Oechelhäuser, Adolf von; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 4,2): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Tauberbischofsheim (Kreis Mosbach) — Freiburg i.Br., 1898

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KREIS MOSBACH.

Das Innere ist ein nüchterner, einschiffiger Saal mit flach gewölbter Holzdecke
und ungegliederten Wänden, von weiten, im Flachbogen geschlossenen Fenstern hell
beleuchtet. Der Hochaltar steht vor der platten Wand, hinter der sich die Sakristei und ein
Ausgang nach dem ehemaligen Dormitorium befinden. An der Decke schlechte Rococo-
Omamente in Stuck mit werthlosen grössern und kleinen Gemälden in Stuckrahmen.
Auch was Chorgestühl und Hochaltar an Gemälden aufweisen, steht auf sehr
niedriger Kunststufe. Vorn am Chor beiderseitig je ein Seitenaltar koulissenartig
aufgestellt; hier, wie am Hochaltar, überwiegen Empireformen. Kanzel und Orgel
kunstlos, besser die sechs in die Mauer eingelassenen Beichtstühle.

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Fig- 5&* Tauberbischofsheim. Untergeschoss der S. Sebastianskapelle.

An den Längswänden auf Konsolen sieben geschnitzte, bunte Heiligengestalten
und ein Kruzifix, flüchtige Barock-Arbeiten von geringem Werth. Vor jeder Figur
ein Wandarm mit Kerzenhalter, roh, aber flott aus Bandeisen und Blech geschmiedet.
Epitaph Im Chor an der Wand Barock-Epitaph der Freifrau Catharina Echterin (-J-1637).

Aussen über dem einfachen Sandstein-Portal eine Statue des h. Franz in
Nische, rechts und links am Thürbogen das Sickingen'sche und Bischofsheim'sche Wappen.
Die drei grossen Fenster, offenbar sämmtlich von 1753 (s. oben), geradlinig geschlossen
mit »Ohren«. Zwischen den Fenstern an der Längswand in der Klostergasse künstlerisch
werthlose grosse Wandbilder. Eine Ansicht der Kirche und ihrer Umgebung vor
dem Brande von 1862 bietet Fig. 57.
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