Deutscher Wille: des Kunstwarts — 31,1.1917

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Bildkarten des Kunstwarts

Ein neues Kunstwart-Nnternehmen

«^^nsre Gescheitheit ist siebenmal gesiebt, bekanntlich, darum ist sie zu
) I zart, als daß wir sie auf unbekannte neue Dinge gleich loslassen
^^dürften: kommt dergleichen, so verwahren wir sie also geschüht, und
statt des Menschen regiert dann zunächst der Pudel. Großes Beispiel: das
Kino, seine Möglichkeiten und seine Wirklichkeit. Lrst wenn der Pudel
am Neuen eine Weile gewaltet hat, begibt sich die Gescheitheit aus dem
.Verschluß, greift angesichts der Pudeltaten in ihre sich sträubenden Haare,
schlägt die hände darüber zusammen und bemüht sich, ob etwa noch etwas
zu retten sei.

Auch mit der Ansichtspostlkarte ging es so. Schau, schau, auch da war ein
Kind zu ernähren und zu erziehen, aus dem ein Mann von sehr viel Gin-
fluß werden mochte! Aber wir überließen das zunächst dem erfolgreichsten
Pudelzüchter-Geschäft der Welt, Herrn Profitier und seiner Gattin, geb.
Mode. Allmählich erst nahmen auch andere das Ding in die Hand. Gutes
kam. Oft freilich blieb's auch wieder aus, denn die beste Postkarte steht ja
als Einzelstück und ohne geschäftliche Organisation auf dem Markt wie
ein vertrrtes Kind. Ganz allmählich erst zeigten sich neben dem Schund
nnd neben dem Mittelgut auch gute Ansichtspostkarten dauernd und in
^olgen. Ietzt, gewiß, sind ihrer schon eine ganze Menge da. Aber abge-
sehen von den großen Schwierigkeiten eines nicht nur dem Geschäft, son-
dern der Sache dienenden Vertriebes — kann auch nur bei der Her-
stellung ernsthaft davon die Rede sein, daß die Postkarte auf allen Wegen
geht, die zu guten Zielen führen?

Aber nun will ich nicht kritisieren, was d a ist, sondern einfach fragen,

,. Dezemberheft „,7 (XXXI, s)
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