Beck, Paul [Hrsg.]; Hofele, Engelbert [Hrsg.]; Diözese Rottenburg [Hrsg.]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 20.1902

Seite: 65
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Griran für Geschichte, Altertumssrunde,
Amist und Aultur der Drüeese G>.itteuliurrl und der aurlreuzeudeu Gebiete.
kserausgegebeu und redigiert von Amtsrichter a. D. BeUr in Kapensüurg.
Beiträge. Korrespondenzen rc., Nez eu s i o u s -Exemp lure, Tailschzeitschriften rc. wollen
stets direkt an Amtsrichter a. D. Be ck in Bavens bürg, V e ste l l nng e n nnd Neklamationen an
die Expedition des „Deutschen Vvlksblatts" in Stuttgart, Urbaustraße 94, gerichtet werden.

1S02.

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20.

F, ch wübische Bio graph ien.
3 4. Der Ulm er Dominikaner
Felix Fabri.
Während der mehr denn 150 Jahre,
seitdem Fr. Dom. Häberlin H seine kurze
Biographie Fabris geschrieben, haben sich
schon viele mit dem ernsten, treuherzigen
schwäbischen Mönch beschäftigt und ihn
durch das Studium seiner Werke lieb-
gewonnen. Die Herausgeber seiner Haupt-
schriften : Konr. Dietr. Häßler ^) und
Gustav Veesenmeyer ^) trugen sich mit dem
Plane einer eingehenden Darstellung seiner
interessanten Persönlichkeit. Der Tod
hinderte die beiden verdienten Ulmer Lokal-
historiker an der Ausführung ihres dankens-
werten Vorhabens. Auch Escher H bietet
uns nur eine wertvolle Lebens- und
Charakterskizze. Das zum viertenmal
wiederkehrende Centenarium des Todes des
Ulmer Predigerbruders mag es entschul-
digen, wenn wir seinen Landsleuten in kurzen
„Ingen ein Bild seines Lebens, Strebens
und Wirkens zu bieten unternehmen.
Fabris Vaterstadt ist Zürich?) Sein
kr. I)om. Ilaeverlin, Oissertatio historica
sistsns vitam itinsra et 8cripta. kr. kelicis kakri
moimesti praeälcatorii conventu8 klmavi. Ooet-
tinZae. 1742.
2) kratri3 kelicis kuvri eva.A3torium in terrae
8Lnctne /crakiae et kZ^pti pers^rinationem ecl.
0. k>. kla88ler. I—III. Bibl. D. litt. Ver.
Bd. 2—4. Stuttgart. 1843 u. 1849.
3) kr. ke1ic>8 kadri tractatug cls eivitate
klmsn8i herausg. von Gustav Veesenmeyer. Bibl.
D. litt. Ver. Bd. 186. Tübingen. 1889.
? kr. kelicib kakri <Ze8criptio Lueviae
herausg. von H. Escher. Quellen zur Schweizer-
Geschichte. Bd. 6. Basel. 1884. S. 107 ff.
b) kvȤ. M, 192.

Geburtsjahr läßt sich nicht mit absoluter
Sicherheit ermitteln. Nach der gewöhn-
lichen, wohl auch richtigen Annahme wäre
Felix 1441 oder 1442 geboren; denn er
bemerkt, 1450 habe er, acht bis nenn
Jahre alt, geweint über die Nachricht vom
Anschluß Zürichs an die Eidgenossenschaft?)
Die Notiz bei Crnsius, nach der er 1437
geboren wäre?) in welchem Jahre sich
sein Vater Joseph Schmid mit Klara von
Nßnacht vermählte?) scheint nicht von
Fabri selbst zu stammen. Die Schmid
bezw. Fabri, wie Felix stets schreibt,
waren eine alte, angesehene Züricher
Patrizierfamilie, die erst in unseren Tagen
ansgestorben ist?) Den Namen erhielt
Fabri nach einem der Patrone seiner Tauf-
kirche, die den thebaischen Märtyrern Felix,
Regula nnd Exsnperantius geweiht war?)
Schon 1443 verlor Felix seinen Vater,
der in der Schlacht bei St. Jakob an der
Sihl ein Opfer der Hinterlist der Schweizer
wurde. Mit dem Ernährer ging auch das
Familienvermögen verloren?) Daher die
Thränen des Knaben, daher der Haß des
Mannes gegen die Eidgenossen und die
Anhänglichkeit des Geschichtsschreibers an
das Haus Habsbnrg. Zunächst nun kam
der Knabe zu seinem Großoheim Oswald
Schmid, der ans Kyburg österreichischer
Landvogt war?) Später siedelte er nach

? k>e8vr. 201, 1—4.
2) N. Lru8ici8, cVnna1s8 Luevici. syrauksurt
1396 II, 433.
? 1)e5cr. 136. Amu. 46.
? 1)6801-. Nachw. 204, 1—3.
? kvLA. 111, 192.
? 1)68cr. 157, 19—33.
? k>68cr. 136, 6—10 u. 173, 23—25.
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