Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext

für

1808.--

2

Vou vielgestaltigem Dunkel umkleidet/ ihrer Thatcn Lohn
Endes dewust sind diese all mit Freud - und Leid - Gefühl
begabt.
Diesem Ziel nach nun wandeln sie/ aus Gott kommend/ bis
zur Pflanz herab

Einsiedle r.
-6. April.

In des Scyns schrecklicher Welt hier/ die fletshin zum Vev
derben sinkt.
Aus dem Indischen des Monu,
von Fr. Schlegel.

Der freye Dichtergarten.
(Beschluß.)

Kritik.
Ein recht Gemüth
Springt mit den Nachtigallen
Auf jede Blüth/
Und freuet sich an allen!
Don diesem Zweig
Will Jener einzeln schallen/
Nicht allzugleich
Wie Saat der Menschen wallen.
Doch was vermag
Ihr wallend Herz zu stören?
Nicht Trommelschlag!
Zum Trotz sie schlägt in Chören.
Nicht Kukuksruf/
Von Kindern oft befraget/
Kein Schlag vom Huf/
Der über Wiesen jaget.
Nichts störet sie/
Nur Heller muß sie singen /
Da höret sie
Den Wiederhall erklingen;
Ist voll das Herz
So geht der Mund wohl über/
Und Lust und Schmerz
Wird da unendlich lieber.
Und nur zu bald
Vergißt sie sich im Schlagen/
Sich und den Wald/
Fort kann der Falk sie tragen;
Doch sieh den Folk /
Er hört ihr zu betroffen/

Der lose Schalk/
Und hält -en Schnabel offen.
Krankheit.
„Wehe/ wehe/ daß dem Schlechten
„Macht gegeben übers Beste!"
Mit den Göttern ist kein Rechten/
Flehe nur für dich das Beste/
Daß sie dir dein Hälschen kühlen/
Don der Ficbergluth verenget/
Welche sonst die Ohren fühlen /
Menn -ein Sang sie schwellend -ränget.
Denkt doch Götter/ wem gehöret
Diese Stimme? Euer Leben
Nicht mit solchem Muthwill störet/
Wer kann sie euch wiedcrgeben?
Hat doch jeder jetzt zu denken
Schon genug / wer wird euch preise»/
Und mit lieblichen Geschenken
Euren Himmelsraum durchkreisen?
Zeit.
Hiebevor als wir Kinder wäre»/
Beyde / beyde in den Jahren /
Daß wir liefen auf den Wiese»/
Von jenen hernieder zn diesen /
Und unsre Stunden
In Veilchen wunde»/
Da sieht man nun so hinein.
Sieht so hinein/ tief wie durch Bäume
Jene goldne Berge scheinen/
Soll der Abend denn schon dunkeln;
Da dauert noch ferne das Funkeln!
Kein Eichhorn springet/
Kein Vogel singet/
Die Nachtluft haucht schon herein.
 
Annotationen