Weiss, Gerd [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 22,2): Landkreis Lüneburg — Braunschweig, 1981

Page: 44
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dtbrd_nds_bd22_2/0048
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
AMELINGHAUSEN-DEHNSEN

Dehnsen ist eine bäuerliche Ansiedlung
unregelmäßiger Struktur, deren dörfliches
Erscheinungsbild sich trotz der überwie-
gend erneuerten Altbauten bzw. Neubauten
aufgrund der erhaltenen Parzellierung und
des Laubbaumbestandes bewahrt hat.

AMELINGHAUSEN-ETZEN

Die drei Einzelgehöfte, aus denen sich Etzen
entwickelte, setzen sich auch im heutigen
Ortsbild deutlich von den wenigen neueren
Bauten ab. Der teilweise dichte Laubbaum-
bestand faßt die baulichen Anlagen zusam-
men. Die ursprünglich die Hofanlage Nr. 1
durchschneidende Bundesstraße 209 ist an
den südlichen Ortsrand verlegt worden.
Die Haupthäuser, Zweiständerbauten mit
Flettdielengrundriß, haben sich nicht unver-
ändert erhalten. Neben den bis in das 18. Jh.
zurückreichenden Nebengebäuden der

Hofanlage Nr. 1 ist das Wohnhaus Nr. 3 mit
klassizistischen Stilelementen von beson-
derem baugeschichtlichem Wert.

ARTLENBURG

Artlenburg entstand als Ansiedlung in Zu-
sammenhang mit der Anlage der Erthene-
burg zur Sicherung der Elbfurt im Verlauf der
Salzstraße von Lüneburg.
Die heutige Ortsstruktur entspricht der
Neuordnung, die Artlenburg nach dem
großen Brand von 1821 vor allem im Verlauf
der Großen Straße erfahren hat. Auch die
typische Bebauung der Großen Straße mit
giebelständigen Wohn-, Wirtschaftsgebäu-
den, deren Wohnteil der Straße zugewendet
ist, und eine alleeartige Baumanpflanzung
blieb erhalten. Allerdings sind die Häuser -
wie in den übrigen Ortsbereichen - nach ei-
nem Deichbruch 1855 und einem Brand
1870 weitgehend als Rohziegelbauten er-
neuert.

Ev. Kirche St. Nikolaus
Ursprünglich wohl romanischer Kirchenbau,
dessen 1779 erneuertes Schiff zusammen
mit dem Turm 1821 abbrannte. 1825-27 Wie-
deraufbau unter Verwendung von Resten
des Barockbaus.
Der Westturm auf wohl noch romanischem
runden Untergeschoß, das mehrfach mit
Backsteinen ummantelt und mit unregel-
mäßigen Strebepfeilern versehen ist, setzt
sich in den beiden Obergeschossen okto-
gonal fort. Das zweite Obergeschoß ist an
fünf Seiten in Fachwerk ausgebildet. Das
Kirchenschiff ist ein schlichterRohziegelbau
auf hohem Feldsteinsockel, der ebenso wie
die Portale möglicherweise vom Vorgänger-
bau stammt. Auf der Südseite ein Anbau aus
dem Ende des 19. Jh.
Das Innere ist als querorientierter Saalbau
gestaltet mit einer nur die Südseite ausspa-
renden umlaufenden Empore. An der südli-
chen Längswand die durch Pilaster und Gie-
belaufsatz gerahmte Kanzel, davor freiste-
hend der Altar.

Amelinghausen-Etzen, Nr. 1


Amelinghausen-Etzen, Nr. 1, Speicher, 17. Jh.


Amelinghausen-Etzen, Nr. 3, Wohnhaus


Artlenburg, Grünstraße 15, Scheune, wohl 17. Jh.


Artlenburg, Deichstraße, Holländerwindmühle,
1890


Artlenburg, ev. Kirche, Innenraum nach Westen



Artlenburg, ev. Kirche

44
loading ...