Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 17.1902

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-*>S& PERSONAL- UND ATELIER-NACHRICHTEN <Öä^
mit der Säulenfront unseres Museums der bildenden die Provinzstädte abgebe. DerVertreterderRegierung
Künste in Zusammenhang zu bringen, ist durch einen Geheim rat Dr. v.Seidlitz wies auf die frühere Erklärung
recht ungeschickten Umbau der Museumsfreitreppe der Regierung hin, die Herren Vertreter der Stände
leider stark beeinträchtigt worden. — Der überaus ver- möchten sich mit dem Direktoren der Gemäldegalerie
dienstlichen regen Thätigkeit unseres Kunstgewerbe- und der Skulpturensammlung in Verbindung setzen,
museums verdankten wir in der Weihnachtszeit nicht um festzustellen, ob und welche Kunstwerke abge-
weniger als vier Ausstellungen auf einmal: zunächst geben werden könnten. Es habe sich aber bisher
eine solche des schlesischen Kunstgewerbes, die im niemand gemeldet. Die Regierung sei gern bereit,
allgemeinen recht erfreuliche Fortschritte des Ge- Kunstwerke an die Provinzmuseen abzugeben. *
schmackes und des technischen Könnens aufwies,
namentlich auf dem Gebiete der schlesischen T\ÜSSELDORF. Am 15. Januar feierte Professor
Keramik und Glasindustrie; ferner brachte Frau r-f. Hubert Salentin, der Altmeister der Düssel-
M. v. Brauchitsch ihre künstlerischen Stickereien dorfer Genremalerei, seinen achtzigsten Geburtstag
zur Ausstellung uNd Hermann Hirzel seine aus- in erfreulicher körperlicher Rüstigkeit und geistiger
gezeichneten Arbeiten für Buchschmuck, Ex-Libris Frische. Der >Malkasten«. dessen treues Mitglied der
u. a. Endlich gesellte sich dazu die reichhaltige und Jubilar seit einem halben Jahrhundert ist, bereitete
kostbare Kollektion japanischer Farbenholzschnitte ihm eine schöne Feier in den traulichen Räumen des
aus dem Besitze von S. Bing. Die für die zweite Künstlerheims. — Der Maler Prof. Ernst Roeber
Hälfte des Winters geplante Ausstellung >Das Kind ist nach Berlin übergesiedelt. tz.
in der Kunst« muss leider wegen Erkrankung des
Direktors Dr. Masner verschoben werden; dagegen VV/IEN. Gustav Klimt's Ernennung zum Aka-
bildet eine Reihe von Vorträgen hiesiger und aus- " demieprofessor ist jetzt definitiv erfolgt. Dass
wärtiger Redner im Kunstgewerbemuseum auch die ausgeprägteste Individualität unter den modernen
diesmal wieder den Vereinigungspunkt der wirklich Wiener Malern, dass der Führer der Secession, dass
kunstliebenden Kreise unserer Stadt. M. S. die von den akademischen Kreisen und Kunstrück-
schrittlern bestgehassteste Persönlichkeit an offl-
r\RESDEN. Das Preisgericht für die Internationale zieller Stätte, zu einem Lehramt berufen wird: das
^ Kunstausstellung Dresden 1901 hat einstimmig ist für die weitere Entwicklung der bildenden Künste
beschlössen, dem Dresdener Architekten Wilhelm Oesterreichs im modernen Sinn von nicht zu verken-
Kreis für seine grossartige architektonische und nender einschneidender Bedeutung,
dekorative Ausgestaltung der Haupthalle in der Aus-
stellung die grosse goldene Plakette zu verleihen. [V/IÜNCHEN. Der auf dem Gebiet der Keramik
Es wird wenige Künstler geben, die in so jungen *** thätige KunstgewerblerTHEO Schmuz-Baudiss
Jahren diese höchste Auszeichnung erhalten. Be- wurde an die kgl. Porzellan-Manufaktur in Berlin
kanntlich hatte Kreis die Aufgabe, die Haupthalle berufen. — An H. E. von Berlepsch in Maria-
mit Rücksicht auf das Monument aux morts von Eich bei Planegg erging die Einladung, sich an der
Albert Bartholome auszugestalten, von dem die Abhaltung der kunstgewerblichen Meisterkurse zu
Stadt Dresden einen Gipsabguss erworben hatte. beteiligen, welche das Kaiser Wilhelm-Museum in
Dieser Gipsabguss ist ebenso wie das grosse Relief in Krefeld nach Nürnberger Muster in diesem Sommer
farbigem Steinzeug >Die Bäcker« von Charpentier zu veranstalten gedenkt,
und die bronzene Gruppe - Der verlorene Sohn« von
Bernhard Heysing dem Museum Albertinum zur DONN. Die Nachfolge des Provinzial-Konservators
Aufbewahrung und Aufstellung übergeben worden, der Rheinprovinz, Prof. Dr. Paul Clemen auf
bis die Stadt Dresden einen geeigneten Platz für dem Lehrstuhl Carl Justis ist jetzt definitiv,
diese Bildwerke haben wird. Wie freilich im Alber-
tinum dafür Platz geschaffen werden soll, erscheint DERLIN. Die auf Seite 236 gegebene graphische
rätselhaft. Denn hier wie in allen anderen Dresdener "Schöpfung
Kunstmuseen herrscht ein unbeschreiblicher Platz- Max Klin-
mangel. Ein neues Museumsgebäude ist ein unab- ger's gilt
weisbares Bedürfnis für Dresden. Das ist auch dem Anden-
jüngst im Landtage anerkannt worden, indes sind ken des i. J.
die Finanzen Sachsens so ungünstig, dass die Re- 1800 verstor-
gierung nicht gewagt hat, einen Posten für ein neues benen hiesi-
Museum in den diesjährigen Haushaltsplan ein- gen Kunst-
zustellen. Der nötige Raum für das Skulpturen- freundes, der
Museum wäre zu beschaffen, wenn das kgl. säch- u. a. auch
sische Hauptstaatsarchiv aus dem Albertinum ent- Klingers
fernt und hiefür andere Räume beschafft würden. »Amphitrite^
Ferner ist die Gemäldegalerie überfüllt, und es be- für seine
steht die Absicht, die moderne Abteilung in einem be- Sammlung
sondern Gebäude unterzubringen, das allerdings vor- erworben hat-
läufig noch fehlt. Endlich müssenauch neue Räume für te. Bekannt-
die Porzellan- und Gefässammlung beschafft werden, lieh ist diese
denn das Johanneum ist so feuergefährlich, dass dann von den
bei Ausbruch eines Feuers schwerlich viel von der Erben des Ge-
Sammlung gerettet werden könnte. Allerdings ist nannten
in den letzten beiden Jahren in dem Gebäude alles schenkungs-
nur Mögliche geschehen, um die Feuersgefahr zu weise derNa-
verringern. — Bei den Verhandlungen im Landtage tionalgalerie
wies ein Abgeordneter darauf hin, die kgl. Gemälde- überwiesen
galerie könne leicht dadurch entlastet werden, dass worden. —
man gleich dem Hübnerschen Gemälde >Disputation Dem Bild- paulclemen
zwischen Luther und Eck noch andere Bilder in hauer Max nach einer Radierung von Marie Stein


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