Weiss, Gerd [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 22,2): Landkreis Lüneburg — Braunschweig, 1981

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Nach 1945 wurden südlich der Dorfstraße,
westlich der Landstraße nach Hittbergen
und südlich der Elbe große Neubaugebiete
vorwiegend mit Einfamilienhaus-Bebauung
errichtet. Bei den Haupthäusern der entlang
des Deiches aufgereihten Hofanlagen han-
delt es sich überwiegend um Bauten mit
älterer Bausubstanz, die in jüngerer Zeit
durch Vormauerung und Umbauung stark
verändert wurden.

HOHNSTORF-BULLENDORF

Vgl. Echem-Bullendorf
Mit Nr. 16 und 18 blieben zwei ursprünglich
zum Vorwerk gehörende Brinkkaten aus der
Mitte des 18. Jh. erhalten.

HOHNSTORF-SASSENDORF

Die Hofanlagen Sassendorfs sind entlang
des Deiches aufgereiht, bilden jedoch nicht
eine geschlossene Marschenhufensied-

lung, sondern sind in kleinen Gruppen aus-
einandergezogen. Die Gebäude wurden im
Laufe des 20. Jh. massiv ersetzt.

KIRCHGELLERSEN (vgl. S. 136/37)
In dem seit dem 13. Jh. urkundlich nachge-
wiesenen Ort gründeten 1313 Prämonstra-
tenser-Mönche unter Einbeziehung einer
Kirche ein Kloster, das bereits 1316 nach
Heiligenthal verlegt wurde.
Die Kirche bildet den Ortsmittelpunkt, um
die sich Hofanlagen an bestehende Wegver-
bindungen anschlossen (Im Dorfe, In der
Peul, Lüneburger Straße, Südergellerser
Straße). Rückwärtige Erschließungswege
kamen hinzu (Eichenweg). Eine Konzentra-
tion der Bebauung ist an den Wegkreuzun-
gen festzustellen. Wegführung und Stellung
der Gebäude zueinander wurden teilweise
durch die auch heute noch weitgehend von
Bebauung freigehaltenen Sumpfwiesen des
in West-Ost-Richtung durch den Ort fließen-
den Osterbaches bestimmt. So folgt die kur-

vige Linie der Straße „In der Peul” dem
Bachlauf.
Der Ort erweiterte sich im 19. Jh. in Anleh-
nung an den Dorfkern entlang kleiner Ne-
benwege (Schmiedeweg, Bäckerstraße)
und der Ausfallstraßen nach Westergeller-
sen, Böhmsholz und Lüneburg. Die Aus-
dehnung nach Osten und Westen wurde im
Laufe des 20. Jh. bei der Ansiedlung kleine-
rer Nebenerwerbsstellen und verstärkt
nach 1945 bei der Anlage großflächiger,
dicht bebauter Einfamilienhaussiedlungen
beibehalten.
In Kirchgellersen finden sich einige der älte-
sten Bauten des Landkreises Lüneburg, die
bis in die Zeit um 1600 zurückreichen. Diese
Wohn-, Wirtschaftsgebäude sind als Zwei-
ständerbauten in Unterrähmkonstruktion
errichtet, der Wohnteil ist z. T. erneuert (In
der Peul 8, 2. Hälfte 17. Jh., Wohnteil 1919;
In der Peul 14, um 1600; Im Dorfe 7, 1645).
Weitere teilweise veränderte Haupthäuser
mit älterer Substanz und Wirtschaftsgebäu-
den sind neben ihrer baugeschichtlichen
Bedeutung aufgrund ihrer Stellung im


Kirchgellersen, In der Peul 14, um 1600


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