Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 18.1902-1903

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boren, machte der Künstler seine ersten Studien an ewigte 1847—1852Schil-
der Zeichnungsschule zu Budapest, seine eigent- 1er der Berliner Akade-
liche künstlerische Ausbildung aber empfing er mie, dann der Bild-
hier in München, wo er an der Akademie Schüler hauer Dankberg, Dra-
von Wilhelm Diez war. Lange Studienreisen führten ke und Fischer. An- Ii
Eisenhut in die Ferne, hauptsächlich nach dem Osten fänglich der Kleinkunst ^> ^fc»^

(Kaukasus, Türkei, Aegypten), aber auch nach Italien, zugewandt, widmete
Frankreich und Nordafrika. Auf diesen Reisen fand sich Calandrelli später
er die Motive, die seiner individuellen und größeren monumenta-
national bedingten Begabung, der Richtung aufs len Werken, zu denen
Farbenprächtige, dramatisch Bewegte entsprachen, ihm Staatsaufträge viel-
und die er dann in einer stattlichen Reihe wir- fach Gelegenheit ga-
kungsvoller und technisch oft virtuos ausgeführter ben. Von seinen Schö-
Gemälde gestaltete. Von den so entstandenen pfungen seien als die
Bildern aus dem Leben und der Geschichte des bedeutendsten genannt:
Orients seien genannt >Heilung durch den Korans das Bronzerelief an der
>DerTod Gül Babasc (reprod. >K. f. A.<, VII. Jahr- Ostseite des Sockels
gang, S. 136), >Gauklerc (ebenda S. 137), >Geld- der Siegessäule, das alexander calandrelli
Wechsler in Tiflis«, > Märchenerzählerin«, »Kriegs- eherne Reiterstandbild x Ma|

beute* (IV. Jahrg. S. 343), »In Ungnade«* V. Jahrg. König Friedrich Wil-
S. 4), »Tartarenschule in Baku" u. a. m. Alles das heims IV. auf der Frei-

Werke, die durch Photographie und Holzschnitt- treppe der Nationalgalerie, für die er auch den
Reproduktionen weit und breit bekannt geworden > Kunstgedanken« auf der Treppenwange und vier
sind. Der Künstler gehörte der Münchener Luit- Musen im Kuppelsaal schuf, die Cornelius-Statue
poldgruppe an. in der Vorhalle des alten Museums, das Standbild

des Kurfürsten Friedrich I. in Friesack, die Kolossal-
ERLIN. Der Bildhauer Prof. Alexander Ca- statue Kaiser Wilhelms I. im Teltower Kreishause
landrelli ist am 26. Mai gestorben. Am und ein Reiterdenkmal Kaiser Wilhelms I. in Brom-
9. Mai 1834 hierselbst geboren, war der jetzt Ver- berg. Der gemäßigte Klassizismus, dem Calandrelli

in seiner künstlerischen Auffassung hul-
digte, eignete sich trefflich für die Erfül
lung der Aufgaben, zu denen der Künst-
ler berufen ward. — Die Bildwerke, wel-
che zur Ausschmückung des Großen
Sterns im Tiergarten bestimmt sind
und deren Kosten die Große Berliner
Straßenbahn übernommen hat, sollten
ursprünglich in Marmor ausgeführt
werden. Man glaubte auf 45000 bis
50 000 M. rechnen zu können. Da
aber nur 30000 M. bereitgestellt werden
sollen, ist jetzt Bronze gewählt worden,
außerdem kommen die Bildwerke in
etwas verkleinertem Maßstabe zur
Ausführung.

pvRESDEN. Der in der letzten Mai-
woche hierabgehaltene Delegierten-
tag der Allgemeinen Deutschen Kunst-
genossenschaft protestierte gegen das
Vorgehen des Reichskommissars bezüg-
lich der Vertretung der deutschen Kunst
auf der Weltausstellung in St. Louis
und beschloß, dem Reichskanzler durch
eine Deputation ein Schreiben zu über-
reichen, in welchem die Berechtigung
der Ansprüche der Genossenschaft dar-
gelegt wird. Der Vorstand wurde des
weiteren ermächtigt, der Genossenschaft
die Eigenschaft als juristische Person
zu erwerben.

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•ESTORBEN: In Oberlößnitz bei
Dresden am 14. Mai der Tier-
maler Robert Erbe; in Gießen der
Genremaler Otto Fritz; in Bonn am
18. Mai der Historienmaler J. Straub
aus Düsseldorf, vierundfünfzig Jahre
alt; in Lüneburg der Bildhauer A. W.
MOLLer; der dänische Karikaturen-
zeichner Johannes Holbeck, dreißig
bernhard buttersack hochsommer Jahre alt; in München am 17. Mai der

Sommer-Ausstellang der Münchener Secession Maler JULIUS KlENLIN.

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