Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 25.1909-1910

Page: 263
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kfa1909_1910/0287
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
und das bat den Entschluß der Venezianer beein-
die Ausstellung »Das Verfahren der druckgra- fluß d -b „ ß .f „ funden nat. Das finan.

nnicphpn K nncfpr Hia im Stnilifncaa P nnfprophrannf 7 ... ° - .

S VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN

§ H

(i prächtigen Reiniger-Sammlung in Aussicht ge- rischer Fortschritt ist an seinem großen Interieur- ß

»\ nommen. Damit wird die Galerie ein geschlossenes stück eines Bildhauerateliers zu konstatieren. — i\

(i Reiniger-Kabinett ausstatten können. Auch die große, zirka 130 Bilder und Studien um- \i

^ fassende Kollektivausstellung Hermann Pleuers K)

\A CTUTTGART. Mit großem Interesse hat man in bei Presset & Kusch ist hervorzuheben. Sie W

/) ^ den Kreisen von Künstlern und Kunstfreunden bringt charakteristische Werke aus allen Entwick- /)

n| der Neueröffnung der Ausstellungsräume unseres lungsperioden dieses großen Koloristen und darunter M

(i Kupferstichkabinetts entgegengesehen, die unter auch eine Anzahl solcher, die der Oeffentlichkeit bis 0.

►v Leitung des neuen Vorstandes, Dr. Erich Will- jetzt nicht bekannt geworden sind. Insbesondere jene

Ü rich, eine bedeutende Umwandlung erfahren haben. seltsamen Werke aus den Anfangsjahren Pleuers,

K\ Und diese Erwartungen sind nicht enttäuscht wor- da er sich noch ganz als Bohemien fühlte, von heißem K\

\a den; so wie die Räume sich heute präsentieren, Blut durchpulste Liebesszenen, eine Skizze zu seinem U

/) haben sie an Farbenstimmung sowohl als in Raum- >Amen< u. dergl. m., sowie verschiedene meisterhafte /)

kl Verteilung bedeutend gewonnen, ja Kenner der Ver- Bildnisse lassen die Vielseitigkeit des »Eisenbahn- V(

f) hältnisse behaupten, daß das Stuttgarter Kupfer- malersc Pleuer gar wohl erkennen. h. t. r)

S Stichkabinett heute unter allen deutschen Instituten \7ENEDIG. Auch in diesem Jahre soll Venedig, «

» d.eserArt das angenehmste und behaglichste se,. V nach einem überraschenden Entschluß der Stadt- Ö

ö Entsprechend dem Programm das in Vierteljahr- Verwaltung, eine internationale Kunstausstellung be- »

(, Lehern Wechsel größere Ausstellungen von.Original- herb f nachdem die vorige erst im November ö

p werken der graphischen Künste vorsieht, ist als geschlSssen worden ist. Bisher hatte man die 9. In- (>

N Ausstellungsfolge geplant: Die graphische Kunst fernationale erst im Sommer ,91, stattfinden ,assen H

ü u"serer Zelt: ?ln HBeS'nn mach,e" SWttgarter D()ch fürchtete man jetzt das zusammen- «

« K.uns'ler uDnd s°lche'. die unse/er S,ad'nahe st.ehen- fallen mitderGroßenrömischenjubiläumsausstellung,

(> Für die Besucher ist ein kurzer Fuhrer durch . . . - . . ~ .J . . .6>

k phischen Künste«, die im Studiensaale untergebracht e d£r -ahrf Aussteiiung hat über- M

V4 ersch'enen, und auch ein sehr hübsch illu- aus befrfedj Die Verkaufssumme betrul nach der 8

K s nerter Katalog über die schon oben erwähnte Aus- ,Kunstchro£k, am Schlüsse über 540000 Lire, wo- N

, Stellung »Die graphische Kunst unserer Zeit«, die ^ nachträgliche Verkäufe weitere 100000 f>

i\ vom Januar bis Marz dauert, aussegeben. Die zwei , „ „ '°. , _ ,___. ____.„

*.) „ . ? . .„ j ' . . 6 ,& , , . kamen. Das Resultat ist umso bemerkenswerter,

('. Kata o?e tragen pewili dazu bei. das Interesse des . .. . ....... ~ . ._„...'

