Oechelhäuser, Adolf von; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 4,2): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Tauberbischofsheim (Kreis Mosbach) — Freiburg i.Br., 1898

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KREIS MOSBACH.

Kirche

Grabstein

Bildstöcke

Die Kirche (tit. S. Michaelis arch.) wurde im Jahre 1775 und 1776 nach den
Plänen des Hauptmanns Schneider zu Mainz neu aufgeführt. Einfacher Putz-Barock-
bau, einschiffig mit flacher, in der Mitte etwas gewölbter Decke (bereits 1795 erneuert)
und halbkreisförmiger Apsis. Der Hochaltar zeigt reichen Aufbau, ebenso wie die
beiden Seitenaltäre, mit vielem Figurlichen. Kanzel und Beichtstühle in dem-
selben Stile. Der Thurm stammt noch von einer älteren gothischen Anlage.

An der Nordwand des Schiffes spätgothischer Grabstein des Hans Zobel
(f 1442) und seiner Frau Barbara von Gross-Trockau mit Doppelwappen.

Am Boden beim Hochaltar einfache Grabplatte des Joh. Mich. Hupp (f1705)

Zahlreiche Bildstöcke in und vor dem Orte, von 1751, 1763 u. s. f. Dieselben
stets wiederkehrenden Barockformen; dabei Säule, mit Weinlaub umwunden, besonders
häufig und charakteristisch für die Gegend.

GRÜNSFELD

Schreibweisen: Grunefelden, Gruonfelt (in den Fuldaer Schenkungsverzeichnissen),
Gruonvelt 1015, Grusfeld 1225, Gronsveld 1233, Grunesvelt 1271, Grünsveit 1274.

Litteratur: H. Bauer, Beitrag zur Geschichte von Lauda, Grünsfeld und Gamburg,
in den Schriften der Alterth. und Gesch.-Vereine zu Baden und Donaueschingen III,
Karlsruhe 1848 S. 64 ff. Wittmann, Geschichte der Landgrafen von Leuchtenberg, in
den Abh. d. Königl. bayerischen Akademie der Wissenschaften, Historische Klasse, Band VI,
München 1852, S. 1 ff., 237ff. und 472fr. H Bauer, Die Edelherrn von Zimmern und
Lauda, von Ingelsstadt, Krensheim und Gamburg, in wirtemb. Franken, Zeitschrift des
hist. Vereins, Band VI, 1861, S. 139ff. J. Bader, Grünsfeld im Taubergau, in Badenia,
Band II, Heidelberg 1862 S. 5726". (nach Domkapitular Dr. Kieser).

Ueber die Archivalien s. unten S. 37 und 46.

Geschichte der Stadt.
Grünsfeld war anfänglich ein Bestandtheil der Herrschaft Zimmern, und dem Ge-
schlechte von Zimmern gehörten wohl auch Manto und Sigeboto (ein dieser Familie
eigenthümlicher Name) an, welche an das Kloster Fulda Schenkungen machten. Durch
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