Zeitung für Einsiedler — Heidelberg, 1808

Page: B_01
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/einsiedler/0178
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
eitung für Einsiedler











seiner Schriften.
(Mit einer Kupfertafel.)

Sieh doch darauf/ du HE so ganz versunken
- Dem Erdgeist offen / der an Liebe glaubt/
Und hast vom Altan einen Blick getrunken.

4 *

5
4. Sonete verwundert sich über die gefun-
dene Inschrift.
Wer schlich stch ei« / wer schrieb die art'gen Zeilen,
Was drängt mich doch / ich möcht ihm gerne danken/
Was ärgert mich/ ich möcht ihn gern auszanken/
Ich seh nicht ein / warum er nicht mag weilen.
Erwachsen bin ich nun, hab Nachgedanken/
Und möchte gern auch andern mich mittheilen/
Der Vater will mit meiner Hochzeit eilen /
Ich kenn ihn nicht und möcht vor Furcht erkranke».

Ree. Welch albern Wortspiel mit der Stadt und
stätisch / so war's gerade beim Verfall der
. Wissenschaften in Griechenland und Rom/
ein schiefer Einfall galt da für Gesinnung.
Was ist -aS für Gesindel/ was zu Pferde
reist/ wohl gar ein Musterreiter aus Loretto?

-i. Der Sänger an die Gitarre.
Der Reime schwer zu reimend Bienensummen/
Der Jamben schwerer dumpfer Wellenschlag /
Was der Trident des Dactylus vermag/
Das brachte mich im Dichten zum Verstummen.
Da wars als fühlt ich eines Gottes Schlag
Mir in die Ohreu ncubelehrend brummen:
„Für immer sollt der hohe Baum verkrümmen/
„Daß leicht du pflückst die Frucht an einem Tag?"
„Fühl erst unbänd'ge Freud und bänd'ge Klagen,
„ Wie gern wirst -u sie messen nach den Saiten /
„Wie leicht wirds nun sie drauf hochtanzend schreiten."
„Laß Reime ihnen goldne Schwingen breiten,
„Im Gleichgewicht die Schwebenden zu tragen/
„Weil schön sie sind und wie die Schönen zagen."

Ree. Schlag zu Herr Gott! Sieh doch drey Zen
bey einander in jedem Drilling / das lob ich
mir/ daß nicht zu viele Een mit diesem Kling-
ding sind gemacht.

Anhang zu Bürgers Soneten in der letzten Ausgabe

Geschichte des Herrn Sonet und des Fräuleins
Sonete, des Herrn Ottav und des Fräuleins
Terzine. Eine Romanze in 90-j-3 Soneten.
Von Ludwig Achim von Arnim.

2SS
ÄLZ'Ä
«K Ätz's
F»l:s »s
»L'K
i-Uiaulmen,
"US
s-s
warm»
t heuige HM
L
^tl-.iinie: Lid
'«-'Nunien, kein,'
gcissclt würden!
eingedrückt i«
nd und Fuß ge°
gerissen/ do K
warum iß mi,
/ daß er U!
,ung dieserM
r dem Tisch p
um zu denkt«,
enblicke kam tii
Courier miSi«
Zeit snncP-Ij-
gedrucklerUÄ-
1. — Es NM
>er junge Dich'
mell vordem--
roßen Wernlch<
Gelübde We-
hen Gesellsch«
ncs Bart» B
dem TeiMl
neister.' S'U
landcr gckcück
nein, üus .
sieben kwdB
ich wetüen l
iaturtclebe^
Zwecke z»
-»L
lN (rn
rd- r
tt aut
iviede
d eine

2. Der Sänger an seinen Freund Sonet.
Weil schön sie sind und noch viel SchönreS sagen,
So trit denn auf Sonet mein lauter Freund/
Wie dir so hell die ganze Welt erscheint/
Wie es schon früh dir in den Schlaf mocht tagen.
Dein stolzes Roß dich heut zu warnen scheint/
Wird stätisch als es dich zur Stadt soll tragen/
Laß ab mit deinem herrisch trotz'gem Schlagen,
Es war von deinem Rosse wohl gemeint.
Nun geht es folgsam / doch es senkt sein Haupt '
Und donnert aus dem Stein beim Tagslicht Funken,
Und graue Wolken in dem Sande staubt.

S. Der Sänger schreibt der Sonete an die
Wand ihres neuen Zimmer.
Ein Zimmermeister will ffo eben richten
Sein liebstes Werk / er fügt eS hoch und fein
Ohn Winkelmaaß im Ebenmaße rein,
Ob's streng nach dem Modell/ das soll ich schlichten.
Des Meisters Kunst mag dieses Zimmer seyn,
Zm engsten Raum die zierlichsten Geschichten /
Die Gallerte davor vier Fuß im Lichten/
Es wirft sich Licht in Spieles Lust hinein.
Wirft sich auf Blumen und auf Angedenken/
Die jeden Winkel weihen zur Kapelle /
Vergeßne Hcil'ge sehn sich da voll Schimmer.
Recht schön! Doch Meister, ehe wir einschenken.
Gesteht, daß schöner drinnen im Modelle,
Die Frauenzimmer, als -er Frauen Zimmer.
__ ,
Ree. Eine Semmel freuet sich über die andre. Da
liegt der Haas im Pfeffer, wieder ein Wort-
spielchens Ja Spieler spiel nur dem Spiel,
bis spielend der Svülig sich abspült.
loading ...