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Lucka, Wilhelm [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 27): Landkreis Uelzen — Braunschweig, 1984

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https://doi.org/10.11588/diglit.44438#0091
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steingepflasterte Zufahrt von der Klosterstra-
ße führt entlang der zum Teich angestauten
Wipperau zur früheren Mühle der Domäne (An
der Mühle 1,2. Hälfte 19. Jh.).
Die übrigen Höfe des Dorfes liegen in einem
dichten Netz kleinerer Wege (Am Platz, Berg-
hofstraße, Lerchenweg, Molzener Straße,
Woltenburger Mühlenweg, Zum See). Ihre
Haupthäuser sind zum einen Vierständerbau-
ten aus der 1. Hälfte des 19. Jh. und kleinere
bäuerliche Wohn- und Wirtschaftsgebäude,
entsprechend der geringen Größe der Höfe
zum Teil jedoch ohne Einfahrtsdiele im Wirt-
schaftsgiebel. Zum anderen sind mehrere
massive Gebäude vertreten, die nach dem
großen Ortsbrand von 1887 gebaut wurden.
Molzener Straße 1 und 3 (beide 1888) sind gut
erhaltene Ziegelbauten, die die Gebäudeform
und Gliederung des Hallenhauses übernom-
men haben. Eine Sonderstellung nimmt der
Konstantinihof ein, der ehemalige Freihof (Am
Platz 3). Das Gasthaus, ein Fachwerkbau aus
der 1. Hälfte des 19. Jh., wendet seine klassi-
zistisch geprägte, symmetrische Fassade der
platzartigen Erweiterung des Straßenraumes
zu. Für den Anbau an seiner südlichen Giebel-

seite wurden Hölzer aus einem abgebroche¬
nen älteren Gebäude verwendet.
UELZEN-PIEPERHÖFEN

Südlich einer Niederung mit zwei größeren
Fischteichen, die als Teiche des nahen Klo-
sters Oldenstadt bereits zum Ausgang des
Mittelalters urkundlich erwähnt werden, liegt
die kleine Siedlung Pieperhöfen, die bis ca.
1800 nur aus zwei Hofstellen bestand. Auf
dem Hof Nr. 1 ist neben dem Haupthaus und
der Scheune aus dem 19. Jh. ein zweistöcki-
ger Speicher erhalten (Ende 18. Jh.).
UELZEN-RIESTEDT

Bis ins 19. Jh. hinein bestand das Haufendorf
Riestedt aus zehn innerhalb einer Ringstraße
angeordneten Höfen und drei Höfen und der
Kapelle an dessen Ostseite. Die schrittweise
Zusammenlegung von vier Hofgrundstücken
in der südlichen Hälfte zu einem Hof, die Aus-
siedlung der Höfe an den nördlichen Ortsrand
und die Verlegung der Trasse der B 191, frü-

her die Poststraße nach Dannenberg, verän-
derten die ursprüngliche Anlage.
Das am besten erhaltene Gebäude vom Typ
des Flettdielenhauses ist ein traufständiger
Vierständerbau am östlichen Strang der Dorf-
straße, der bereits zum reinen Wohnhaus um-
genutzt wurde (Riestedter Ring 3, 1847).
Nördlich davon steht ein massives Wohnwirt-
schaftsgebäude mit einen quergelagerten
Wohnteil, der seinen gut gegliederten Ostgie-
bel der Ringstraße zuwendet (Riestedter Ring
5,1878).
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite
steht zurückgesetzt hinter dem Kriegerdenk-
mal die Kapelle. Die wohl gegen Ende des 14.
Jh. errichtete Kapelle ist ein gotischer Ziegel-
bau mit 5/10-Schluß, Südportal, kräftigen
Strebepfeilern und einem gedrungenen West-
turm. Die Frauenkopfkonsolen im Innern wei-
sen auf die Beziehung zur Apostelkapelle in
Uelzen hin. 1862 wurde die Kapelle mit Zie-
geln neu ummantelt.

Uelzen-Oldenstadt, Molzener Straße 1,1888


Uelzen-Riestedt, Riestedter Ring 3,1847


Uelzen-Riestedt, Riestedter Ring 5,1878


Uelzen-Ripdorf, Nr. 102,1885 Uelzen-Pieperhöfen, Nr. 1, Speicher, Ende 18. Jh.


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