Zeitung für Einsiedler — Heidelberg, 1808

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30. July.


(Fortsetzung.)








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Der Lüfte lieb Wort
Der Vogel zieht fort/
Wer war der erste im Flug ,
Ihn treff mein Fluch.
Eie liebte ihn nie!
Flieh / wie ich / flieh!
Cie liebt keinen andern,
Lch muß doch wandern! —
Herr/ da liegt eine Leiche im Weg.!
Schwager! fahr stille weg/
Er mußte auch wandern
Mit den andern.



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1808.

schiednen Postflariouen.

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VI.
Der hat -as End der Wett
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. , Der von der Liebsten weicht

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Wer sitzt an meiner Stelle
Auf der Schwelle/
Umflattert von Fledermäusen,
Umtrochen von Ameisen/
Und doch schicn'ö so schön -
Wie das' Land von den Höhn/
Wer darinnen haust/
Der weiß, wo es graust.'
Warum muß ich fliehen./
Woher sic all ziehen
Die Stahlenden,
Die Mahlenden,
Die luftig Zerstreuten
Im Leuchten Erfrcueten ?
Des Unbedeutenden Macht
Hat keiner gedacht,
Und des Bedeutenden Blick


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Sckwn sSieint die Zeit da zu seyn, weläie schaudern läßt de»
Gerechten, weil sie verkündiget, daß auch ungestraft Verträge ge-
brochen, Meincyde geschworen werden können, daß, was Unrecht
ist, Recht erkannt, Aeuf.eres das Innere genannt / Gott in der
Sünde verehrt, und das Erhabenste zum Niedrigsten herabgezogerr
werden dürfe. Doch — gehet noch nicht zur Ruhe ihr Wenigen,
die ihr lieber dahin sterben, als solch einen Gräuel ertragen wol-
let, das Maas des Gegensatzes aller Wahrheit scheint bald vollen-
det zu ieyn, Lichtstrahlen brachen schon mit Macht durch daß
schauervolle Dunkel, das Ungeziefer verkriecht sich und — nur we-
nig Augenblicke werden noch dazu erforderlich seyn, um unsiegbar
zu begründen, was da seyn solle und könne, oder nicht.
Eingesandt von unbekannter Hand.
Von keinem Enstedier.
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IV.
Du Heller Orient,
Den keiner so kennt
Wie ich /
Hast du schon vergessen mich?

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Ist voller Tück.
Was riß mich fort?
Was hielt mich dort?
Mich hielt ein Blick ' »
Es hat sich weggewendet mein Glück k
Es rissen vier Stricke
Mich weg von dem Glücke,
Den Wagen sie ziehen,
Die Steine erglühen:
Wär einer gerissen.
Wir hätten bleiben müssen!
Wer sind wir? —
Ich und die Luft hier l

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D er an der Liebe Verzweifel-te arcf ver--

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Einige Worte der Warnung, -eS Trostes
und der Hofnung-
Betrachtet man diese Geaenwart mit reinem Auge, so scheint
in ihr schlechthin eben so viel Draus nach Wirksamkeit und Thä-
rigkeit als Drang nach Ruhe zu herrschen, und. »veil Heide Pole
ziemlich gleich siehe»/ und jeder iu den.Widerstand des andern sei-
nen Untergang furchtet/ so wüt sich eine furchtbare schwangers
Stille dar/ die wie ein hcrannahendes Gewitter alles / hinsichtlich
der Dinge/ die da kommen sollen/ in ängstliche harrende Stim-
mung versetzt, ein Schritt vorwärts oder rückwärts wird schon in
der Idee zum Widerspruch / zmd kaum mag es jetzt einen denken«
deg Menschen geben/ der da bestimmt zu bürgen vermöchte für-,
das Ereignis; des nächsten Augenblicks.
Wehe also denen / die vorlaut und gegen ihre innere Ueberzeu» -
gung des Vermögens das Maas deb Kraft, die ihnen ist, zu liess
gern sich bestreben.


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