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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0453

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Ergebnis:

Die Eisenschlacken von Schlatt, über deren Zugehörigkeit zu dem späthall-
stattzeitlichen Grabhügel kein Iweifel besteht, sind nun zum Teil auffallend
leicht und sehen in ihrem Aeuhern einer modernen Hochofenschlacke sehr
ähnlich. Der kaum 10«/o betragen.de Gehalt an k^e.zOg verrät eine gerädezu
hochentwickelte Methoöe der Derhüttung. Die Frage, die hier zur Diskussion
fteht, ist die: Kann man für öie Spät-Hallstattzeit (VI. Jahrh. v. Chr.) eine so
wirtschaftliche Methoöe der Eisenverhüttung für möglich halten?

Es bestanö kein Zweifel, dah öie Verhüttung von Eisenerz, die wir bisher
in Mitteleuropa erstmalig für die keltische Zeit archäologisch belegen konnten,
auch schon früher stattgefunden hat. Das in der Hallstattzeit verwendete
Eisen ist sicherlich im Lan.de aus einheimischen Erzen gewonnen worden. Der
Fund von Eisenschlacken in einem Grab ö-er Spät-Hallstattzeit, ist öaher für
die Geschichte der vorgeschichtlichen Eisenverhüttung von groher Bedeutung.
Zum ersten Mal ist die Verhüttung von Eisen für die Hallstattzeit beleg.t. Der
niedere Gehalt an Eisenoxyd zeigt, dah öie Verhüttung bereits sehr wirt--
schaftlich war.

Das Ergebnis meiner Llntersuchung möge nur als ein vorläufiges gewertet
werden. Durch älntersuchung weiterer Schlacken, die ich in Välde vornehmen
werde, wird das Ergebnis öa unö öort noch erweitert weröen können. Lleber
das Gesamtergebnis der älnterfuchungen Werde ich öann an anderer Stelle
berichten. _

Lpälhallstältische Keramik von Mengen, A. Zreiburg.

Von W. Kimmig, Freiburg i. Br.

2lm 9. Mai 1934 erhielt öas Museum für Llrgeschichte öurch Herrn Haupt--
lehrer Seith Vachricht von Funden vorgeschichtlicher Keramik bei Mengen,
Kr. Freiburg. älnterzeichneter wuröe öurch den staatlichen Denkmalpsleger
Prof. Dr. Kraft, Freiburg, mit der älntersuchung beauftragt.

Die Funöstelle liegt südwestlich Mengen im Gewann Hofstatt, vgl. Meh-
tischblatt 116 Ehrenstetten, 192 mm von oben, 107 mm von links. Hier wur-
den beim Lehmholen Scherben angeschnitten, öie dank öer Aufmerksamkeit
von Karl Müller III sofort Hauptlehrer Seith gemeldet wurden. Durch diesen
wurde eine Anzahl meist ganz erhaltener kleiner Gefähe geborgen, die nach-
träglich noch in ihrer wahrscheinlichen Lagerung eingemessen werden konn-
ten. Berichterstatter fand lediglich noch öie Scherben von mehreren völlig
zerdrückten gröheren Gefähen vor, öie, öa der Verdacht eines älrnengrabes
bestand, mit der umgebenden Erde aus dem Boden „herausgeschnitten" und
als ganzes ins Augustinermuseum Freiburg zur näheren älntersuchung ge-
bracht wurden.

Die Fundstelle, die unter Einrechnung öer schon vorher geborgenen Ge-
fähe einen etwa rundlichen Durchmesser von 1,00 zu 0,80 m hatte, war äuher-
lich durch keinerlei Verfärbung kenntlich. Es konnte auch nicht öas geringfte
Anzeichen etwa für eine Grabgrube beobachtet werden. Jeglicher Eingriff in
den gewachsenen Boden war in öer gleichmähig braunen Eröe, öie öie etwa
1 m starke Verlehmungszone des Löhes bilöet, verwischt. Die Tiefe betrug an
der Fundstelle zirka 40—50 cm unter Niveau, jedoch war das Delänöe an
öieser Stelle stark abgeschwemmt. Äach einer zirka 10 m entfernten alten Ober-
fläche konnte eine ehemalige Gesamttiefe von zirka 1 m errechnet weröen.

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