Zeitung für Einsiedler — Heidelberg, 1808

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Fassung»

1

(FortseHung. Vergl. 27. Stück.)

skltitK


1808.


Mir Iunbrunst Nachsicht/
An seinen Blicken bangt /
Von seinem goldenen Lächeln/
Von dem Hauche des Mundes/
Heiliger Sehnsucht Leben trinkt.

Den überseligen Knaben /
Durch das spielende Leben hin!

Dein ewiger Aruf
Thut die Himmel auf/
Segnet/ erhält:
Sie/ mir die Welt.

Jetzt sieht cs finster.
Und er verstummt:
In den Busen greif' ich

Treibt ihn die Liebe
Doch tagtäglich/
Auf der blinkenden Bahn.
Wo-er dem Geliebten

Sonne/ Fühtlose,
Was fliehst du r
Könntest hier weilen
An feinem Busen/
Könntest die knospende
Blüthe lösen
Mit glühendem Kuß/

Senken die Sterne
Die Kinderblicke
Zum stillen Mond:
Hüllt er sich enger
In den Flammenschleier/
Möchte gern Kühlung athmen,
Wollust saugen/
In die schmachtende Brust.

Einst war ich ein Fremdlingl
Und an der Schwelte
Empfing mich der GeniuS/
Lächelte Heiter /
Trug mich auf wechselnden
Liebosarmcn /

Dein Fliehen der Nach?
Ihrer Liebe Macht/
Dein Frühlingsdrang
-Liebes - Ueberschwang.

Aus goldnem Bronn
Helllichte Sonn/
Führst mich zurück
Zu ihrem Blick.
Dein stätcr Gan-
Des Herzens Drang/
Deine Gluth und Kraft
Liebesleidenschaft.
Dein Morgengru-
Bräutlicher Kuß,

Dei re Mannerkraft tauschen
In jung sräuli her Unschuld SchooL;
Doch nirgend rastet siel
Und jener wandelt
Unstat/ stets bleicher vor Gram:
Nur die Sterne
Iu helljauchzender Anmuttz
Spielen ihm leise
Lust in die Seele/
Lindern ein Weilchen
In seinem Herzen
Mit sremdem Ergötze»
Die Wehmuth.

Licht der Welt.
Dein heiter Licht
Ihr Angesicht.
Deiner Strahlen Gewalt
Ihre junge Gestalt/
Dein lauterer Schein
Ihre Seele rein.
Dein nimmer Nuhn
Ihr segnend Thun -
Dein seliger Trieb
Ihre Huld und Lieb.

Zeitung für Einsiedler

Scherzendes Gemisch von der Nachah-
mung Les Heiligen.

Trotziger Mannheit voll,
Dulde das Duldbare/
rkiverrückt mir dem Blicke
Inntrünüiger And rcbt/
Nach deiner Schönheit/
Natur/ unentweihbare Göttin 1
Christian

Der arme Philosoph thut mir leid/ rief'der Herz*
Bruder/ darin bist du viel unmenschlicher als ich / ihn so
zwischen Thür und Angel stecken zu iahen. - Gut/ daß
du mich daran erinnerst/ da greif ich in die Tasche B/
die enthält alle Necepte zur Heilung der Der-weifclten /
steh h,cr das philosophische:

Mittel gegen das Kreutzweh.
Diel Knaben und Mädchen im Laufe hinauf
Am Berge wie Lerchen/
Sie singen: Nun ringelt den Rosenkranz
Auf Mayen/ un Reihen / im Morgeliglanz.
Die Mädchen bringen viel Rosen im Schoos
Zum Binden und Winden/
Sie binden und winden den Rosenglanz/
Zusammen sie stecken mir Dornen den Kranz.
Die Knaben bezwingen die Mauen nur Schrcon
Sie brechen und flechten /
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