Vereinigung zur Erhaltung Deutscher Burgen [Editor]
Der Burgwart: Mitteilungsbl. d. Deutschen Burgenvereinigung e.V. zum Schutze Historischer Wehrbauten, Schlösser und Wohnbauten — 2.1900-1901

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errren benachdarten Rirchthurm stecs eine maßige ?Lusholzung lohnen. Die letztere kann auch umgekehrc
stattfinden, um Ln der Umgebung des Grtes Ausblick auf diesen und die Burg zu schaffen.

Gchließlich spielt noch das Wasser sowohl in der Landschaft als bei den Gartenanlagen eine
große Rolle. Auch bei diesem soll man der ^lamr nur nachhelfen, sie nicht knebeln. So wird z. B.
mit der künstlichen Anlage von Teichen oft ein Fehlgriff gechan, weil die Gestalt des Gelandes damit
in Widerspruch steht. Umgekebrt kann das Trockenlegen des Vurggrabens störend wirken. Bezüglich
Lascaden und Gpringbrunnen Lst ahnliches zu beobachten. Mbgleich letztere uralt und im Mittelalter
auch in Deutschland Ln Stadten vorkamen, so waren sie doch auf dem Lande Ln abgelegenen Burgen
eine Geltenl-eit, weshalb ihre Anlage besser unterbleibt. Dagegen kann im Ziergartchen immerhin ein
„spielendes Wasser" seinen Platz finden oder behalten; ebenso gehört ein laufender Brunnen in den
Burghof.

Daß bei fiießendem Wasser Vrücken in der ^rähe der Burg keine gußeisernen oder vergoldeten
Gelander haben dürfen, brauchen wir wohl nicht zu sagen; Gtein und ^olz, dieses auch wohl mit
Rinde, sind hier am Platze.

Man vermeide eben alles Gekünstelte und Exotische Ln den Burggarten, mit einem Worte: das
Moderne auf Rosten des Alten. Wie in den ^ormen der Bauten, soll auch in der gartnerischen Um-
gebung der Vurgen das Einfache und ^atürliche vorherrschen. R. v. Bibea.

Gefährdet.

Dankwarderode.

Braunfchweigische Zeitungen klagen darüber, daß die
Besichtigung des Burginneren dem publicum erschwert
wird, indem siets erft die Erlaubniß des Hofmarschall-
amtes eingeholt werden müjse, das aber nicht immer vom
publicum zu erreichen sei. Ieyt, nachdem der Ausbau
des Inneren vollendet, liege eigentlich kein Grund mehr
vor, die Besichtigung unter Aufsicht des Lastellans ohne
weiteres nicht zu gestatten.

Schönrain in Franken.

Die Ruine Schönrain am Main ist durch Anlage
einer neuen Haltestelle der Strecke Frankfurt — würz-
burg für Touristen und andere Besucher bedeutend be-
quemer zugänglich geworden. Da ihre ragenden Drümmer
schon manchen in der Bahn Dorüberfahrenden angelockt
haben werden und ein vermehrter Besuch in Aussicht
steht, dürfte es angebracht sein, darauf hinzuweisen, daß
die Burg sich in einem bedenklichen Zustande des Verfalls
besindet. Sie war noch in der Mitte des lS. Iahrhun-
derts bewohnt, seitdem lediglich durch Vernachlässigung
zur Ruine geworden. Vkamentlich wünschenswerth wären
Arbeiten zur Erhaltung der Thurmstiege und zur sicheren

Abdachung des Thurmes, damit derselbe der Aussichr dienft-
bar gemacht werden kann, wozu seine Lage vsrzüglich
geeignet ist.

Wiederherstellungen.

Altenburg b. Bamberg.

Die Ausbaupläne des Architekten Häberle haben nun
die Genehmigung der kgl. Regierung gefunden, nachdem
dieselben vom Generalconservarorium eine durchaus
günstige Beurtheilung erfahren haben. Es heißt in dem
Gutachten, daß diese Entwürfe auf das Entstehen eines
äußerlich großzügigen und malerisch gruppirten Bau-
werkes schließen lajsen, das sich, von der Ferne besehen,
in nicht zu kleine Bautheile auflöst. Und am Schlujse
wird gesagt: wenn auch die Innenausstattung, wie in
den Entwürfen angegeben, zur Ausführung kommt, ist
eine sehr peinliche und originelle Ausstattung zu erhoffen
und wäre bierzu, wie auch zum ganzen Bauwerke, dann
dem Dereine für ein glückliches Gelingen zu gratuliren.
— Der Bauausschuß hat nun in Bezug auf einzelne
Details seine Entscheidungen zu treffen und im kommenden
Frühjahr wird mit dem Bau begonnen werden.
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