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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0411

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auf beiden Neckarufern einander gegenüberliegenden Dörfer Jlvesheim und
Seckenheim bei der Landnahme der Franken setzt den heutigen Lauf zu dieser
Zeit ebenfalls voraus. Dieser Befund stimmt zu öen Beobachtungen in den
3 Kiesgruben westlich von Seckenheim in der Äiederung südlich des heutigen
Aeckars. Aus der einzigen, die noch in Vetrieb ist und der Tiefbauuntev--
nehmung Volz gehört, konnte Hauptlehrer Wolber wieder viele römische
Scherben bergen, darunter auch 1 Sigillatastempel (Gropengießer; 1935).

Ladenburg. Südöstlich der Stadt am „Mittelweg" nebeneinander 2 Gräber,
aus großen Steinplatten zusammengesetzt; diese sind aus großen Quadern
von rotem und grauem Sandstein herausgespalten. 2luf einer Platte ist an der
Schmalseite noch am einen Ende öer obere Teil eines hervorragend guten
männlichen bartlosen Kopfes zu erkennen, während am anderen Ende etwas
ähnliches ab'gespitzt ist. Es macht den Eindruck, als ob die Platten, namentlich
die aus grauem Sandstein von einem großen, mit Reliefs verzierten Grab-
denkmal stammen. Vom Jnhalt fanden sich nur noch einzelne Skelettreste;
Richtung WSW-ORO.

Jn der Krypta öer Galluskirche wurde bei Antersuchungen der Wände
hinter späterer Verblendung ein grohes Rund aus römischem Mauerwerk
von Baumeister Seel entdeckt. Da die srühromanische Krypta in dem mittleren
Anbau an der Ostseite der römischen Basilika liegt, werden wir nun in öiesem
wohl das Tribunal zu sehen haben, das im Halörund äbschloh und sich nach
den Basilikaschiffen zu öffnete; nähere älntersuchungen über die Verbindung
mit diesen stehen noch aus (Gropengieher; 1935).

Heidelberg-Neuenheim, Jahnstrahe. Römische Mauern, bei einem Äeubau
durch Architekt Zwick hier angeschnitten, erwiesen sich als Teile eines Vad-
gebäudes; es liegt innerhalb des Kastells, gehört aber zu der späteren bür-
gerlichen Siedlung.

Eberbach A. Heidelberg. Zwei Scherben eines grohen römerzeitlichen Vor-
ratsgefähes, wohl von einem Schiffstransport stammend. Gefunden am linken
Reckarufer beim Ausheben eines Badebeckens. Zusammen mit öem Ösenhals-
ring S. 392 und vorgelegt von Vürgermeister Dr. Weih in Eberbach (Wahle;
1935).

Dilsberg A. Heidelberg. Gröheres Bruchstück eines römerzeitlichen Reliess,
Merkur und seine Begleiterin öarstellend, gesunden beim Wegebau und für
das Kurpfälzische Museum Heidelberg erworben (Wahle; 1935).

Neckarburken A. Mosbach. Beim Ziehen einer Wasserleitung wurde eine
römerzeitliche Schuttschicht angeschnitten. Bezirkspfleger Palm hörte nur durch
Zusall davon, und als er zusammen mit Dr. Stemmermann am Ort erschien,
um den Befund aufzunehmen, war der Graben gegen das ihm gemachte
Versprechen bereits wieder zugeschüttet.

Römische Münzen.

Ein Gesamtverzeichnis der neugefundenen römischen Münzen als Äachtrag
zu Bissinger ist in Vorbereitung.

Oberschwandorf A. Stockach. 1910/11 gefunden. Das Fundstück „ist allzu
scharf gereinigt worden... scheint auch in der Legende der Rückseite Ver-
änderungen erlitten zu haben. Es ist mir nicht ganz sicher, ob das Consulat
das II., wie jetzt öasteht, oder das III. war. Jedenfalls ist in öiesem Tekle der
Umschrift stark gekratzt worden und die Zahl II hat eine ungewöhnliche Gestalt
gewonnen. Jetzt ist das Stück gleich Cohen^ 212, mit Cos IIII wäre es
Trajan I Cohen^ 250. Cos VI ist in dieser Form öer Llmschrift ausgeschlossen"
(Roller).

Hausen A. Radolfzell. Bronzemünze öes Alexander Severus. Vs.: lor-
beerbekränzter Kopf nach rechts; Hmp. Alexander Pius Aug. Rs.: Mars
ultor (nach rechts schreitend mit Schild und Speer zwischen SC) (Funk).

Jestetten A. Waldshut-Bivang. Lehmgrube Weih, Bronzemünze des ersten
lZahrhunderts, schlecht erhalten (Roller).

Waldshut. Durch Geistl. Rat Bieser wurde eine römische Münze beige-
bracht; nach der Bestimmung von Prof. Roller handelt es sich um einen
Alexandriner aus dem 6. 2ahr des Gordianus III (— 243 n. Ehr.).

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