Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 20.1902

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wesen Hans Hueber, bnrgermaister, und
Leonhard Beckh; nnder disen Pfleger seindt
anch die gestickh uff dein grienen und roten
sameten manteln gebessert; ist der weiß
damastin einschlansf zn ersten mahl ange-
legt worden (Zuvor umb Pfingsten zn
Neresheim von dem Abbt consecrieret) in
ke8to 3. ^onnnis Uaptmlae, der hlaw
rnantel in 5e3to Eorpori3 (Urri5ki anno
1585."
Interessant ist anch eine von Schrott
geschriebene Bemerkung (Annivers. 1517
Agenda tot. 45 b) über den Gebrauch der
Kirchenfarben:
»B. 8eplua§e3ima usc^ne ad Uemi-
niscere legt man schwartz an, a Uemi-
niscero N8c^ue ad Daetare weiß mit blnt-
tropfen vermengt, a Daetare rmc^ue ad
(sudica gelb, a )udica ri8<^ne ad Ua3cba
rot.«
Nach fast 40jähriger Wirksamkeit starb
Schrott im Jahre 1621, 18. Juni.
Im alten Verzeichnis der Geistlichen
Gmunds wird als Nachfolger desselben
angeführt sein ehemaliger Kooperator B a r-
tholomäns Voller (Folter), der schon
1597 Pfarrer gewesen sein soll nach einem
Zeugnis des bischöflich Angsbnrgischen
Registrators Pnlffer. Allein Voller war
nie Pfarrer in Gmünd. Er wurde am
3. Juli 1592 in die hiesige Priesterbrnder-
schaft ausgenommen als capellanrm ad
5. Latbarinam extra muro5 und erscheint
nach 1592 als Pfarrer von Bettringen,
Kapitels Uckhingen (Iggingen) (beides im
Annivers. 1517 tot. 2). Sein Name ist
also aus der Liste der Gmünder Pfarrer
zu streichen.
Nach einer kurzen Aufzählung der
Name» der hiesigen Stadtpfarrer von 1575
bis 1671 im „Diöcesanarchiv" 1895 ^
S. 77 ff. soll vor Johannes Schleicher
ein Johannes Schwarz hier Stadtpfarrer
gewesen 'sein. Diese Angabe beruht offen- i
bar ans falscher Lesung des Namens Schrott
oder Schroth. Denn es war kein „Schwarz"
hier Pfarrer. Wir haben nämlich im
Anniversar 1517 eine Liste der hiesigen
Pfarrer von 1500 bis 1520, welche uns
Magister Thomas Köllin ausgezeichnet hat.
Von 1525 bis 1544 nennt uns Spindler
ihre Namen. Von 1544 bis 1621 aber
haben sich die betreffenden Stadtpfarrer
alle der Reihe nach eigenhändig in das

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Buch eingetragen. Nirgends findet sich ein
Name „Schwarz" oder „Voller". Wohl
aber heißt es, nachdem Schrotts Tod von
seinem Nachfolger bemerkt ist:
34. IVl. )oanni 3cbrott 8ucce33it IVl.
) oanne 5 3 cb 1 eicber Oamundianu8
prin3 paroebrm in IVle^^Iin^en, primam
eoncionem trabend ad petitionem eon-
3ntunr in le8do 3. Nariae tVla^datenae
anno 1621; ora dilecte 8ucce85or pro
eo. Nachdem der Dekan des Kapitels,
Sebastian Hang, Pfarrer in Weiler, auf
seine Würde resigniert hatte, wurde 1625
Schleicher anch das Dekanat übertragen,
das er 41 Jahre hindurch führte. 1661
feierte er sein goldenes Priesterfnbilänm
und nach 45jähriger Wirksamkeit als
Pfarrer von Gmünd starb er am 16. Sep-
tember 1666. In dieser Zeit seiner pfarr-
amtlichen Thätigkeit 1621 bis 1666 haben
nicht weniger als 49 Gmünder Bürgers-
söhne ihre Primiz gefeiert, deren Namen
Schleicher in einem Verzeichnis zusammen-
stellte: DataloArm novorum 8acerdotnm
tempore IVl. )oanni8 3cb1eicberi parocbi
et decani (Annivers. 1517 viertletzies
Blatt). Ans dem Jahr 1623 berichtet er
selbst die Ankunft des Augsburger Weih-
bischoss und Generalvikars Petrus zur
Konsekriernng des 3ace1Ium Uec^uie8 Do-
mini nominatum in bonorem et me-
moriam Domini crucem baiulantm et
L. Vir§ini3 doloro.dae (Herrgettsruh-
Kapelle) am 8. September und am fol-
genden Tage wurde 8ace1Ium et altare
3uperiu3 auf de>» Salvator konsekriert.
Am 10. September, einem Sonntag, wnrde
die Weihe des Gottesackers bei St. Jo-
hann und des Altars des hl. Martin in
der Johanneskirche vorgenommen, wobei
^ der Weihbischof das Hochamt hielt. Zu-
gleich wurde in diesen Tagen an 1603
Firmlinge das Sakrament der Stärkung
i gespendet. Bei dieser seiner Anwesenheit
veranlaßte der Weihbischof in Gemeinschaft
mit dem Stadtpfarrer den Magistrat, das
Fest der Heiligen Ulrich und Afra als
gebotenen Feiertag zn begehen, was erst-
mals 1624 geschah (Anniv. 1517 S. 54).
Im Jahre 1632 waren die Gemüter durch
die Furcht vor den in nächster Nähe be-
findlichen Schweden beängstigt. Unter dem
Vorsitz Schleichers fassen die Mitglieder
der Priestersraternität: Schleicher, Chri-
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