen Jahre aufnahmen.

I. 2) CIL III 2883 ad S. Martini Novigradi.
Manutius, Vat. 5237 p. 91.

Es ist jedoch nur ein Fragment dieser Inschrift
erhalten. Kalkstein, 0'35 m h., 0'47 m br.; Buclistaben-
höhe o'045 m, nach unten zu etwas kleiner werdend.
Gegenwärtig eingemauert im Hause des Josef Batura
im Dorfe Pridraga bei Karin.

In der Copie bei Manutius scheint auf die Zeilen-
eintheilung keine Rücksiclit genommen zu sein.

Beide in vorliegender Inschrift genannte Per-
sonen kehren wieder in CIL III 9973, wo auf die

2) S. Bull. Dalm. 1901 p. Iio.
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