Vereinigung zur Erhaltung Deutscher Burgen [Editor]
Der Burgwart: Mitteilungsbl. d. Deutschen Burgenvereinigung e.V. zum Schutze Historischer Wehrbauten, Schlösser und Wohnbauten — 2.1900-1901

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baureii veränderce und durch ueue Bauten vergrößerte Hauserdreieck der Pleißeiiburg als Raserne.
vor deur auf Abbilduug 5 ersichtlichen reichdecorirten Portal des die Mitte beherrschenden Gebäudes
war Ln deu letzten Iahreu der nunmehr abgebrochenen Lestung ein im l 870/71 er Leldzug erobertes
französisches Geschütz aufgestellr.

In stolzer pracht steigc zur Zeit auf dem Terrain der ^leißenburg das neue Rachhaus der
Gtadt Eeipzig empor. Seinen Mittelpunkt bildet der bis ungefähr zur Hälfte abgebrochene und aufs
Imposanceste neuzubekrönende alte Thurm, das Wahrzeichen der Mecropole an der Pleiße. ?. v.

Rochlitz.


DLe interessanten Schnitte und der Grundriß des
Gchlofses zu Rochlitz sind nach Zeichnungen aus den Be-
ständen des königl. sächsischen Landbauamtes zu Lhemnitz
von Bodo Ebhardt für defsen umfafsende Bearbeimng
deucscher Burgen angefertigt und uns gütigst zur Ver-
fügung gestellt. Diese Aufnahmen des -Landbauamces
dürfcen den dreißiger Iahren des neunzehncen Iahrhunderts
entstammen. Ivenn Rochlitz, wie angenommen wird, mit
dem bei Thietmar erwähncen Rochlenzi identisch ist, bestand
es schon als Burgwarce gegen die Slaven Lm Iahre 1009.
^lach den Lhronisten wurde sie 1010 in Brand gesteckt. Gb
von diesem älresten Bau sich noch Reste werden nachweisen
lafsen, erscheinc sehr zweifelhaft. Die ältesten vorhan-
denen Theile sind merkwürdiger Weise nicht aus Roch-
Abb. 6. Rochlltz. Schnitt von 8O. litzer Gtein, sondern aus Gchiefergesteitt der Umgegend.

Das Schloß bestand früher aus zwei Theilen, die durch
eine Brücke mit einander verbunden sind, dem Unter- und dem Mberschlofse. Das erstere, einft mic
der noch erhalrenen Gt. Petri-Rirche verbunden, wurde 1655 zerstört uud 1717 wegen Baufälligkeit
größcentheils abgecragen. Das östliche Thorhaus, um 1571 erbaut, dürfre ein Werk des Meisters

Arnold von Westfalen sein, der __^__

um diese Zeit mehrfach in der
Rochlitzer Gegend thätig war.

Das Wahrzeichen der Burg sind
die beiden ftattlichen weftlichen
Thürme, die mit ihren spitzen
Dächern dem Gesammtbilde einen
ungemein charakteristischen Zug
geben. Gie werden die Rochlitzer
Iupen genaltnc und dienten nach
den Lhroniken als gefürchcete
Gefängnifse. Die alte Burg-
kapelle, die im Grundriß und
Schnitt (Abb. 6 u. 7) ersichtlich
ist, sowie die gochischen Bogen
und Gewölbe des Thorbalies und^
der hölzerne Wehrgang u. s. w.

Abb. 7. Rochlitz. Grundrrß.

bilden werthvolle Reste mittelalcerlicher Baukunst. Ursprünglich Mittelpunkc der Grafschaft Rochlitz, kamen
2Zurg und Gtadt 115Z als erbliches Lehen an das ^aus Wettin, in defsen Geschichce fie eine große
Rolle spielcen. Auch von Rochlitz haben wir eine Federzeichnung des steißigen Meisters Dilich, deren
Lacsimile dem 15. Heft der Bau- und Runstdenkmäler des Rönigreichs Sachsen beigegeben ist.
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