Zeitung für Einsiedler — Heidelberg, 1808

Page: 65
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/einsiedler/0047
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Einsiedler

Zeitung für

9


-




s


Wo froh gesinnt die deutschen Franken,
Voll Kraft und Luft,
Am schwachen Trübsinn nie erkranken
Fröhlich des freien Muths bewußt;
Wie einzle Blumen auf den Fluren
Zeigend der alten Sitte Spuren
Der alten deutschen Lust.

Zweifelnd daß frühe so hoch steige der lüsterne Mensch.
Und so stehend und ziehend am Strumpfe sie bebte und schwebte
Wie ein Flämmelein hin über die spiegelnde Welt.
Fiametta! ich rief, mir schauder:, sie faßte mich selber.
Ja ein Mädchen mich faßt, lächelnd ins Auge mir sieht.
Hier! hier! sagt sie und peitschte den buntgepuschelten Esel,
Daß aus dem ledernen Sack, schwitzte der röthlrche Wein:
Lieber, was willst du? sie fragt, du riesest mich eben bcy Namen?
Wenn sie nicht Blicke versteht, Worte die weiß ich noch nicht.
Der Beschämung sich freuend sie strich mir die triefenden Haare,
Thau und Mühe zugleich hatten die Stirne umhüllt.
Wie ein Bursche der Schweiz ich schien ihr nieder zu wandeln.
Um zu suchen mein Glück und sie wollte mir wohl.
Als sie den Stein erblicket, den sorglich in zärtlicher Liebe
Auf den Händen ich trug, daß der Anbruch nicht leid,
Ey da lachte sie laut und riß mir den Stein aus den Händen,
Warf ihn über den Weg, daß er zum Meer hinroll,
Und dann spielte sie Ball sich freuend meiner Vexwirrung
Mit der Granate die schnell kehrte zu ihr aus der Luft.
Nicht der schrecklichen eine, die rings viel Häuser zerschmettert,
Doch die feurige Frucht, mystisch als Apfel bekannt.
Sie verstand mich -och wohl? O Einverständnis der Völker,
Das aus Babylons Bau blieb der zerstreuten Welt,
Suchte doch jeder den Sack beym brennenden Thurme und fragte,
Also blieb auch dies Wort, Sack den Sprachen gesammt,
Also auch Zeichen der Lieb' im Plick, m guter Geberde,

Doch gleitend auf des Liedes Welle«
Mrd alles mild,
Oft spiegelt stch in diesen Quellen
Die Sonne und der Sterne Bild;
Fort wie des Lebens Schiff gezogen
Ist auch des Unglücks Sturm entflöge«
Und keüle Zeit mehr wild.

Hier wo um weinbegränzre Hügel -
Der Strom stch schlingt,
Sanft gleitend wie des Schwanes Flügel
Erfrischend durch die Wiesen dringt,
Des Schiffteins stille Bahn gezogen,
Auf Schlangen gleich gewundnen Wogen
Sich um die Berge schwingt.

1808.

Hier rührten muthig linde Lieder
Mir an das Herz,
Die alten Ströme brachen wieder
Hervor, und es verschwand der Schmer
Was sanft im Lied ergossen weinet,
Starrt schweigend inneu dort versteinet
Wie kaltes grauses Erz.

Hier wo im fruchtbegabten Tbale
Der Nebe Kraft,
Genährt vom starken Sonnenstrahle,
So goldnen Weines Trank erschafft,
Der einst die Enkel noch erheitert,
An Liedern ihre Brust erweitert,
Den Murh der Sorg' entrafft.

An -LN Ufern des Mayns.
Im Sommer 1806»

Wohl muß ein ew'ger Frühling grüne«
Dem seel'gen Mann,
Der seines Herz nur erkühnen
Und stch dem Freund verbünden kann.
Euch Wellen grüß ich drum des Mayrrs/
Gar oft gedenke- des Bererns,
Dor schöner -ort begann.
Friedrich Schlegel»

Elegie ans einem Neisetagebuche in
Schottland.
(Der Verfasser bittet, diese Verse nicht für Hexameter und
Pentameter zu halten.)
Genua seh ich im Geist, so oft die unendlichen Wellen
Halten den Himmel im Arm, halten die taumelnde Welt;
Seh ich die klingenden Höhlen des nordischen Mohren r Basaltes,
Seh ich ich die Erde gestützt auf den Armen der Höll;
Dann, dann sehne ich mich in deine schimmernde Arme,
Weisser Cararischer Stein, kühlend die schwülstige Luft,
Denk ich der Treppen und Hallen vvn schreienden Menschen durch-
laufen ,
Seiner staunet euch an, jedem ftv- ihr vertraut.
FingaU Fingal! klinget so hell, mir wird doch so trübe,
Frierend wähn ich mich alt, Jugend verlorene Zeit!
Dreht sich die Achse der Welt? Wie führt mich Petrarra zu FLm
gal,
War es doch gestern, ich mein, daß ich nach Genua kam.
2- dort sah ich zuerst das Meer, des nunmehr mir grauet,
Weil es vom Vaterland mich, von den Freunden mich trennt»
Damals von der Bochetta herab in des Frühroths Gewusste,
Lag noch die Hoffnung darauf, weichlich im schwebenden Bett,
Nicht am Anker gelehnt, nein sorgenlos schlummernd sie dreht stch,
Daß die Schifflein so weiß, flogen wie Federn davon;
Lässig band sich vor mir die Göttin -aß goldene Strumpfband,

* Hitz»,.
.ad« dj,
- °°> ».«d
den sse H
«».1?
"'brachte
'es kenMr«
d Trelinb^,,
der Harlinge
Endlich udkchj,
!/ und vntrnbijj,
? im HunnM„
«er Helden mjnn
'trix in Willis
la's. Ein VW
ncdkr zu gemm,
den in der 6M
Gattin stirdl, wl
-d in der Indel,««
>ie nordischen kW
ieia MW«!!
od an der Mu
ldung der burzuck
ichst'bis dalnn/»
m, *) die «O
er, das Em^'
ibweichend erM
Dieters
nachdem er ttrdn
;e den Tod M
abiuckM"'"^
, dort limkoinl»"
Rückkehr'»^
irung
loading ...