Vereinigung zur Erhaltung Deutscher Burgen [Editor]
Der Burgwart: Mitteilungsbl. d. Deutschen Burgenvereinigung e.V. zum Schutze Historischer Wehrbauten, Schlösser und Wohnbauten — 2.1900-1901

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Ruine Gonnenberg.

er Besucher der Rurstadt Wiesbaden, der die reizvolle Umgebuitg jeuer langer zu
geniesten Gelegenheic hat, wird gewist mic Vorliebe auf zwei schöne punkce zurück-
kommen, auf dcn Vleroberg und Burg Gonnenberg, welch leytere uns hier besonders
jnceressirc. Die prachtigen Ruranlagen durchwandernd, an der Heilanstalt Dietenmühle
vorbei, den sich durch die WLesen des Dhales schlangelnden Rambach enclang, gelangen
wir in ecwa zwanzig Minucen nach dem ca. 2500 Einwohner zahlenden Grte Gonnenberg, der idyllisch
im Hintergrunde des Thales odcr eigentlich an einer Thalsperre sich ausbreicet. DLese Thalsperre wird
verursacht durch eine von Gsten her vorspringende, zum Rambache schroff und steil nach drei Geiten
abstürzende Fclsennase, der gegenüber sich ebenfalls ziemlich steil eine andere »Zöhe erhebt. Durch die
Enge hindurch und um die Bergnase herum winden sich das Dorf und der Bach nach dem oberhalb
wieder breicer werdenden Thale, — eine an sich gefahrliche Lage, was Sonnenberg bei Wolkenbrüchen

nach innen offene
Burgthorbau Lst
verhaltnißmastig
gut erhalten; ob er
die alleinige oder,
wie wahrscheinlich,
nur eine sogenannce
innere Pforte war,
ist vorlaufig nicht
fcstzustellen. DLean-
gebrachce Balken-
thüre ersetzt einenr
phantasiereichen
Gemüth einiger-
maßen das alte Lall-
gatter; die Falzen,
Ln denen dieses be-
wegt wurde, sind
noch sichtbar. Beim
Eincritte bemerken
wir links, nahe beim
Thore, einen
machtigen vier-
eckigen, gezinnten
Eckthurm, die süd-
östliche Gchlustbe-
festigung der Stadt-

mauer, die hier an die Burgmauer anstiest. An diesen Thurm schlost sich die ehemalige Gchlostkapelle
an, von deren Existenz nur noch Ansatze von Gtrebepfeilern zeugen. Rechts vom Thore, an der Ostseite,
erhob sich die austere Burgmauer, bis zum Hange gen V7orden hinziehend, in entsprechender Höhe und
DLcke, Ln ihrer Forcsetzung nach oben zugleich die Gstwand eines Gebaudes in der unceren Burg (des
ipalas, s. u.) bildend'*).

Die Zweitheilung der Burg in eine uncere und obere wird schon zu Anfang des fünfzehncen
Iahrhundercs erwahnt, hat also jedenfalls sehr frühe bestanden. DLe uncere Burg hacce zwei Zwinger.
Der Weg durchs Burgthor, der heutige ELngangsweg, wurde links südlich durch die Lnzwischen ein-
gegangene Mauer, die hier die Burg gegen die Stadt abschloß, begleitet. Diese Mauer scheint nicht hoch
gewesen zu sein und hacce vielleicht eine ^)oterne d. Aed.) nach der Gtadcseite, da, wo die heutige Abstieg-

*) Die Manerreste der Bnrg und die 5tadtthürme sind anf dem Plänchen schwarz dargestellt, dic Ltadtmauer schrafsirt

mehrfach erfahren
hac. Auf dem 72or-
sprunge ragen nun
die Trümmer der
alcen Burg empor,
die der^liederlasstmg
den Narnen gegeben
hac.

Der Tveg zur
Burg führc durchs
Dorf die Burgstraste
aufwarcs — wobei
wir die alte Stadt-
und in ihrer Lort-
setzung die Burg-
mauer zur LLnken
bebalcen — zur
TehnederBergnase.
v>on HLer gelangen
wir dann zurn Ein-
gange der Burg, zur
Brücke, die ver-
schwunden, über den
ehemaligen Graben
(Hals), der grosten-
theils ausgefüllt ist.
Der stumpfbedachte,

Abb. t- Sonnenberg, plan von Burg und Stadt.
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