Zeitschrift des Badischen Kunstgewerbevereins zu Karlsruhe — 2.1886

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21rabifdj=italtfd)er Seibenftoff beä 14. ScifyrljunbertS.

t>ei unterhöhlte man baS §ols beim Sredjfetn
unb fc^nitt auS bem ftetjenbteibenben büttnen
Staube berfdjiebenartige SBlattreitjen auS.

©otdje SBlattlränje finb an bem ©tfen-
beinpotafe meljrfad) nuggefüljrt. ©eljr beliebt
finb audj aufgereihte Suopfdjeit unb allerlei
SRufterung, bie mit einfachen S'erbfdmttten b^er-
geftettt Wirb. 3m ganjen ift bie Häufung bon
.§ot)trel)teu unb 9htnbftäben ätjnttctj mie bei
bem $hmpotai auS Sßilfter. Nebenbei fei be-
mertt, bafj in einer ber flehten pfeifen am
oberen Sranbe beS ©efcißeS eine Öffnung ift,
ftetdje burdj bie Sßanbung gefjt. Ser unein-
gemeifjte Printer mürbe baburd) jum ©rgöjjen
feiner ©eiioffen befprijjt.

SBatjrfdjeintid) früheren UrfprungS als ber
5ßofat ber ©üljer ift ber ©crjafferftab ber
©djtof fer (gig. 4). ßeiber feljtt bie SSefrünung,
loelctje btetteidjt ein SnnuugSabjeidjeu gewefen ift.
SDiit einem foldjen ©tabe gab ber künftige SSor?
fijjenbe burd) Stufftofjen auf ben Sifd) baS
.Qeidjen für Stnfünbigungen. SScgen biefeS
fräftigen ©ebraudjS finb batjcr bie brei §of)t-
fronen, mctdjc bcrfdjiebenfarbig, rot, grün unb
Weiß, angeftridjen finb, berber ausgeführt unb
bie Sugel jeigt bie bo((e Sftaffe.

•Jitdjt wefenttid) anberS in ben SDbttbcn
al§ bie auS früheren iyaljrlJHuberten gegebenen
arbeiten ift baS unter gig. 3 mit mehreren
Details gegebene ©pinurab. SaSfetbe ttmrbe
im Saljre 1820 bon ätfeifter Söobe gebred)fett.
Sie großen Jgotdhtgetn finb (jier in (Sbcntjofj
eingefejjt; ebenfo erfreuten alte anberen ouf-
gehefteten ©djmucfteite fdjwarj auf weif?. Ser
SReifter Tjat an bem ©pinnrobe uod) ein mci-
tereS Sunftftüd auSgefüfjrt, inbem er an ben
§ot)Ifel)fen lofe Ütiuge auSfparte, weldjc bei
tangfamer ®re^uitg beS 9iabeS ein angenehmes
©eräufdj berurfadjcn. SaS 9iab felbft ift
reid) mit 3«wfpifeen gegiert. Überhaupt jeigett
alle Seife eine fo tebenbige ©lieberung, baß
man in bem Sttnftwerf mefjr ein bloßeS
©djauftüd als einen ©ebraudjSgegenftanb 311
fetjen fjat.

3um ©djluß meifen mir nod) auf ben
Surin ciucS ©djadjfpteteS fjin, mclcfjcn ber
SredjSler ©erbau im Saljre 1843 Verfertigte.
Siefcr alte SKciftcr mar e§ and), ber uuS auf
einjclne tedmifdje ©djmierigfeiten unb auf bie
^(nforberungen bei ber 9,Ueifterprüfiing auf»
merffam ntadjte.

21rabtfcfy=italifcfyer 3ei6enftoff bes \<\. 3afafyun6erts.

Von lltaj I}eiocit.
(Sielte bie JEafcI.)

Ser auf unferer Safet in Originalgröße
miebergegebeue ©eibenftoff, auS beut S3efij)e beS
§erru Söilbtjaner SrautI) in grauffurt a. SR.,
getjört nadj Sxdjnif unb ben barin enthaltenen
orientalifdjen 9Jcotiöen jn ber ©ruppe öon
Stoffen, meldje man furjmeg als „arabtfd)-
italifd}" gu bejeidnien pflegt — um für bie
in Stauen mit nadjftingenben ©lementen beS
Orients gewebten Söhtfter einen generellen 9Jamen
jtt Ijaben. Ser ©ruub biefeS ©emebeS ift meifs
in S(tlaS=, baS SRufter, rot unb grün, in iofer
Söperbinbung. Seit gabrifationSort fidjer ju
beftimmen, bürfte laum möglid) fein; Dr. SBoct
nimmt als fofdjen Palermo an. SBenn man,
mie neuere S-orfdjuugcn ergeben Imbeu follen,

bie 5ßrobemenj eines ©toffeS nad) feiner SSebe-
laute feftftellcn tonnte, fo müßte ber norliegenbc
©toff auS beut Orient ftamiucn; beim bie Saute
ift einfarbig unb Ijctlblaii. Sem miberfpridjt
aber bie ganjc ?lnorbnung unb 33ef;anblung beS
JJhtfterS.

Sie 9ßalmetten, meldjc bie gefdjmuugenen
blattortigen, mit Keinen ©djnecfenliuien befejjten
3{anfen üerbinbcu, erfdjeinen 3ir>ar nod) rein
orientalifd); aber baS ift aud) mol)t baS einjige
SJcoment, meldjeS für ben Orient fpredjen bürfte.
?ltleS anbere wirb mau otjne meitereS für falfd)
öerftanbeue 3ormen beS Orients anfetjen: fo
fetten 5. So. uuterlmlb ber ^almetten bie feinen
91rabeSfeurauten ganj unmbtibtrt an unb alte
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