Vereinigung zur Erhaltung Deutscher Burgen [Editor]
Der Burgwart: Mitteilungsbl. d. Deutschen Burgenvereinigung e.V. zum Schutze Historischer Wehrbauten, Schlösser und Wohnbauten — 2.1900-1901

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II. Iahrgang

Nr. 12

im Iuni 1901.

Der Burgwart erscheint monatlich einmal. — Benrgsxreis: 5 Mark jährlich.

Mitglieder der Vereinigung zur Erhaltung deutscher Burgen erhalten den Burgwart unentgeltlich frei ins Haus.

Die Vereinigung zur Erhalmng deutscher Burgen.

m März 1899 rraceu auf Aureguug des leider attzu früh verstorbeueu ^ofmarschallö Frei-
herru vou Buddenbrock und des Architekteu Bodo Ebhardt eiue Anzahl Herren, die, für
Baukunst uud Rriegswesen des Mittelalters begeistert, mit Bedauern deu 19erfall uuserer
deucscheu Burgen und die geriuge Theilnahme, welche diese romautischen Denkmale unserer
Vergangenheit fanden, wahrgenommen hatten, zusannnen, um gemeinsam dahin zu wirken,
daß auch dem Burgenbau und seinen Gchöpfungen die verdience Aufmerksamkeit und der so nothwendige
Gchutz zu Theil werde. G. der ^erzog Ernst Günther zu Schleswig-Holstein hatte die Gnade, das
H)rotectorat über die neugebildete Dereinigung zu übernehmen.

Bereits inr Mai deffelben Iahres zahlte die vereinigung, dank der lebhaften Werbethatigkeit
des Arbeits-Ausschusses, der aus den ^erren Hofmarschall Freiherrn von Buddenbrock, Geheimen Mber-
Regierungsrach von Bremen, Architekten Bodo Ebhardt, Bankherrn Rarl von der Heydt und Re-
gierungsrath Platz bestand, 99 Mitglieder, und konnce es uncernehmen, ein eigenes Grgan zur ver-
crecung ihrer Bestrebungcn zu schaffen, den „Burgwart", dessen -Leitung der Schriftsteller L. Rrollmann
übernahm.

I,n Gommer 1999 erfolgte auch die Eintragung der Vereinigung, in das Vereinsregister, wo-
durch ihr die Rechte einer juristischen slerson verliehen wurden. Damit verbunden war die Umwand-
lung des „Arbeicsausschusses" in den „Vorstand", dessen Vorsitz nach dem Hinscheiden des ^ofmarschalls
von Buddenbrock der Geheime Gberregierungsrach von 23remen übernahm. Als 2. vorsitzender trac
Or. Gchröder-H)oggelow hinzu, wahrend die übrigen Aemcer in bisheriger Weise besetzt blieben.

^loch Ln demselben Sommer uncernahm cs die Vereinigung, ihre Bestrebungen practisch zu
bethatigen durch den Ankauf der Marksburg bei Braubach. Diese herrlich gelegene Burg, deren
einzelne Theile vortrefflich erhalten sind und Lhren Lharakter als mittelalterliche Wohn- und Befestigungs-
bauten im Allgemeinen wohl bewahrt haben, war durch lange Dernachlassigung und Verwendung als
Strafanstalt in einen unwürdigen Zustand gerathen und drohte ganzlich zu verfallen. Daher erwarb
sie die vereinigung, um dem Derfalle der stolzen Veste Einhalt zu thun, entstellce oder verlorengegangene
Theile wiederherzustellen.
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