Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — N.F. 12.1901

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Personalien. — Ausgrabungen und Funde. — Wettbewerbe. — Sammlungen und Ausstellungen.

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Schwind's (dessen Lieblingsschüler der Abgeschiedene war)
an Handzeichnungen hervorgebracht hat. Alle diese Samm-
lungen wird das Mössel'sche Kunstauktionshaus und Anti-
quitätenhandlung durch eine Ausstellung allgemein zu-
gänglich machen; der demnächst erscheinende Katalog
wird jedem Interessenten auf Wunsch zugesandt. §

PERSONALIEN

Berlin. Die König!. Akademie der Künste hat in die
Jury der Grossen Berliner Kunstausstellung igol entsandt:
als Mitglieder die Maler Eugen Kampf, Albert Hertel und
Eugen Bracht, die Bildhauer Reinhold Begas und Gustav
Eberlein, den Architekt von Grossheim und den Graphiker
Hans Meyer; ferner als Ersatzmänner die Maler Flickel
und Julius Jacob, die Bildhauer Peter Breuer und Max
Baumbach. Der Verein Berliner Künstler wählt die Jury-
mitglieder in der Märzversammlung. -r-

Dresden. Geh. Baurat Dr. Paul Wallot, der Schöpfer
des Reichtagshauses, ist vom Kaiserlichen St. Petersburger
Architektenverein und von der Institution of american archi-
tects in Washington zum Ehrenmitgliede ernannt worden.
Vom Petersburger Verein ist auch Geh. Rat Prof. Otzen in
Berlin die gleiche Auszeichnung zu Teil geworden, -r-

AUSORABUNOEN UND FUNDE

Stuttgart. Vom Bodensee, 28. Februar. Die alten
Gemälde, welche kürzlich auf der Insel Reichenau aufge-
funden wurden, stammen aus der Anfangszeit des 11. Jahr-
hunderts. Das dreiteilige Wandgemälde, das von den
Professoren Künstle und Beyerle - Freiburg blossgelegt
wurde, stellt dar Christus (drei Meter hoch) im Strahlen-
kranz mit Petrus und Paulus, dann die Apostel und end-
lich die Propheten unter den Bogenreihen. §

WETTBEWERBE

Dresden. Bei der Preisverteilung an der hiesigen Kunst-
akademie wurde das grosse Reisestipendium (3000 M. jähr-
lich auf zwei Jahre) dem Maler Osw. Galle von hier, die
grosse goldene Medaille nebst einmaligem Stipendium von
500 M. dem Maler Karl Enderlein aus Leipzig verliehen.

-r-

Karlsruhe. Das Central-Komilee der Jubiläums-Kunst-
Ausstellung Karlsruhe 1Q02 (Rathaus) erlässt an die
in Baden lebenden, sowie an die badischen Künstler ein
Preisausschreiben zur Erlangung von Entwürfen für ein
Plakat der genannten Ausstellung. Das Plakat soll, da
die Ausstellung der Huldigung für den Grossherzog an-
lässlich seines fünfzigjährigen Regierungsjubiläums dienen
soll, zwar entsprechend würdig gehalten sein, doch ist
eine Beziehung auf die Feier, wenn auch erwünscht, nicht
durchaus erforderlich. Bedingungen: Grösse des Plakats
iooX'70 cm- Sowohl Hoch- wie Langformat gestattet.
Höchstens drei Farbenplatten zum Druck; das Plakat soll
auch, als Briefkopf verkleinert, wirkungsvoll sein. Für die
Schrift ist genügend Raum zu lassen; sie soll klar und
weithin sichtbar sein und folgendermassen lauten: »Jubi-
läums - Kunst - Ausstellung Karlsruhe 1902, 24. April bis
15. Juni«. Drei Preise: 500, 300, 200 M. Der mit dem
I. Preise gekrönte Entwurf wird ausgeführt. Einlieferungs-
termin 1. April 1901; Einlieferungsstelle: Das oben genannte
Centrai-Komitee. §

München. Die Photographische Union, in deren Ver-
lage die Bilder von Arnold Böcklin als Photogravüre und
Kohledrucke erschienen sind, erlässt ein Preisausschreiben
für künstlerische Entwürfe zu Rahmen für Böcklinbilder.
Es sind drei Preise ausgesetzt: 300, 200 und 100 Mark.
Letzter Einlieferungslermin für die Entwürfe ist der 31. Mai

1 1901. Die ausführlichen Bedingungen werden von der
I Redaktion der Dekorativen Kunst« München XX, Nymphen-
I burgerstrasse 86 auf Wunsch portofrei versandt.

