Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 18.1902-1903

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PERSONAL- UND

ATELIER-NACHRICHTEN

r\RESDEN. Der staatliche Wettbewerb für säch-
sische Bildhauer, 7U dem der sächsische Land-
tag 20000 M. bewilligt hatte, hat eine rege Betei-
ligung der Leipziger und Dresdener Bildhauer ge-
funden: zweiundvierzig Künstler haben hundertein-
unddreißig Arbeiten eingesendet. Es handelte sich
um Förderung der Kleinplastik, die ja so gut wie
allein der Bildhauerkunst im deutschen Heim eine
Stätte zu bereiten im stände ist, es handelte sich
ferner darum, die Künstler auf die Forderungen des
Materialstils hinzuweisen, auf die verschiedenartige
Behandlung von Marmor, Bronze u. s. w. Demge-
mäß war verlangt, daß die Arbeiten in echtem
Material abgeliefert würden oder, wenn ausnahms-
weise in Gips, dann wenigstens farbig so behandelt,
daß die beabsichtigte Wirkung erkennbar wäre.
Endlich war Bedingung, daß nur von talentvollen
Künstlern etwas angekauft würde, damit die Unter-
stützungen auch wirklich der Kunst zu gute kämen.
Dieser Forderung gemäß hatten die Bewerber ihre
Namen offen anzugeben. Das ist für die Güte der
abgelieferten Arbeiten von Vorteil gewesen. Die
Menge minderwertiger Arbeiten, die zu dem Wett-
bewerbe der Stadt Dresden Anfang des Jahres 1902
einging, fehlte diesmal. Der Staat hat nun auf
Vorschlag des akademischen Rates dreißig Arbeiten

von sechsundzwanzig Bildhauern für 18360 M. an-
gekauft, darunter sehr tüchtige Arbeiten, wie August
Pfeiffers Marmorgruppe »Erste Liebe«, August Hud-
lers farbiges Majolikarelief >Mutter und Kind ,
Richard Königs bindenanlegenden Ringer (»Nach
dem Kampf«) und Otto Päßlers »Mädchen im Winde«
(beide in Bronze), August Schreitmüllers »Betende
Nonne« (in Holz geschnitzt und bemalt), dazu Pla-
ketten von Reiß, Heinrich Wedemeyer, Fritz Hörn-
lein und Paul Sturm, sowie endlich kunstgewerbliche
Gegenstände von Fritz Kleinhempel und Erich Klein-
hempel (Tintenfaß, Briefbeschwerer, Leuchter). Von
den angekauften Werken sollen diejenigen von Röder
(Ruderer), Ockelmann (Frühling), Päßler (Mädchen
im Winde), Rühm (Susanna), Mörlin (Alädchen mit
Blume), Kretzschmar (Zankende Bärin), Fritz und
Erich Kleinhempel (Leuchter, Affe und Eule als
Briefbeschwerer und Tintenfaß) in den Repräsen-
tationsräumen des Ministerhotels Dresden, Seestraße,
als Staatseigentum aufgestellt werden, um den dort
verkehrenden Kreisen vor Augen zu führen, wie
sehr sich derartige Werke der Kabinetts- und Klein-
plastik zur Ausschmückung vornehmer Gesellschafts-
räume eignen. Man hofft hierdurch die Kauflust
auch in Privatkreisen anzuregen und dadurch einen
Hauptzweck der Staatsankäufe mit erfüllen zu helfen.
Hudlers Relief wird im Korridor des Dresdener
Akademiegebäudes aufgestellt, und die übrigen Ar-
beiten werden der kgl. Skulpturensammlung zu Dres-
den (Albertinum) überwiesen. — Für das Albertinum

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