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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0140

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böschung ebensalls 75', also wieder — 6, oder die Hälste der Kastellänge. Die
Gesamtbreite des Kastells dagegen käme auf 87,5' — 7 zu stehen^.

e) Datierung.

Daß es sich um eine spätrömische 2lnlage handelt, steht außer Diskussion.
Äach Felix Staehelin, SRZ^, S. 267ff.> ist das La^rrum kauraeen^e sicher
diokletianisch, wobei die Möglichkeit späterer Llmbauten unter Valentinian I.
offen gelassen wird. Die I^e§io I. ^lania, deren Ziegelstempel auch wir ver-
einzelt gefunden haben (8 Stück), wurde von Diokletian neu gegründet. Direkt
aufsallend aber ist es nun, daß wir weder um öie Türme, noch aus der Verme>
noch in den Gräben irgendwelche nennenswerte Kleinfunöe gemacht haben.
Kein einziges spätrömisches Münzchen kam zum Dorschein, während wir im
Winter vorher beim Südtor des Kastells auf Augster Seite öeren dutzend-
weise fanden. Das läßt doch wohl den Schluß zu, daß der Brückenkopf nur
ganz kurze Zeit in Denutzung war, also wohl aus allerspätester Zeit stammt.


Wenn im Jahre 354 Constantius II. zur Einschüchterung Gundomads und
Wadomars „prope kauraeum" (in der Äähe von R.) versuchen mußte, mittels
einer Schiffbrücke über den Rhein zu setzen, so heißt öas doch nichts anderes,
als daß die Augster Vrücke selbst von den Alamannen zerstört oder blockiert
war, und wenn dieser Llebergang selbst wegen der alamannischen Geschosse
eingestellt werden mußte, so wird das den römischen Machthabern deutlich

- äleberlegt man sich, wie die Westseite zu ergänzen wäre, so muß man
beachten, daß unsere Türme nicht parallel zum Rhein stehen. Jhre Westost-
achse weicht nach Rorden ab. Der Raum würde gerade ausreichen, um 2 Türme
einzusetzen, so daß die Westfront gleich der Rordfront würde. Eine solche
unsymmetrische Form wäre für ein spätrömisches Kastell nichts Nußergewöhn-
liches. Die schrägstehende Südseite erhielte dann, von Mittelpunkt zu Mittel-
punkt der Türme gerechnet, eine Länge von 40,7 m oder 137,5' — 11. Man
könnte sich aber auch die Westfront gleich wie die Ostfront nur mit 2 Türmen
versehen denken. Dann müßte ein bestimmter Grund für die Schrägstellung
vorliegen, der nicht im Gelände gesucht werden könnte, da es nordwärts ja
flach ist. Schon oben habe ich die Möglichkeit erwogen, daß die Strahe von
Westen her zur Vrücke hinunter zog. Läht man den 3. Turm der Westfront
weg, so bekommt man Platz genug für ein breites Straßendefile, das mit
seiner Mündung auf die Brücke direkt vor der Südfront des Kastells gelegen
Haben würde und von der Mauer aus aufs beste zu bewachen und nötigenfalls
auch zu beschießen gewesen wäre.
 
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