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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0126

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Reste zweier aufeinandLrfolgender Sied-lungen waren durch eine Pflan-
zenschicht voneinander getrennt. Die Häufer drr unteren Siedlung wurden
an den Fuhböden aus hellem, graugrünen Diluviallehm erkannt, der sich von
den übrigen Schichten, auch von der Seekreide, gut abhob und an den Rändern
„überwiegend scharf abgesetzt" war. Darunter lagen bescheidene Reste des
Holzfuhbodens; die Richtung der Hölzer des älnterbaus und des Fuhboöens
ist bei den einzelnen RLumen (s. u.) verschieden. Dunkle Querstreifen auf öer
Oberfläche des Lehmbodens deutet R. als Einsatzstellen von Querwänösn,
senkrechte Pfosten am Rande und in der Mittellinie als Teile des Traggerüsts
und der Wände; die Seitenwände feien vorn und hinten über die Querwände
hinaus verlängert. Von der Hnnenausstattung ist weder eine ungestörte
Herdstelle, noch eine Dank o. ä. erhalten. 2Ius Verschiebungen im Lehm des


Estrichs, der Verwitterung des Holzfuhbodens u. a. schlieht Reinerth,
dah der Fuhboden rund 60 cm tief abgestürzt sei, also ursprünglich frei über
dem Ltntergrund geschwebt habe.

Rach diesen Anzeichen weröen 4 Häufer von rechteckiger Grundform mit
grchem rückwärtigem, kleinerem vordern Raum und Vorplatz unterschieden
mit rd. 9,10 in Länge und 5,80 m gröhter Breite. Es ist ösr Lyp öer grohen
„Megaron"-Häuser aus dem Federseemoor. Drei von diesen Häusern werden
von einer Brandschicht überdeckt, dus vierte liegt auf ihr.

Wie sich im Federseemoor darüber eine jüngere Sieölung mit kleineren,
ein- bis zweiräumigen Häusern legt, so auch in Sipplingen. Auch diese
jüngere Siedlung zählt 4 Häuser, von denen 3 eine Erneuerung des Lehm-
fuhbodens zeigen. Dies sowie die Mächtigkeit (22 cm) und öer Fundreichtum
der Kulturschicht sprechen für eine längere Dauer als es der älteren Siedlung
beschieden war; dagegen war die Erhaltung der Häuser insofern schlechter, als
die Holzfuhböden vergangen waren.

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