Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 20.1902

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kommt dann noch die Anfrage: bezüglich
des „CaPitul Hall", ob es nicht zu
Komberg anznstellen wäre, oder zu Stam-
bach ; ob nicht die Pfarr Stambach durch
einem katholischen Priester möchte versehen
werden und ob nicht nachfolgende Pfarren,
dem Stifft Chomberg zuständig und in
Capikul Hall gehörig, auch Jetzo möchten
darein getzogen werden.
Thüngenihal, ^
Gellwengen cupelln l
Geyselbrechtshonen ^ Chombergsch
Cuttendorf >
Michelfeld s
Slimpfach
Hoenberg
Billerthann
Jaxtzell
Oberfischach
Michelbach
Lentzelbron, Parochia und Primiß: Ist
die Weldtlich Oberkhait Nothenbnrgisch,
?033e58ore3 deneticiorum Dn8 Ganz-
horn und Nicolaus Wnndermann. Col-
lutor: I^mriZ. büerb)(ipolelrsi3).
Tauberzell, auch Nolhenburgisch, Collat:
Capitnlum in Hohenrieden. Dn5 Fridei"cus
u Wirsberg, ?o38e38.
Der Syndikus zu Chomberg soll über
diese Anrichtnng eines Nnralkap itnls
Bericht Ihnen. (Psarrregistr. Steinbach.)
Nach der Oberamtsbeschreibuug von Hall
wurde ein Kapitel Bühlerthann errichtet,
welchem Steinbach zugeteilt wurde. (S. 114).

Ellwangisch
katholisch.
limbnrgisch.

Vernehmung alter Bürger Stein-
b a ch S.
Am 26. Aug. 1591 berichtet hierauf
der Fiskal Urban Renninsfeld über
den Auftrag Neustetters: „in Stein-
bach gesessene Unterthonen, so ober 60
vnd 70 Jhar alt, zu den Canntzley zri
bescheiden" und zu fragen: „ob denn nit
wissendst wie vilJhar, das das hochheylig
8Lcriticium mi55ae Inn St. Johannes-
pfarr zu Steinbach nit mehr nach dem
alten kathol. Gebrauch vnd herkhomen
peragirt vnnd warumb es vnderlassen wor-
den, verflossen sein möchten." (Kasten 160,
Fach 4, Lage 1, Nr. 2.) Vernommen
wurden alsdann 3 Männer in hohem Alter:
„I. Gilg (Aegidius) Müller, der 20
Jahre in Steinbach ist und angibt: „man
habe niemal Meß gelesen." II. Martin

Belz, ist da geboren, im Panrenkrieg
3 Jahre dagewesen, sagt, (es) sei über
50 Jahr, (da) habe einer H. Hans ge-
heissen, Hab Meß gehalten. H. Sebastian
hat khe (keine) Meß gehalten. Weiprecht
ist im (ihm) unbewußt, nit khant. Her-
nach C ristof Slurmkhorb, jetzt Pfar-
rer zu Ciltendorf (1556 — 96), ist im un-
wissend, ob er Meß gehalten. H. M i ch e l
Schraz, nach Smrmkhorb hat nie Meß
gehalten. Der III. Thoman Moll,
bei den 70 Jhar alt, ist in seiner 6epo-
sition dem andern gleich." (Pfarrregistratur.)
Darüber berichtet der Fiskal asto: Die
Vernommenen „zeigen einhelligkhlich au,
daß seit 40 und 50 Jahren evangelisch
gepredigt worden sei, wissen von keinem,
der Meß gelesen, außer Herr Hans vor
50 Jahren Hab ein Meßgewandt angeyabt,
die Pfarrleuth seien aber nach der Predigt
davon gegangen." Von Michael Kratzer
wissen sie nicht, daß er Meß gelesen.
(Archiv Komburg ib.)
Stellvertreter für den e v g.
Pfarrer.
Nach dem Schreiben des Kirchenvaters
Dachender an den Bischof zu Würzburg
(vom 22. März 1592) ist der „alte Vi-
cariuö, Pfarrherr zu Stambach, Herr
Michel Khratzer vf gethone revocu-
kion ub> Unsrem et irre^rilnritnte abso-
lnirt und ^remio ortlrolloxne ecclemne
cntUolicne wiederumben restituirt n. Em-
verleibt u. zugelassen, die ncku3 ellori
mit celebriren und andere 6ivini3 wie
andere vicnrim im Stifft zu verrichten."
H. I oh an n Vo g e l s a nu g habe „weilen
die Khirch nit reconciliiist diese 3 Dinge:
die predikatur, Copnlation der Hochzeiten
und Khindertauss sambt der Bestattung
der todten zur Eiden verrichtet". Nun
beschweren sich aber die Chombergische n
und die Hälli scheu zu Hesenthal
und im Fleckhen Stainbach, vnder
Chomberg gelegen, welche zu dieser pfarr
gepfarret und bei der conle33io ^u§u8tnnn
„ain gueter Zeyt hero" gelassen (woiden
waren), daß „solch exercitium an yetzo
3U8pen6irt und ihnen eoenu Dni (Do-
mini) nicht gereicht werden will — Zu-
mahl daß Sie Jherlich (jährlich) Im Ge-
brauch gehabt, vmb die österliche Zur
anndern Zeyt zu commriniciren".
(Fortsetzung folgt.)
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