Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 20.1902

Page: 150
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liat begraben zu Sabana in Prosinß"
(?rovence).
Landausches Wappen.
„Jerg von Lanndaw, vorgeineltß Hain-
richen von Lanndaw zu Lanndaw, Waal
vnnd Allmaßhofen Sune vnnd nachgemellß
Wolfs Phillipen vnnd Diettericken Bruder,
ist gestorben zu Filß den 19. May da
man zalt 1562 Jare vnnd ligt zu Waal
in der Pfarrknrchen begraben."
Landausches Wappen.
„Wolfs Phillipp von Lanndaw zu Lant-
terach, vorgemeltß Hainrichen von Lanndaw,
Waal vnnd Altmaßhofen Sone vnnd vor-
bene-ntß Jergen vnnd nachgemellß Diet-
terichen Bruder, ist gestorben zu Baben-
hausen den 13. Tag May da man zalt
1566 Jare, ligt zu Lantrach in der Pfarr-
kürchen im Cor begraben vnnd hat zu
Gemachel gehabt Fraw Knnigunda von
Hochenegg."
Landausches Wappen.
Das der Gemahlin: schwarzer Stierkopf in
weißem Schild; Helmzier: gelber Stierkopf.
„Dietterich von Lanndaw zu Lautterach,
vorgemeltß Hainrichen von Lanndaw zu
Lanndaw, Waal vnnd Altmaßhofen Sune
vnnd nechst benanter Jergen vnnd Wolfs
Phillippen Bruder, hat zu Gemachel Fraw
Sibilla geborne von Bnbenhofen."
Landausches Wappen.
Das der Gemahlin: Nr. 336 bei Alberti,
Württ. Adels- und Wappenbuch.
Die nun folgende Seite der Handschrift
enthält noch nachstehendes Wappen:
gevierter Schild mit rotem Mittelschild, in
letzterem halb aufgerichteter, weißer, gekrönter
Löwe; 1 und 4 schwarz mit je drei gelben Stroh-
garben (zwei oben, eine unten); 2 und 3 weiß
mit rotem Querbalken. Drei Helme: auf dem
rechten eine Strohgarbe, auf dem mittleren ge-
krönter Löwe an goldener Kette, auf dem linken
zwei rechts gerichtete Adlerslügel, weiß-rot-weiß
(von oben nach unten).
Schluß folgt.

Alosterzucht in Miermarchthuch
Weiszinirm, laoth und Schuffonried
während dos MlttelaltrrF.
Von C. Brehm, cavcl. tlreol. in Tübingen.
(Schluß.)
1470 folgte Johann in der Abtswürde
Nikolaus Hüglin von Buchhorn, unter
dessen, strengem Regimenie Konvent und
Gesinde zitterte, f Eine ähnliche Natur

war Abt Joh. Schnz (1474—1483).
Allein gegen ihn erhob sich der Konvent,
da er sittlich nicht unantastbar war wie
sein Vorgänger. In 56 Artikeln stellten
ihm die Chorherren ein ordentliches Sün-
denregister ans. Im Mittelpunkt desselben
steht sein intimes Verhältnis zu zwei
Frauenspersonen: Mutter und Tochter.
Als die Mutter heiratete, stattete sie Schnz,
offenbar noch als Konventnale, mit Geld,
Bettzeug, Korn und Wein ans, hielt ihr die
Hochzeit auf Kosten des Klosters, dem sie
bei dieser Gelegenheit 200 Gulden „ent-
führt" haben soll. Später trennte sie sich
von ihrem Manne, was dem Kloster große
Schmach brachte. Der Abt aber nahm
die Tochter in seinen Haushalt auf und
behielt sie 3—4 Jahre. Ritt er ans, so
übergab er ihr alle Schlüssel, so daß sie
überall Zutritt hatte, wobei sie merklich
gedieh. Ja sie unterstund sich sogar, in
der Küche zu befehlen. Da der Prälat
keinem der Konventnalen trauen zu können
glaubte, machte er die zwei Weiber zu
seinen Vertrauten: Strafen der Chorherren
schrieen sie ans, bevor sie vollzogen waren.
Da der Konvent sich von ihnen nicht
regieren lassen wollte, bat er den Visitator
um Abhilfe, der sie „ihres mutwilligen,
gewaltigen Fürnehmens wegen" ans dem
Kloster verbannte. Allein der Abt kaufte
seinen zwei Freundinnen zu Buchhorn ein
Haus, versah sie reichlich mit Hausrat uud
Proviant und deponierte bei ihnen Kelche,
Ornate, Silber- und Zinngeschirr, so daß
sie dort „by dem höchsten mit großer
Gastung" lebten.
Je mehr der Abt der Spielball der bei-
den Unholdinnen wurde, desto rücksichts-
loser benahm er sich, von ihnen aufge-
stachelt, gegenüber dem Konvent. Jahrelang
regierte er völlig antokratisch, wurde in
finanziellen und politischen Fragen nie ein
Offizial beigezogen, während seine Ge-
schwätzigkeit bei Tisch die intimsten Ange-
legenheiten vor die breite Öffentlichkeit
brachte. Mit voller Willkür brach er
Häuser ab und führte Neubauten auf,
während Kirche, Kreuzgang, Schlafhaus
und Badstuben mehr und mehr zerfielen.
Dem Konvent ließ er Fische und Gebra-
tenes nicht in der hergebrachten Ordnung
reichen und lieferte einen so sauren Meß-
wein, daß manche ihn nicht trinken konnten.

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