Lucka, Wilhelm [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 27): Landkreis Uelzen — Braunschweig, 1984

Page: 156
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Die im 19. Jh. am südlichen und östlichen
Ortsrand in Fachwerk erbauten Landarbeiter-
häuser und kleineren Wohnwirtschaftsgebäu-
de haben häufig massive Ersatzstücke.
SUHLENDORF-GRABAU

Grabau ist ein Rundlingsdorf, in dem die
sechs alten Höfe in einem offenen Halbkreis
um eine langgezogene, eichenbestandene
Ausbuchtung der Straße angeordnet sind.
Drei der Haupthäuser stammen aus den drei-
ßiger Jahren des 20. Jh., die großen Wirt-
schaftsgebäude sind ebenfalls überwiegend
jüngeren Baualters. Ältestes Haupthaus ist
ein Zweiständerbau aus dem Jahre 1787 (Nr.
1), dessen Wohnteil 1875 verlängert wurde.
Ein qualitätvoller Ziegelbau ist das Wohnhaus
Nr. 5 (1910), dessen Vorgarten durch einen
schönen schmiedeeisernen Zaun eingefrie-
digt wird. Das Bild der den Höfen gegenüber-
liegenden südlichen Straßenseite wird be-
stimmt durch die Abfolge von traufständigen
Häusern, zum einen kleinere Vierständerbau-
ten wie Nr. 9 (1890), zum anderen Wohnhäu-
ser in Ziegelmauerwerk.

SUHLENDORF-GROSS ELLENBERG
Die rundlingsartige Anlage Groß Ellenbergs
blieb auch nach dem Brand von 1864, der den
Ort vollkommen zerstörte, weitgehend erhal-
ten. Fast alle Haupthäuser sind Vierständer-
bauten aus dem Brandjahr, deren Wohnteile
später häufig aufgestockt oder massiv ersetzt
wurden. Von der verdichteten Bebauung in
der westlichen Ortshälfte setzt sich das geräu-
mige Hofgrundstück Nr. 3 ab, das vollständig
durch eine Mauer eingefriedigt wird. Der feld-
steingepflasterte Hofraum wird begrenzt
durch das Haupthaus (1864), zwei Fachwerk-
scheunen aus dieser Zeit an der Hofeinfahrt
und einen neueren Schweinestall. Am südli-
chen Ortsrand in einem Gehölz ein kleiner
Schafstall mit Querdurchfahrten (Nr. 5, Mitte
19. Jh.).
SUHLENDORF-KÖLAU

Das Rundlingsdorf schmiegt sich in den Bo-
gen der Wipperau, die westlich des Dorfes ih-
ren Anfang nimmt. Die ursprüngliche Ortsan-
lage blieb hinsichtlich der Platzbildung in der

Ortsmitte und der Parzellierung der sieben
Höfe erhalten. Deren Ausfüllung mit giebel-
ständigen Haupthäusern wurde jedoch mit der
Zeit lückenhaft. Das älteste ist ein Zweistän-
derhaus (Nr. 7, 1743) mit Kopf- und Fußbän-
dern im Giebel, das bei dem Umbau zur Fe-
rienwohnung z.T. verändert wurde. Auf dem
gegenüberliegenden Hof ein gut erhaltener
Vierständerbau (Nr. 2,1865).
SUHLENDORF-NÖVENTHIEN

Növenthien liegt nördlich der B 71 in einem
Niederungsgebiet. Das einstige Rundlings-
dorf veränderte sich besonders gegen Ende
des 19. Jh. durch die Hinwendung der Haupt-
häuser vom Dorfplatz weg zu der südlich vor-
beiführenden Chaussee sowie durch den Bau
massiver neuer Wohnhäuser um 1910. So ist
ein Vierständerhaus (Nr. 1, 1842), das schon
1928 zum reinen Wohnhaus umgebaut wurde,
das einzige Zeugnis der früheren Randbe-
bauung des Dorfplatzes. Ein weiteres Vier-
ständerhaus steht abseits am nördlichen Orts-
rand, es gehörte früher zur Pfarre in Suhlen-
dorf (Nr. 15, Anfang 19. Jh.).

Suhlendorf-Grabau, Nr. 5, 1910


Suhlendorf-Kölau, Nr. 7,1743


Suhlendorf-Schlieckau, Nr. 10, Mitte 18. Jh.



Suhlendorf-Groß Ellenberg, Nr. 3,1864

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Suhlendorf-Wellenberg, Nr. 13, 1901


Suhlendorf-Wellenberg, Nr. la, 13a


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