Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 17.1902

Page: 64
DOI article: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kfa1902/0075
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
-ST-feg> WAS IST KUNST? — PERSONAL-NACHRICHTEN

H

hat als ihren Kampf gegen die In- ■^^■^P^l mittelalterlichen Stilgepräges gleich
haltsästhetik. Oder sie behaupten, nach Vollendung des Baues vor länge-
. , . , . , „ ■►^''•IH ren Jahren bereits erhalten hatten, soll
eine solche Arbeit des Bewusst- P^ExS nun auch das Langhaus in gleicher
seins, ein solches Schwanken zwi- J>:. Weise geschmückt werden. Die Stadt-
schen Schein und Realität, könne Verwaltung hat für diesen Zweck dem
unmöglich lustvoll sein und was PV M Fiskus eine grössere Summe aus dem
, , . , » j n. .„, \- . / , stadtischen Kunstfonds zur Verfügung
dergleichen aus der Luft gegriffene H x I gestellt. - Auch die Ausschmückung
und durch die Thatsachen leicht zu ■ «^>^A- ■ der katholischen Elisabethkirche wird
widerlegende Behauptungen mehr jetzt weitergeführt werden, nachdem
sind. Ich habe mich bisher dadurch f ÜUM der danjit betraute Historienmaler
. „„ . . ■ HEL_-™'W ■ Oskar Wichtendahl die ihm durch
in meiner Auffassung nicht irre I ■* # ■ Wettbewerb zugefallene Ausmalung der
machen lassen und werde mich I y&äf*.'M ■ Marktkirche in Wiesbaden beendet hat.
auch in Zukunft nicht irre machen i^^^^#^H| Den Malereien des hohen Chores, die
lassen. Vielmehr werde ich in ^^B' !■ in genannter Kirche vor Jahresfrist etwa
n , ... „ ,v, ^^^^B ^^^H vollendet wurden, soll sich jetzt im
meinem Buche über „Das Wesen Langhause eine Reihe von färben-und
der Kunst" den wie ich glaube figurenreichen Fresken anschliessen,
definitiven und ausführlichen Be- die Scenen aus dem Leben der hl. Eli-
weis für meine Theorie führen. .^H sabeth zum Gegenstand haben. Erwähnt
i^^^H sei diesem Anlass, dass der Kunst-
^^^K&-------Jfl^^l 'er 'nc' den '"' Vorjahre veranstalteten
nr-DQnNAI \\h\T\ Wettbewerben um die Ausschmückung
I LKoUINAL- UINU der Kuppel im Dresdener Ausstellungs-
ATEL1ER-NACHRICHTEN |ebaude und um die Ausmalung des
Kathaussaales in St. Johann je einen
ANNOVER. Der verdienstvolle lflj zweiten Preis erhalten hat. — Das neue
Sekretär des Kunst - Vereins für iBU^s^^BsMB» Provinzial-Museum, ein stattlicher Sand-
Hannover, Buchhändler Theodor steinbau in den Formen italienischer
Schulze, feierte hier vor kurzem Gustav rutz «• hermen- Renaissance, ist bis auf den bildneri-
seinen siebzigjährigen Geburtstag und büste kaiser wilhelms Ii. sehen Schmuck der Hauptfassade, im
zugleich den Gedenktagjseiner zwanzig- Aeusseren vollendet. Der Umzug der
jährigen Samm-
Wirksamkeit als Vor- lungen aus dem alten in
Standsmitglied der ge- das neue am Maschpark
nannten künstlerischen hell und frei gelegene
Vereinigung, die in den Haus ist im Laufe des
letzten Jahren an Mit- Sommers bewirkt, so dass
gliederzahl und finan- die Eröffnung im Spät-
zieller Leistungsfähigkeit herbst erfolgen kann. PI.
alle anderen Vereine
gleichen Charakters in ]"\ÜSSELDORF. Zur
Deutschland überholt Erinnerung an den
hat. Von Hannoverschen Besuch des Kaisers im
und auswärtigen Künst- Wupperthal im Oktober
lern wurde dem Jubilare 1900, bei welchem An-
zu seinem Ehrentage lass der Monarch auch
eine reichhaltige Kol- Vohwinkel besuchte und
lektion von Skizzen und das von dem Düsseldorfer
Zeichnungen überreicht. Bildhauer Gustav Rutz
Der geschaffe-
Kunstver- «g^s^s^s^s^nn^i^sH ne Denk- , .........
Sekretär des Kunstvereins für e;nstiftete ■ mal der CARL LUDWIG
Hannover e,nen zm ^ monu. (gest. 19. September)
Aufnahme W^B^^F TW
dieser Sammlung bestimmten Kunst- Siegesbrunnen eingeweiht wurde, stif-
schrein, der durch Bronzereliefs, in A = tete Kommerzienrat Generalkonsul
denen stadthannoversche Bildhauer L- vAH^HB Freiherr August von der Heydt in
die Einzelzweige der bildenden Kunst \ji^Sm B Elberfeld eine Kaiserbüste und be-
versinnlichten, einen besonderen auftragte Gustav Rutz mit der Aus-
künstlerischen Schmuck erhalten hat. führung in Marmor. Rutz hat die-
Die Skizzen werden demnächst hier zur selbe in Form einer Herme jetzt vol-
öffentlichen Ausstellung kommen. — lendet. Das hierüber abgebildete, vor-
Professor Herm. Schaper, dem die Es^Hp^^^jic^Bs^sl züglich gelungene \ferk besteht aus
Ausschmückung des Oktogons im 3S^P^ Jß verschiedenen Mamorarten mit teil-
Aachener Münster übertragen ist, wird weiser Vergoldung, ein Verfahren, wie
demnächst die Ausmalung der hiesi- I^^^^Äa^£_J_^fl|BHl die Antike es kannte. Der Kopf der
gen romanischen Garnisonskirche von adolfstäbli Herme ist aus feinstem gelblichen
neuem in Angriff nehmen. Nachdem (gest. 21. September) Marmor-Statuario, die Architektur teils
Chor und Apsis dieses Gotteshauses Nach dem Gemälde von aus bläulichem carrarischen Marmor,
ihren Schmuck mit Malereien streng Ernst Zimmermann teils Bronze-Applikation. Krone und


theodor schulze


84
loading ...