Mailand. Die Brera erlässt folgende Preisausschreiben
für Werke zur Ehrung Verdi's: für eine Reliefdarstellung
(figürlich oder allegorisch) des Meisters L. 1500, für eine
Darstellung in Öl L. 1400, für eine Plakette oder Medaille
in Bronze L. 1700, für eine Zeichnung, die Verdi zum Ge-
genstand hat und sich für graphische Vervielfältigung eignet,
L. 500. Dem Sieger bleiben alle Autorrechte. Der Preis-
bewerb läuft mit dem 30. Juni d. J. ab.

Bonn. Zur Beteiligung an dem Wettbewerb um das
Denkmal für den Chemiker Professor August Kekule sind
fünf Bildhauer aufgefordert worden und zwar Rob. Diez-
Dresden, Hans Everding-Kassel, Adolf Hildebrand-München,
A. Küppers-Bonn, Harro Magnussen-Berlin. Das Denk-
mal soll seinen Platz vor dem chemischen Institut der
Universität Bonn erhalten. Als Honorar stehen 60 000 M.
zur Verfügung. Die Entwürfe im Massstab 1 : 5 sind bis
l. Oktober 1901 einzuliefern. Jeder der fünf aufgeforderten
Künstler erhält als Entschädigung 1500 M. Der preis-
gekrönte Entwurf ist zur Ausführung bestimmt. Als Kunst-
und Bausachverständige gehören dem Ausschluss an Prof.
Huppertz, Geh. Rat Justi, Prof. Loeschcke, Stadtbaurat
Schultze, Kgl. Baurat und Universitätsarchitekt Schulze.

Wien. Die österreichisch-ungarische Bank hatte zur Er-
langung künstlerischer Entwürfe zu den neuen 100- und
1000-Kronen-Noten einen Wettbewerb ausgeschrieben,
an dem nur österreichische und ungarische Künstler
sich beteiligen konnten. Das Preisgericht hat nun unter
den eingereichten 117 Konkurrenzarbeiten den I. Preis dem
ungarischen Maler Ladislaus Hegedüs, den II. dem Böhmen
Wladimir Zupansky zuerkannt; den III. und IV. Preis er-
hielten die Wiener Maler Eduard Veith und Berthold
Löffler. Über die Verwendung der preisgekrönten Arbeiten
ist noch der Österreichisch-ungarischen Bank die freie Ent-
scheidung vorbehalten. *„*

SAMMLUNGEN UND AUSSTELLUNGEN

Berlin. Für die Nationalgalerie sind folgende Neu-
erwerbungen gemacht worden: drei Gemälde von Moritz
von Schwind »Abenteuer des Malers Binder«, »Herzogin
von Orleans und Schwind«, »Abschied im Morgengrauen«,
dazu 15 Blatt Handzeichnungen, drei Bilder von Joh. Sperl,
»Klein-Öls« von L. Graf von Kalckreuth, »Wiesengrund
von L. Eysen, »Kampf im Kornfeld« von R. Haug und eine
Landschaft von F. Hoch. Daran reihen sich 12 Blatt Por-
trätstudien von Ludwig Knaus, 34 Blatt Handzeichnungen
von dem verstorbenen W. Amberg, ein Aquarell »Kastanien-
baum im Herbst« von W. Georgi, zwei Ölstudien von
Arthur Kampf und ein paar Illustrationen in Wasserfarben
von Rene Reinicke. Für die Skulpturensammlung wurden
u. a. drei Arbeiten aus dem Nachlass von Prof. Nikolaus
Geiger angekauft »Kopf einer alten Frau«, »Kopf eines
kleinen Mädchens« und »Centaur mit Nymphe«, sodann
zwei Bronzewerke des Freiherrn von Hagn (Tierstücke),
und von lebenden Künstlern: »Reigen« von Pöppelmann,
das »wasserschöpfende Mädchen« von Emil Cauer, die
Bronzen »Mädchen am Bache« von Ernst Freese und
Diana« von Reinhold Felderhoff. In dem der National-
galerie zugefallenen Vermächtnis der Gräfin P. von Lüt-
tichau befand sich eine norwegische Landschaft von Eduard
Hildebrand. Die Söhne des berühmten Chemikers Eilhard
Mitscherlich schenkten ein Bildnis ihres Vaters von Graff;.
Frau Mathilde Döring überwies zwei, von H. Weiss ge-
malte Bilder Theodor Döring's als Franz Moor und als
»alter Magister«. Prof. Sussmann-Hellborn widmete der
Galerie zwei Gipsabgüsse nach Skizzen von Th. Kalide
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