Zeitung für Einsiedler — Heidelberg, 1808

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ei tung für

Einsiedler.

1808.-—. 12. Juli).
Graf Richard.
Schottische Granze, alt.

-)O wiege länger dein Söhnlein jung,
Nicht langer nun für mich;
Ich hab' ein Liebchen anderswo.
Das lieb' ich mehr als dich.
„Die Sohle selbst von ihrem Fuß
Ist weißer als dein Gesicht." --
„Graf Richard! ihr verschmäht zur Nacht
Mein Gast zu sein doch nicht?"
Und da sie sich zum MahE gesetzt,
Schmckt sie ihm wacker ein;
Als Lebender ging er zu Bett,
Bald wird er's nicht mehr seyn.
Dann auf und sprach der Papagei,
Ihr Haupt umfliegend fein:
„Wohl haltet euer grünes Kleid,
Pon Richards Blute rein'."
„O! besser halt ich mein grünes Kleid
Von Richard- Blute rein,
Als du kannst halten dein scheltend Wort,
Und nicht geschwätzig sein."
Sie rief die Dirnen all' herbei,
Die Dirnen in ihrem Schloß:
„Hier liegt ein todter Mann,«sprach sie
„Ich wünscht', ich wär' jhn loß!"
Sie stiefelten und spornten ihn
Wie er gewohnt zu reiten:
Ein Jagdhorn hing um seinen Hals,
Em Schwert an seiner Seiten;
Sie warfen ihn in den bleichen See,
Wohl unter des Ufers Weiden.
Dann auf, und fprach der Papagei
Der saß auf einem Baum —
„Was hast du mit Graf Richard gemacht,
Warft noch; sein Liebchen kaum?"
„Herab, herab auf meine Hand,
Herab mein Vogel fein;
Ein goldner Käsig sott für dich

Kaum war sie über einen Rein,
Nur über einen Rein,
AlS sie traf seinen Vater alt,
Der kam geritten allein.
„Wo wärest du noch, Fräulein schön.
So spät nach Tageslicht? " —
„ Graf Richard haben wir gesucht,
Doch finden wir ihn nicht."
„ Er kennt die Wege durch den Stt
Wenn es auch tob' und schäum;
Und ob die Nacht so dunkel ist
Wird er doch kommen heim."^
Und eines Tages auf die Jagd,
Der König wollte reiten;
Und er vermißt Graf Richard gleich
Ihm sonst zur rechten Seiten.
Das Fräulein kehrt sich rund umher,
Und sprach mit Trauer-Klang:
„Ich fürchte sehr, Graf Richard fand
IM See den Untergang."
„Wer raucht! wer taucht!" Der König
rief
Wer taucht für Geld und Gut?
Wer taucht für Richard in den See,
Wer hat für mich den Muth? "
Sie tauchten ein, sie rauchten aus
Wo tief das Wasser sehr;
Sie tauchten für ihn in den Ser
Ms wtnn's ihr Bruder wär;
Es traf sich in des Fräuleins Schloß,
Im Bett der König liegt,
Und auf und sprach den Papagei,
Der um das Haupt ihm fliegt.
„Stell ein das Tauchen bei der Nacht,
Stell es bei Tage ein,
Und wo der Ritter erschlagen liegt
Wird glühn der Kerzen Schein."
»O! 's ist ein Vogel in diesem Schloß,
Der süß und traurig singt;
O! 's ein Vogel in euerm Schloß -
Der um den Schlaf mich bringt"

DaS Tauchen stellten sie bei Nacht
Und auch bei Tage ein;
Und wo der Ritter erschlagen Lag I
Da glüht der Kerzen Schein.
Wo tief in Fels der See gewühlt.
Zog man den Grafen hervor;
Ein Rasenstück auf seiner Brust,
Daß er nicht kam empob.
Dann aus, und sprach der König Iselbff,
Als er erschaut die Wund —
„Wer schlug ihn der zur Rechten mir
Hielt treulich Falk und Hund?"
„Dann auf und sprach der Papagei
„Was braucht es ach und Web?
Den Tod gab seine Buhle ihm,
Und barg ihn in -em de."
Sie schwor, daß sie seit Montag früh.
Hab' nicht gesehen ihn;
Sie schwm' es, bei dem reifen Korn,
Und bei dem Gras so grün.
„Was Kätchen, meine Dirne that,
Legt mir nicht bei," sprach sie —
Und aufgehäuft werd Dorn und Strauch,
Daß Käth' in Flammen glüh'.
Es rvollt nicht ihrer Haut fick nahrr.
Nicht ihrer Wange schön.
Und auch nicht ihrem gelben Haar,
Daß es die Sund' versöhn.
Die Dirn berührt die Leiche kalt,
Kein Blut entquillt der Wund;
Das Frärrkin legt die Hand darauf;
Und bald wird roth der Grund.
Man nahm die Dienerin heraus
Gab die Gebieterin Preis:
Die Gluth naht sich der Wange schnell,
Naht sich -er Haut so weiß,
Naht schnell sich ihrem schönen Leib —
Sie flammt wie dürres Reis.
Henriette Schubart.

Da -etzt em Zweig nur dein."
„Hinweg, hinweg du böses Weib,
Kein goldner Käfig mir;
Wie du es mit Graf Richard gemacht
Würd'st du es machen mit mir!"

Bon den Machandel Bohm.*)
(Beschluß.)
De Schofler hörd dar un leep vor syn dör, irr
Hamburgisch statt Ppmmexisch

Hemdsärmel un fach na syn dak un mufl de Hand vor de
oogen holln, dat de sünn em nich blend't / vagel segd
he wat kanfl du schorn siingen — da reep he in fln dör
herin, fron knm mahl Herrn dar is een vagel/ sü mahl
der vagel de kan mahl schoin stngey / da reep he ß»
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