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Lucka, Wilhelm [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 27): Landkreis Uelzen — Braunschweig, 1984

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https://doi.org/10.11588/diglit.44438#0068
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und 7 aus der 1. Hälfte des 18. Jh. zeigen
leichte Geschoßauskragungen. Durchgehen-
de profilierte Deckbretter unterhalb der
Schwelle überdecken die Balkenköpfe. Bei
Nr. 15 sind die Deckleisten mit Schnitzereien
verziert. Spätere Ersatzbauten in dieser Reihe
übernahmen die giebelständige Bauweise
oder paßten sich durch ein Walmdach mit
Zwerchhaus an, wie der Fachwerkbau Nr. 1
(1. Hälfte 19. Jh.). So entstand hier an der
Westseite der beginnenden Lüneburger Stra-
ße eine durch die Abfolge der Giebel sehr ein-
heitlich wirkende Gruppe von Bürgerhäusern
(Nr. 1-19).
Verschiedene Ladeluken und Aufzugsarme
an den Rückseiten der genannten Häuser be-
legen die teilweise von der Achterstraße her
erfolgte Anlieferung.
Das in der 2. Hälfte des 18. Jh. erbaute zwei-
stöckige Haupthaus auf dem bei Merian als
Taterhof bezeichneten Grundstück am
Schnellenmarkt (Nr. 14) hat bereits die trauf-
ständige Stellung an der Straße, die sich in
größerem Umfang erst in der Wiederaufbau-
phase nach dem Brand von 1826 durchsetzte.

Auch hier überdeckt eine profilierte Leiste un-
terhalb des leicht auskragenden Oberge-
schosses die Köpfe der Deckenbalken. Auf
dem Taterhof, der verschiedenen Überliefe-
rungen zufolge im Mittelalter Handelshof der
englischen Kaufleute gewesen sein soll, be-
fand sich um 1900 eine Schmiede, später
übernahm ihn eine Landhandelsfirma.
DIE NEBENGEBÄUDE AUS DER ZEIT
VON 1647 BIS 1826
Die Wohn- und Geschäftshäuser an der
Hauptstraße wurden ergänzt durch Nebenge-
bäude, die rückwärtig auf den zu den Hinter-
straßen durchgehenden Parzellen oder auf
gesonderten Grundstücken errichtet wurden.
Anschauliches Beispiel ist Achterstraße 9, ein
heute zum Restaurant umgebauter früherer
Speicher von 1647. Im Straßengiebel des
zweistöckigen Fachwerkbaus sind unterhalb
eines Aufzugsarmes zwei Ladeluken und ein
Einfahrtstor angeordnet, die heute verglast
sind. Stärker verändert ist der nebenstehende
Bau aus der gleichen Zeit (Nr. 11). Zum Bren-
nerei-, Brauerei- und Gaststättenbetrieb des
„Bürgerlichen Brauhauses“ (Lüneburger Stra-

ße 15) gehörte das Nebengebäude (1674) auf
dem rückwärtigen Teil des Grundstücks an ei-
ner der ursprünglichen, später überbauten
Twieten. Eine Nutzung als Viehstall im Erdge-
schoß und Speicher im Oberstock ist wahr-
scheinlich.
DIE BÜRGERHÄUSER AUS DER ZEIT
NACH 1826
1826 zerstörte ein weiterer Stadtbrand große
Teile der Innenstadt. 74 Häuser brannten ab.
Ausgehend vom Schnellenmarkt breitete sich
das Feuer über Rademacherstraße und
Schmiedestraße aus und zerstörte auch die
Nordseite der Gudesstraße und einen großen
Teil der Ostseite der Lüneburger Straße. Eine
Inschrift am Haus Schnellenmarkt 1 weist auf
seinen Ursprungsort hin.
Die um 1827 wiederaufgebauten Häuser sind
zumeist traufständige zweigeschossige Fach-
werkbauten mit einer Querdurchgangsdiele.
Den Einfluß des Klassizismus zeigen symme-
trisch gegliederte Fassaden und mittige
Zwerchhäuser mit flach geneigtem Dreiecks-
giebel.

Lüneburger Straße 34,
rückwärtige Hälfte Ende 16. Jh.


Schnellenmarkt 14, 2. Hälfte 18. Jh.



Lüneburger Straße 47, Gasthaus, 1647,
Umbau 1701

Lüneburger Straße 1,3 ff.


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