(i Kataloge tragen gewiß dazu bei, das Interesse des ' h Hä|f d Gemälde unverkäuflich \\

Publikums den graphischen Künsten zuzuwenden. als dlf, be.ss.e[e ha!tte ader k m-!k^ S ' . >\

() r.__• . AA rj.°. \ . ___. r-v^^„ war. Nach Abzug der Ausgaben blieben 90000 Lire /)

\i Den zirka 44 Zeichnungen des verstorbenen Otto ^ „• ,r i_ j- tu n • u U

g Re.n.ger ist ein besonderes Kabinett gewidmet und pe,w,nn- Die Veranstaltung dieses Jahres soll sich \<

Q mankannohneweiteresbehaupten,daßdieseReiniger- fast nur durch Werke eingeladener Kunstler füllen, A

W Kollektion die Sensation dieser Ausstellung bildet. 'W^IEN. Die Ausstellung des Aquarellisten-Klubs p

Es ist zum ersten Male, daß Zeichnungen von Rei- *^ im Künstlerhause sieht man sich auch heuer \[

A niger an die Oeffentlichkeit gelangen, nur die in- mit dem Vergnügen an, das eine saubere Arbeit A

timeren Bekannten wußten, welche herrlichen Schätze und der Eindruck freundlichen Gelingens bereiten. W

(i dieser Art das Atelier des Künstlers barg. Wie mäch- Doch gerät man in Verlegenheit, will man ausführlich (i

r) tig groß ist doch alles das angeschaut, welch ein davon sprechen, es sei denn, daß die geringfügigen K)

U Gefühl, welch eine Empfindung in diesen Linien, Zufallsschwankungen in der Leistung einzelner G

p in denen das Wesentliche, der Charakter einer Land- Künstler vermerkt werden sollen. Auf der Höhe p

M schaff, die Struktur eines Geländes, die Formation ihres wohl gefestigten Rufes halten sich Darnaut, Sj

h eines Wolkenhimmels, das Spiel wild daherrauschen- Russ, Ferdinand Brunner,Zetsche, Ameseder, A

y\ der Wellen mit solch erstaunlicher Sicherheit und Tomec, Wilt, Suppantschitsch, um einige unter N

ti Größe festgehalten ist! Und diese große kompositio- den Einheimischen zu nennen, die ihr gewohntes Ü

k nelle Anlage und Auffassung auch auf dem kleinsten Gebiet wieder aufgesucht haben. Pippich bringt K\

M dieser Blätter! —In dem zweiten Nebenkabinett sind diesmal Studien von einer Nordlandsreise, Konopa \M

die bekannten schlichten, in ihrer Ehrlichkeit so sym- hält ein Stück des schwindenden Alt-Wien fest, ft

M pathisch anmutenden Bildniszeichnungen von L. v. dessen sich auch Ernst Graner annimmt. Oswald M

Kalchreuth^; meisterhafte Soldatenstudien von Rob. Grill hat sich den Vorwurf für ein Temperabild in

X H aug und einige Blätter von Friedrich Keller verei- seinem behutsam konturierenden Stil von den Donau- ^

(i nigt, während im Hauptsaal C. Grethe, A. Käppis, ufern geholt, Mini Gause ebendort die >Alte Postc, k

K) Chr.Landenberger,B. Pankok, A.Faure, A. Ecke- die jetzt von der Uferbahn verdrängt worden ist,

\A ner, K. Göll, F. Hollenberg, J. Kerschen- traulich geschildert. Ein in der Beobachtung und {*

p steiner, Leo Bauer, Fr. Lang, Schmoll von Eisen- durch die meisterliche Technik ausgezeichnetes p

^ werth, A. Burkhardt und viele andere mehr mit Pastell ist Zoffs >Morgensonne in einem Kanal ff

A trefflichen Arbeiten aller Art vertreten sind. — An von Venedig«. Es sind durchwegs Landschafter ge- A

\ sonstigen Stuttgarter künstlerischen Ereignissen ist nannt worden, einige von den vielen; daneben er- »\

(i die große, von Amandus Faure im Kunstverein scheinen die Porträts, so tüchtig sie sind, recht be- (i

V) ausgestellte Kollektion zu erwähnen. Faure, der Maler langlos, und auch das Figurale fällt wenig ins Gewicht, K)

\i der fahrenden Leute und des rötlich schimmernden wenn man absieht von den Kompositionsentwürfen M

/) Fackelscheines, ist in die Höllen der Menschheit, in Epsteins, den Tierstudien WESEMANNSund den über- p

M die Höfe der Zucht- und Irrenhäuser hinabgestiegen, raschend großzügigen Aktzeichnungen Sterrers. M

(i er ist hinausgegangen in das Quartier Mouffelard zu Pontini als Radierer ist bekannt, Windhager führt A

i\ Paris und führt uns nun das Leben dieser Aermsten sich als solcher mit einem > Babylonischen Turme ein, >\

ü und Elenden in einer Reihe grausiger Szenen vor, der in seinem Aufbau die Architekturgeschichte origi- 0<

^ die in ihrer Trostlosigkeit an die Bilder aus Dosto- nell veranschaulicht. Zu den ständigen Gästen gehören ^

M jewskis >Totenhaus< erinnern. Ein schöner male- Hans von Bartels (München), bewundernswert

263
loading ...