Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 20.1902

Page: 17
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Aunst und Anltnr der Diurese Gotteudurg und der angrenzenden Gebiete.
kseransgegeben und redigiert von Amtsrichter a. D. Becli in Hapeii^üura.
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die Expedition des „Deutschen Volksblatts" in Stuttgart, Urbanstrasze 94, gerichtet werden.

Ar. 2.
W02.

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20.


F,chwa kusche Biograpl) ieu.
32. Erhard Kn ab
von Zwiefalten, Doktor der Medizin zn
Heidelberg (ch 1481).
In einer alten Auszählung berühmter
Männer Schwabens wird n. a. anfge-
führt: »IbiliLiUiis Xnab ex ^iviesnlteli,
meüicus expertiZsimus«. ^) Es ist dies
der berühmte Heidelberger Doktor der
Medizin, welcher anno 1481 hochbetagt
gestorben ist. Aus dem Leben dieses da- >
mals bedeutenden Professors ist nur wenig
bekannt; wenigstens einige zerstreute Notizen i
mögen hier gesammelt werden.
Erhard Knab ist geboren zn Zwie-
falten; doch ist das Jahr seiner Geburt
nicht bekannt. An der dortigen berühmten
Klosterschnle erhielt er seine erste Aus-
bildung. 2) Später kam er an die Uni-
versität nach Heidelberg, wo er unter
dem Rektorat des Bartholomäus de Herken-
roye (1438/39) immatrikuliert wurde, b)
Dort wurde er am 7. Mai 1443 unter
Dekan Mag. Petrus Sander Baccalar. H
Durch seine Oeterminnkio (eine Ar!
feierlichen Vortrags), welche am 23. Mai
gen. Jahres unter Mag. Nyc. de Weißen-
burg stattfand, trat er in ei» förmliches
Verhältnis zur Universität. Schon im
Jahre 1449 wurde er zum Regenten der
Alten Bnrsa ernannt, einer Anstalt, in
H Alemannia XII, S. 54.
2) Holz Herr, Gesch. der Benediktiner- und
Reichsabtei Zwiefalten, S. 83, Anm. 2.
3) Töpke, die Matrikel der Universität Heidel-
berg. I, 1884.
H Töpke lk, S. 386.

! der Studierende uuentgelülch oder gegen
mäßige Entschädigung Wohnung und Unter-
halt fanden. H Wollte Knab der gelehrten
Kongregation als Jünger beitreten, so
mußte er sich der Artistenfakultät ent-
schließen und deren Studien durchlaufen,
weil diese Fakultät den Vorbereitnngskurs
für die anderen Fakultäten enthielt. Als
Höchstgradnierter dieser Fakultät, als
Magister, konnte er zum Dekan gewählt
werden, was bei ihm der Fall war anno
1451 und 1454.2) Auch wurde er schon
im Jahre 1455 das erstemal znm Rekior
der Universität gewählt (Töpke).
Wann Knab aufing, als Lehrer an der
Medizinischen Fakultät thätig zu sein, ist
nicht bekannt. Er wird wenigstens anno
1462 »Uicentintus in IVleüicis Uurgae
novue« genannt. Damals befand er sich
unter den fünf Doktoren und Magistern,
welche Kurfürst Friedrich in seinen
Kämpfen mit Markgraf Albrecht von
Brandenburg und Ulrich von Württem-
berg, Markgraf Karl von Baden n. a.
zu Hauptleuten über die Studenten er-
nannt hatte, um die nötigen Verhaltungs-
maßregeln zu geben, nachdem vorher die
Angehörigen der Universität dem Rektor
hatten Treue schwören müssen. ^)
Bisher war Erhard Knab noch nicht
ordentlicher Lehrer an der medizinischen
Fakultät gewesen. Denn diese wurde in
dem ersten Jahrhundert ihres Bestehens
U Hautz, Gesch. der Universität H. I, 1862,
S. 341, Anm. 57.
2) Töpke II, S. 391.
3) Honst, a. a. D. I, S. 313. Anm. 48.
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