Zeitung für Einsiedler — Heidelberg, 1808

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So nahm er das blutige Haupt, warf eS hinaus in den Sund,
Schleudert dm Leib darnach, beydes einigt Meeres Grund.
Herr Grimmer und Herr Gernot, die zogen das Schifflein
vom Land,
Zornig war ihnen das Wetter, und mächtig des Meeres Fluth
Zornig war ihnen das Wetter und mächtig de- Meeres Fluth
Entzwey ging in des Held Hagen Hand, das eiserne Ruder gut.
Entzwey ging das eiserne Ruder stark in des Held Hagen
* Hand:
Mit zwey vergoldeten Schilden steuerten stch die Herrn zu Land.
Da sie nun kommen zu Lande, da zogen ste ihr Schwert,
Da stand so stolz eine Jungfrau, die sah sie auf ihrer Fahrt.
Sie war schmal in der Mitte, von Art war sie lang,
Kurz war sie am Leibe, sie übt einen jungfräulichen Gang.
Sie gehen zu der Nordburg hin, und kommen vor die Thür:
Wo ist nun der Pörtner, der warten sollte hier?
„Hier da ist der Pörtner, er liegt zum Vogt und Schirm,
Wüßr ich woher ihr kommen wär't, eur Botrschaft rrag ich gern,"
Hierher sind wir kommen wohl zu dem runden Land,
Frau Griemhild ist unsere Schwester, das sey in Wahrheit dir
bekannt. "
Hinein kam der Pörrner, stellt vor die Tafel sich hin
Er war klug im Sprechen, könnt fugen seiner Worte Sinn.
Er war klug im Sprechen, könnt fügen viel gut seine Wort?
Da halten zwey so edle Mann außen vor der Port.
Da halten zwey so edle Mann außen vor der Port,
Der eine führt eine Fiedel, der ander einen vergoldeten Helm.
Er führet nicht die Fiedel irgend für leeren Lohn,
Von wannen die sind kommen, die sind zwey Herzogen Sohn.
Das war die stolze Frau Griemhild in Tuch wickelt ihr Haupt
sie ein,
So geht sie nach dem Burghof, sie läd't ihre Brüder ein.
Wollt ihr gehen in die Stube, und trinken Meth und Wein,
Ein Seidenbett, wenu ihr wollt schlafen und zwey Jungfrauen
4 mein.
Das war die stolze Frau Griemhild, wickelt in Luch ihr
Haupt ein,
So geht sie in die Steinstube vor all ihren Mannen ein.
Hier sitzet iHv all' meine Mann, trinkt beydes Meth und
Wein, '
Wer will bestehn Held Hagen, allerliebsten Bruder mein?
Wer diesen Preis will erwerben, schlag Held Hagen zu todtr
Er sott herrschen in meinen Burgen, und gewinnen mein Gold
roth.
Drauf antwortet ein Kampfer ein Vogt wohl über das Land:
Den Preis will ich vereinen gewißlich mit deiner freyen Hand.
Den Preiß Witt ich erwerben, ich schlag Held Hagenau todt,
So will ich herrschen über deine Burgen und über dein Gold so
roth.
Da antwortete Volker Spielemann mit der starken Eisenstange:
Ich werde dich schon finden, eh du kannst zu mir gelangen.

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Er schlug wohl auf dm "sten Schlag, fünfzehn Kämpfer
> da lagen, *
Hei! Hei! Volker Spielemann / wie rührst du den Fiedelbogen«
Also schlug er die Kämpfer, ,e"ie Brücke davon er macht,
Und die war beydes breit und lang/ 6ar groß Unruhe sie bracht.
Zu oben waren die Häute, zu nieden die Erbsen klein,
Da mußt allererst zur Erden Held Hagen fallen hin.
Und da der Held Hagen wollt wiederum aufstehn:
Halt nun dein Wort lieber Bruder, du weißt wie die Sachen gehn.
Halt nun allerliebster Bruder mein, du hältst deine Treue so
sehr,
Das erste du mögest zur Erde fallen, du wollft aufstehn nimmm
mehr.
So getröstet ward Held Hagen, er wollt nicht brechen sein
Wort,
Er stand auf beyden Knieen, da er empfing die Todeswund.

Mimmering Tand.*)
Aus dem Dänischen von Wilhelm Grimm»

Mimmering war der kleinste Mann,
Der gebobren ward in Konigsland.
Und eh' er ward zur Welt gebracht,
Da wareu die Kleider ihm schor: gemacht.
Und eh' er fing zu gehen an,
Da zog er schon den Panzer an.
Und eh' er anfing zu reiten,
Band er das Schwerdt an die Seiten.
Zum ersten, da er könnt tragen sein Schwerdt,
Da war er auch ein Kämpfer werth.
So ging er aus zum Strande;
Ein Kaufmann lag am Lande.
Er sah vom Berg in die Weite,
Wo ein Ritter mochte reiten.
Da kam er geritten so schnell daher.
Wie ein Löwe sein Roß so muthig war.
„ Hör du Ritter zart und fein,
Brauchst wohl ein Knabenschild so klein?^
Und da du bist so rung und zart,
Trägst nicht meinen Panzer schwerer Art?
Mimmering erzürnt bey dieser Red,
Er wirft den Ritter herab vom Pferd.
Und dringet weiter auf ihn ein,
Er schlug sein Hauvr gegen einen Stein.
So setzt er sich auf zu reiten;
Mit andern Kämpfern will er streiten.
Da kam er in einen viel grünen Wald,
Wittich Wielands Sohn begegnet ihm alsobald.
O halt hier an du Ritter gut:
Hast du zu kämpfen für 'ne Jungfrau Murh?
Dazn sprach Wittich Wielands Sohn:
Ich werf dich nieder, bin ich ein Mann.
Sie kämpften einen Lag, sie kämpften zwey,
Keiner von ihnen mocht Sieger seyn.
Da wollten sie Brüder seyn und sich hold,
Bis zum jüngsten Tag das währen sollt.
Wie immer war diese Zeit so lang,
Könnt nicht dauern brs der Abend kam.***)

*) Mimmering ist eine Allegorie auf einen jungen Krastlmg/
welcher seinen Gegner hier an einem der Männer Wre -
findet, die Gott für Zeitun ssckw iber und biedere Herew
meister zum Zitirtwerden erschaffen hat
**) Männer Wie sind Männ e wre s. w.
***) Miyunering Tand fand endlich seinen Tod in der neuesten
Jenaiichen Schlacht gegen die Klü.gdinger.
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