Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 18.1902-1903

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hugo bürgel

.mondnacht

HUGO BÜRGEL

WernichtmitSinn undVerständnis begabtist, verknüpfte und so recht uns Heimatkunst

auch in den künstlerischen Darbietungen fühlen lässt, sowohl in der Wahl des einfachen

einfacher Naturfor- Stoffes, als besonders durch die Innigkeit des

men die Stimmungs- Gefühles, mit welcherder Künstlerdie mensch-

vermittlerin zwi- liehe Seelenstimmung in das starke Naturleben

sehen Menschen- zurückzuführen versteht. Thal, Berge, Wald

seele und Natur zu und Wiesen, Fluss, Seen und Wolkenzüge,

erkennen, der wird allessprichtbeiihmvonleiseklingender,sanfter

freilich an den Bil- Schwermut, die eine ausgesprochen rein

dern Bürgels, von de- lyrische Stimmung erweckt. DergleicheGrund-

nen hier die Rede ist zug liegt in des Deutschen Heimat wie im

und von denen einige Deutschen selbst. Hier in der Ruhe und im

in Reproduktionen Ernsten, dort in der Innigkeit und Sinnigkeit

wiedergegeben sind, zeigt sich der Charakter und vor allem in der

den so eigenartigen stillen Melancholie, von der ja schliesslich eine

Reiz nicht nachem- jede deutsche Landschaft etwas besitzen muss,

pfinden können, den und nicht zum wenigsten die mehr rauhe,

Hugo Bürgel in ernste Natur der bayerischen Hochebene. Und

seine Landschaften gerade das ist's, was den Landschaften Bürgels

hineinlegt. Ueber- ihr eigenartiges Gepräge verleiht. In rein

schaut man einmal malerischer Beziehung blendet er gewiss nicht,

all die Schöpfungen wie so mancher seiner Kollegen durch virtuose

hugo Bürgel dieses Malers, die Technik, letztere ist vielmehreinfach,vielleicht

er seit einer Reihe für unseren modernen Geschmack zu wenig

von Jahren vorführte, so steckt in den meist pikant, dafür aber besitzt er in der Zeichnung

einfachen, fast dürftigen Motiven, welche eine fein künstlerische Empfindung, namentlich

ihn zur künstlerischen Darbietung reizten, im Aufbau der Massen, im Zug der Linien,

ein gut Teil jenes altgermanischen Natur- so dass er mit diesen anspruchslosen, aber

sinnes, der das ganze Mittelalter hindurch bis edlen Mitteln der Technik oft Grosswirkendes

auf unsere Tage das Volk mit seiner Heimat erreicht. Sehr charakteristisch hierfür ist die
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