Zeitschrift des Badischen Kunstgewerbevereins zu Karlsruhe — 3.1887

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rir. \\. 2Juguft \887.

Die babifcfyen Kunfifdjmie&earbeiten auf öer Konfurrer^ausjMuncj.

©§ fofl in ben nadjfotgenben Reiten ber-
fuc^t »erben, eine Crientirung barüber ju geben,
inwieweit nnb in welker SSeife bie @d)toffer-
meifter be§ ©rofjfjeräogtumS an ber SluSftettung,
be3iefjungSmeife an ber bon unferm Vereine
miSgefdjriebenen 23ettbemerbung beteiligt finb.

£em StuSftellungSfatafog jufolge ift baS
Unternehmen, fo weit e§ fid) um ausgeführte
3lrbeiten fjanbelt, bon 65 SluSfteHem mit
312 9fummern berieft. (Sehnen wir bon ben
üon Sßrioaten, SRufeen unb ©Ritten au&gefteUteit
©egeuftänben nnb bon ben 9ctcrjtfct)Ioffern unter
ben SluSfietlern ab, fo oerbleiben 56 girmen
mit 234 -Kümmern, bie alterbingS eine größere
•ülnjat)! üon ©injelgegenftänben repräfentiren.
3>aöon entfalten auf SBaben 18 üluSftetler mit
46 Hummern, Wa§ in 33ejug auf bie erftern
ungefähr einem Sritteil, in Söesug auf bie
lejjtern einem günfteil gleid)fommt. ©iefern
Unterfdjieb ift jebod) feine Skbeutung beiju-
meffen, ba eine Stnjaljl auswärtiger girmen
biele tteine ©acfjeu gefanbt fjat, mäfjrenb bie
einfjeimifd)en faft auSnafjmSfoS nur mit großem
Cbjetten oertrefen finb.

Sie Beteiligung bon feiten BabenS ift
nad) biefen ^afjfen eine berfjättniSmäfsig be-
beutenbe, maS inbeS ganj natürlidj erfdjeint, ba
berartige Unternehmen auS unmittelbarer !Käfje
fietS mel)r 93erüdfid)tigung finben, al§ bon enU
fernteren $piä£en auS. gmmerfjin [djeint aller
©runb öorfjanben, mit ber numerifcfjen 93e*
tciligung aufrieben ju fein.

93erfud)t man ben Bergfeid) auf bie quali»
totibe Seiftung an ber öanb beS Urteils, met»

djeS ba§ $rei§gerid)t burd) bie S8erleif)img ber
9lu§äeid}nungen gefällt l;at, fo ergiebt fidtj fol-
genbeS. 93ou 4 greifen unb 19 ©fjrenbiplomcn,
jufammen 23 5tuSjeid)nungen, lommen 1 ^5rei§
unb 4 Siplome, alfo 5 StuSjeidinungen, auf
Söaben. ®aS fjarmonirt nun jwar nid)t mit
bem obenerwähnten drittel, wot)t aber mit bem
günftef, unb aud) tjiermit fann man 5ur SRot
aufrieben fein. ®abei ift aud) nidjt aufjer Std)t
ju laffen, bafj ein ganj Ijerborragenb beteiligter
2tuSfteHer mit feinen SXrbeiten aufjer 2Bert-
bewerbung ftanb, weil er Söcitglieb beS $rei§-
geridjtS war. (SMreftor ©ötj unb ^ßrofeffor
9hib. Sßatjer finb oben fdjon nidjt mit in bie
93ered)nung gebogen, ba wir fie nidjt ju ben
Shinftfdjmieben redjuen formen, trojj ifjrer 9Ser-
bienfte in ber Süigelegenfjeit, bie barin beftefjen,
bnfj ber eine bie SBerWenbung be§ <Sd)iniebe-
eifenS am SDJobiliar borfütjrte, märjrenb ber
anbere eS nidjt oerfdjmäljt fjat, feine Sunft ftatt
am (Sbetmetalt aud} einmal an bem minber-
Wertigen Sifen ju geigen.) Smmerfjin aber
finb bie erften beiben greife nad) auSmärtS
gegangen unb bieS mag für ntandjen Jpeimifdjen
etwa§ SMnfenbeS l)aben. Ser rid)tige ©djlufj
aber wirb wof)t folgenber fein: bie SluSfteltnng
Ijat ge5eigt, bafj bie babifd)e Sunftfdjfofferei
fid) fel)en laffen barf, wenn fie aud) nidjt an
ber ©pi^e ftel)t. SBenn ber Sunftgewerbe-
berein bie 2Infid)t gehabt Ijätte, bafj unfere
©djloffer bei biefer Sßeranlaffung nidjtS mef)r
lernen tonnten, fo Ijätte er fid) maf)rfd)einlid)
ein anbereS lunftgewerblid)eS ©ebiet für fein
^reiSauSfdjreiben auSgefud)t. ©S wirb bem*

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