Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 20.1902

Page: 161
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Organ für Geschichte, Mtertumüsiunde,
Uunst und Unltur der Diäcese Gotteuburg und der angrenzenden Gebiete.
kserausgegeben und redigiert von Amtsrichter a. D. Beck in Kaven^üurg.
Beiträge. Korrespondenzen re., Rezensions-Exemplare, Tanschzeitschriften rc. Mollen
stets direkt an Amtsrichter a. D. Beck in Ravensburg, B estel lnngen und Reklamationen an
die Expedition des „Deutschen Volksblatts" in Stuttgart, Urbaustraße 94, gerichtet werden.

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1S02.

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20.


Hl. SLliöll. Weziehungen Württem-
bergs znm Deutschen Orden in
Vreuszen.
Von den drei ritterlichen Orden der
Johanniter, Templer und Deutschen
Herren erfreute sich besonders der letztere
in Schwaben und Franken besonderer Be-
liebtheit und großen Ansehens. War doch
durch Herzog Friedrich von Schwaben
(st 20. Januar 1191), deu Sohu Kaiser-
Friedrichs Rotbart, das Spital iu Accon,
aus dem 1198 der Deutsche Orden er-
wuchs, begünstigt und unterstützt worden,
indem er die Lübecker und Bremer Kreuz-
fahrer, welche unter Segebrauds Leitung
vor Accon unter den ansgespannten Segeln
ihrer Schiffe ein Feldlazaret errichtet und
in demselben unermüdlich die Leiden ihrer
siechen Genossen zu lindern gesucht hatten,
bewog, dieses Spital mit aller Ausstattung
zum Zwecke einer dauernden Wirksamkeit
an seinen Kaplan Konrad und seinen Käm-
merer Bnrkard zu übergeben und indem er sich
an seinen Bruder König Heinrich VI. mit der
Bitte wandte, vom Papste eine bestätigende
und schützende Urkunde für dieses Institut zu
erwirken. In den Deutschordensstatuten
wird daher Herzog Friedrich als der erste
genannt, für den die Priesterbrüder des
Ordens zu beten hatten: bi Namen so
gedenket Herzog Frederichö von Swabeu?)
Schon 1219 wurde der Orden in Mer-
gentheim durch die Herren v. Hohenlohe
reich begabt, bekam in Ulm durch Schenkung
der Markgrafen Friedrich und Hermann
von Baden ein Haus, bekam vor 1258

') Die Statuten des Deutschen Ordens heraus-
gegeben von Hennig S. 217.

die Feste Horneck von den Herren von
Horn eck geschenkt. Bald darauf half
ihnen der staufische Kämmerer Heinrich
zur Gründung der Kommende, erst auf
seiner Stammburg Bigenburg, daun 1168
iu Altshanfen. Dazu kam vor 1275
Giengen, vor 1279 Heilbronn. Winnenden
gab 1288 BerlhoId v. Neuffen an den
Deutschen Orden. Weitere Kommenden
waren 1312 Aichshofen (bald der Kom-
mende Gllingen einverleibt), 1339 Stocks-
berg (bald mit Horneck vereinigt) und um
1364 Kopfenburg. Nachdem 1229 der
Dentsche Orden die Christianisierung und
Germanisiernng Preußens übernommen
hatte, zogen viele Herren ans Schwaben
und Franken als Kriegsgäste nach Preußen.
Erster Abschnitt.
Von 1 229 bis 1 393.
Schon am 28. Dezember 1232 er-
scheint in der vom Hochmeister Hermann
v. Salza gegebenen Handfeste der Städte
Thorn und Kulm Albert v. Langen-
berch (Laugeuburg), Deutschherr als
Zeuge?) Im Sommer 1244 wurde
Heinrich v. Hohenlohe Hochmeister des
Deutschen Ordens. Derselbe reiste im
Frühjahr 1246 nach Preußen. Am
10. März 1246 wav-er in Thorn, am
10. April 1246 in ElbingJ) am 19. April
1246 in Otlow und am 24. April 1246
in Kulm?) Als Herzog Swantepolk
') Henues, Urk.-Buch des Deutschen Ordens 99;
CH. F. v. Stalin, wirtemb. Gesch. 2, 571.
? Weller, hohen!. Urk. Buch I, 150. E. Volck-
mann, Katalog d. Elbinger Stadtarchivs S. 2;
voll, clichlom. ^Varrnievsis I, S. 19.
? Weller I, 150; E. Volckmann S. 3; coä.
cliplom. VVarmievsis I, 22.
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