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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 23.1967

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https://doi.org/10.11588/diglit.44899#0090

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Christa Liebschwager

(geringfügiger) chronologischer Unterschied besteht. Ihre Vergesellschaftung mit Fibeln
vom Münsinger Typ (Viollier I b) und der Certosafibel legen eine Datierung in die Phase
Viollier I b nahe. Im Gegensatz zu Viollier, der die Certosafibel als charakteristisch für
seine Phase la herausstellt (vgl. Viollier, Taf. I)41), kam Hodson42) im Verlauf einer
Neubearbeitung des Gräberfeldes von Münsingen zu dem Ergebnis, daß ihr Schwergewicht
eher am Anfang der Phase I b liegt. Eine Vergesellschaftung mit Fibeln vom Münsinger
Typ mit kleiner Fußscheibe (nach Hodson in Münsingen charakteristisch für die Phase I b,
zu Beginn von Ic auslaufend) setzt demnach nicht mehr in Erstaunen43). Interessanter ist
die Vergesellschaftung von Knotenringen und Ringen mit ösenenden. Ringe mit durch-
gehend geknotetem Körper wären nach Viollier in die Phase I c einzuordnen. Unter
Berücksichtigung der Ringe mit ösenenden — selbst wenn man diese als verspätete
Erscheinungen ihrer Gattung betrachten möchte — ist man wenig geneigt, dem Grab von
Mauchen eine so späte Stellung innerhalb der Stufe I einzuräumen. Der Befund zeigt
deutlich, daß sich das an Schweizer Latenegräberfeldern aufgestellte relativchronologische
Schema nicht ohne weiteres auf die südwestdeutschen Verhältnisse übertragen läßt. Das
Grab dürfte zeitlich etwa der Phase Viollier I b bzw. dem Anfang der Stufe Reinecke
Latene B entsprechen.

41) Viollier, Sepultures a. a. O. Taf. 1.
42) F. R. Hodson, La Tene Chronology, Continental and British, Bull. Inst. Arch. London 4,
1964, 129.
43) Vgl. auch Spiez, Kt. Bern, Grab 3 (Viollier, Sepultures a. a. O. 120 Taf. 1, 3. 37; 2, 54).
 
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