Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 18.1902-1903

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-*-i^> DIE GROSSE BERLINER KUNSTAUSSTELLUNG <Öä=^

jean forain hinter den coulissen

Ausstellung der Berliner Secession

Öffnung der Moabiter Ausstellung unfertig. neuesten, sondern auch mit älteren Arbeiten. Der
Es ist nicht anzunehmen, daß sie den all- Katalog verzeichnet fünfundvierzig Namen und
, , , . mehr als dreihundert Nummern. Ein besonderer
gemeinen Eindruck der Veranstaltung wesent- Straßburger 0der auch nur elsässischer Gesamt-
lich beeinflussen werden. Hoffen möchte man und Grundton ist, außer im Stofflichen, nicht wahrzu-
aber, daß das in diesem Jahre begonnene nehmen. Von den bedeutenderen Ausstellern haben
Werk, die Große Berliner Kunstausstellung in £ie meisten ihre Lehrjahre in München, einige in
' . n „ ,, . „ ,. „ . Paris zugebracht. So ist elsassisch meist nur
ihrem Einfluß auf das Berliner Kunstleben zu der Gegenstand, während die künstlerische Aus-
heben, in den nächsten Jahren mit frischen drucksweise in manchen Fällen französisch, in den
Kräften und noch größerer Ueberlegung fort- meisten deutsch genannt werden darf. Der Durch-
eesetzt werde schnitt ist tüchtig, und es hätte wenig Sinn, viele

° ' _ Namen aufzuzählen und Zensuren auszuteilen. Man

kennt die Porträts Leon Hornecker's, der den

WON U\ FINFDFN ungewöhnlichen Weg von subjektivem malerischen

VUIN rxLt-IINLKLIN Vortrag zu peinlicher, Wesentliches vom Un-

AUSSTELLUNGEN wesentlichen nicht scheidender Treue gegen das

Modell zu gehen scheint; man kennt auch die
TRASSBURG. Endlich einmal eine wirkliche reizvollen Architekturbilder Koerttge's und die
ernsthafte Kunstausstellung, von den Künstlern an sich sehr feinen, aber in ihrer Verwendung an
selbst ins Werk gesetzt, und wohl zu unterscheiden Schranktüren und Stuhllehnen zum Widerspruch
von den gleichfalls Kunstausstellung benannten herausfordernden Marqueterien Spindler's. Neu
Veranstaltungen der Amis des Ans, wo das und technisch interessant sindseineAquarellmalereien
Tüchtige stets erdrückt ward von einer ungeheueren auf Mörtelgrund: lustige Tanzbilder von hellster,
Uebermacht mittelguter Marktware und dürftigster heiterster Farbe. Auch sonst heben sich noch einige
Dilettanterei. Im Rohanschen Schloß, einem feinen Künstlergestalten scharf heraus. Ein ganz feiner
Rokoko-Bau, sind mit Hilfe geschickter Einbauten Kolorist ist Emil Schneider. Wie raffiniert sind
die Bilder, Skulpturen und das Kunstgewerbliche in seinem meisterlichen Selbstbildnis die wenigen
nicht nur im einzelnen zur Geltung, sondern auch Farben zusammengestimmt! Auch seine pariseri-
zu guter Gesamtwirkung gebracht. Die Absicht war sehen Skizzen haben über das Gegenständliche
diesmal, ein möglichst vollständiges Bild der Straß- hinaus stets den Reiz einer besonderen Farben-
burger Kunst zu geben. Nur Straßburger sind zu- Stimmung oder einer scharf erfaßten Bewegung,
gelassen worden, diese aber nicht nur mit ihren Französisch in seiner Technik (man denkt gleich

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