Weiss, Gerd [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 22,2): Landkreis Lüneburg — Braunschweig, 1981

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BARUM-ST. DIONYS (vgl. S. 124/25)
St. Dionys entwickelte sich um die auf einer
baumbestandenen Anhöhe liegenden Kir-
che, die durch die weithin ebene Umgebung
für die Fernansicht des Ortes bestimmend
ist. Bis in die 2. Hälfte des 19. Jh. hinein wur-
den nur die Grundstücke bebaut, die sich an
die ringartig um die Anhöhe mit Kirche
herumführende Straße anlehnen. Entlang
des nach Brietlingen führenden Weges
(heute Widukindstraße) entstanden um
1900 kleine Hofanlagen.
Westlich und südöstlich des mit reichem
Baumbestand durchsetzten Dorfkernes
wurden seit den sechziger Jahren des 20. Jh.
Wohn- bzw. Wochenendhäuser errichtet.
Bei den Wohn-, Wirtschaftsgebäuden han-
delt es sich durchgängig um Flettdielen-
häuser in Zweiständerbauweise mit einer
bis in das Jahr 1660 zurückreichenden Bau-
substanz (Karl-der-Große-Straße 14; Pfarr-
witwenhaus) von teilweise ausgezeichneter
originaler Erhaltung. So zeigt der Fachwerk-
bau Karl-der-Große-Straße 11 noch den
nicht abgeteilten Flettbereich mit dem

Barum-St. Dionys, ev. Kirche, 1858-60


Barum-St. Dionys, Karl-der-Große-Straße 14,
Pfarrwitwenhaus, 1660


ursprünglichen gepflasterten Boden und
offenem Rauchabzug.
Ev. Kirche St. Dionys
Neubau von 1857 bis 1860 durch Baumeister
Wagener anstelle eines Vorgängerbaus.
Neugotische Backsteinkirche mit Westturm
und eingezogenem polygonalem Altarraum.
In den rechteckigen Innenraum mit hölzer-
ner Kassettendecke und gewölbtem Altar-
raum ist eine U-förmige Empore eingebaut.
Die neugotische Ausstattung stammt in
ihren wesentlichen Teilen aus der
Erbauungszeit. Weitere Ausstattungsstücke
sind vom Vorgängerbau übernommen wor-
den, so z. B. das Bronzetaufbecken von
1689, eine Taufschale aus Messing von 1608
und ein 1658 datierter Altaraufsatz, heute
als Kriegergedenktafel umgestaltet.

Barum-St. Dionys, ev. Kirche,
Innenraum nach Westen


Barum-St. Dionys, Karl-der-Große-Straße 9,1769


Barum-St. Dionys, Gotenweg 1,1726


BETZENDORF (vgl. S. 126/27)

Das in leichter Hanglage errichtete Betzen-
dorf ist eine unregelmäßige Dorfanlage, die
nach 1945 entlang der Ausfallstraßen durch
Einfamiiienhausbebauung erweitert wurde.
Der alte Ortskern ist durch die großflächige
Parzellierung der zum Teil mit Feldstein-
mauern eingefriedeten Hofanlagen mit da-
zwischenliegenden Freiflächen gekenn-
zeichnet. Die meist veränderten Gebäude
älteren Datums tragen durch ihre bewahr-
ten Proportionen zu einer relativ geschlos-
senen Ortsansicht bei.
Die auf einem nach Norden stark abfallen-
den Hügel erbaute Kirche tritt im Ortsbild
deutlich hervor.
Ev. Kirche
Ursprünglich ein wohl noch romanischer
einschiffiger Feldsteinbau mit rundem gut-
erhaltenem Westturm aus derzeit um 1200.
Das stark mit Granitquadern und Backstei-
nen erneuerte Kirchenschiff erhielt Anfang
des 15. Jh. einen polygonalen Altarraum aus

Barum-St. Dionys, Barbarossaweg 2, Pfarrhaus,
1889


Betzendorf, Nr. 1


Betzendorf, Nr. 13, Innengefüge um 1600


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