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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0334

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Matten gezogen seten, dem Zuge der (damals nicht mehr sichtbaren) Strahe
folgend, um auf den Feldweg zu stoßen, dessen Derlauf im Gelände die mittel-
alterliche Straße darstellt.

Dei der weiteren Forschung nach der römischen Straße möge eine Beobach-
tung von Dr. Karl Stehlin, Dasel, als Anhalt dienen. Nach einem Schreiben
mit beigelegter Planskizze an Dr. Laur konnte er bei Herten, süölich vom Dors,
„Anzeichen einer geradlinigen Straßenverbindung feststellen, teils in einer
»Brenne« beim Kirchhof, teils in einem aus der Karte nicht eingezeichneten
Feldweg beim Wort »Aägele«".

Vesprechungen.

Paret» Oskar: Dom Alltag schwäbischer Vorzeit, 3. Ausl. 127 S., 28 Abb.,
Stuttgart, Verlag Silberberg. 1933.

Vm Llnterschied von der lehrbuch- oder romanhaften Art, wie sonst die
älrgeschichke angeboten wird, beschreitet O. Paret, Konservator am Landesamt
für Denkmalpslege in Stuttgart, einen neuen und, wie mir scheint, glücklichen
Weg, indem er uns in der Form von Reisebeschreibungen Einblicke in das
fahrung des Verfassers ermöglicht ein sehr vollstänöiges Dild von Hanöel
Leben und Treiben des Vorzeitmenschen in seiner älmwelt tun läßt. Die Sr-
und Wandel und gibt in zwangloser Aneinanöerreihung eine Fülle vow De-
lehrung. Desonderer Wert wird darauf gelegt, den Menschen in die Landschaft
hineinzustellen. Die einzelnen Kapitel lauten: Auf öer Fährte des Mammuts.

— Dei den Steinzeitbauern im älnterland. — Ein Wintertag im Federseeried.

— Zum Psahldorf amDodensee in der Dronzezeit. — Grabhügel im Walde.—
Ein gallischer Regentag. — Mit Silvanus nach Sumelokenna. — Dei öen
Alemannen am Veckar. — Das schmucke, schön bebilderte Düchlein ist der
schwäbischen tZugend gewidmet und wird auch in Daden bösonders in der Hand
des Lehrers gute Dienste tun können.

Der Verfasser verläht nirgends den Doden des wissenschaftlich Dertret-
baren. Das bringt Zuverlässigkeit. bedingt gleichzsitig aber auch eine gewisse
Aüchternheit und Skizzenhaftigkeit. Wenn ich bei der ersten Auflage den
Wunsch ausgesprochen habe, es möchte auch ein Gegenstück geschrieben weröen
„Vom Festtag schwäbischer Vorzeit", so müßte öabei allerdings manches Sub-
jektive mit in Kaus genommen werden, aber über Dol8- unö Völkerkunde,
über Kunst-- und Religionsgeschichte läßt sich doch ein gutes Stück tiefer ein-
dringen. Jedenfalls aber könnte heute schon das rässenkundliche Material stär-
ker herangezogen und historisch ausgewertet werden. Auch mühte bei einer
späteren Auflage die dürftige im Widerspruch zu den Desunden stehende Re-
konstruktion eines Pfahldorfs (Dild 10) verschwinden (auch Dild 7 gibt keinen
richtigen Eindruck). G. Krast, Freiburg i. Dr.

Schwantes, G.: Deutschlanös älrgeschichte. 5. Aufl., 212 S., 232 Abb. auf
11 Tafeln und im Text. Leipzig 1934, geb. RM. 4.—.

Die Entwicklung unserer Kenntnisse von der Llrzeit unseres Volkes und
das Verlangen nach Aufklärung darüber spiegelt sich in der Geschichte öieses
veröienstvollen Werkes, das von Auflage zu Auflage sich mehr und mehr zu
einer wirklichen Darstellung auswächst. Dei aller Schlichtheit vereinigt es
volle Wissenschaftlichkeit mit pädagogischem Geschick, umsaßt im Textteil neben
den archäologischen Quellen auch die älmwelt des Menschen, die völkerkund-
lichen Parallelen und die literarischen Zeugnisse und eignet sich so vorzüglich
als eine erste Einführung für die Hanö des Lehrers. Der Hauptnachdruck liegt
auf den Schilderungen öer allgemeinen Derhältnisse der einzelnen Perioden,
das historische tritt daneben zurück; auch überwiegt die Darstellung der norö>-
deutschen (germanischen) Zustände gegenüber Süddeutschland; und öie römische
Desetzung wird nicht, die Völkerwanöerungszeit und öas srühe Mittelalter nur
streifend behandelt. Die Abbilöungen sinö reichlich und z. T. gut. Es wäre
Sache des Verlags, für eine Erneuerung und gleichmäßige Ausgestaltung der
Dilder zu sorgen (die veralteten Zeichnungen Abb. 153 unö 154 könnten da-
bei verschwinden). Sehr lehrreich sind die 6 Karten über die Ausbreitung der
Germanen. G. Kraft, Freiburg i.Dr.

Brausdnick G. m. b. H., WerkstäUen für Buch- und Kunstdruck, Heidelberg
 
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