Beck, Paul A. [Hrsg.]
Schwäbisches Archiv: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Literatur, Kunst und Kultur Schwabens — 27.1909

Seite: 1
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/schwaebarchiv1909/0017
Lizenz: Freier Zugang - alle Rechte vorbehalten Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile

Organ sjjr Oescdicdte, Altettumskunae, Literatur, Kunst und Kultur Schwadens,
heraurgegeben unä reäigicrt von Amtsrichter a. v. Neck in Ravensburg.

öeitrsge, storresponäenren, sterensions kxemplare, Lauschreitschutten etc. wollen stets äireki an
Amtsrichter a. v. keck in stavensburg,
Aeklamstionen unä kestellungcn an äen lleriag 5. Alber äaselbst gerichtet weräen.


Jahrgang


* « 27. * *

Erscheint monatlich einmal unä ist halbjährlich clurch die Post rum Preis
von MK.I.YO ohne8eslellgebühr, ganzjährig durch alleLuchhancilungen
sowie gegen Einsendung des öetrages direkt vom üerlag ?. Glider
in kavcnsvurg um Mk. 4.20 ru beriehen; einreine Nummern 50 plg.
Annoncen erc. werden vom üerlag cntgcgengenommen und pro
lspaltige 2eile oder deren kaum mit 50 pfg., buchhändlerische
keilagen, Prospekte etc. nach Übereinkunft berechnet.


Line Ravensburger wehrliste
von 1338.

Von Karl Otto Müller in Ravensburg.
II dem ältesten erhaltenen Stadtrechts-
buche von Ravensburg,^ das im
städtischen Archiv aufbewahrt wird, findet
sich auf der ersten Seite?) neben andern
minder wichtigen Einträgen folgende
Notiz: 3)
llöm nota pro msmoriu: tzuunäo
6iv68 äobsiU liubsro sxitum, isti äobsnt
Imbsro sxitum:
I liimpis in ?onts, 0(onru6u8) ^)
Rui8t6r, l 6(onruäu8) Ninnsr, L(on-
ruclu8) Xrool, 6(onru6n8) 8miri, .lo-
(Irgnn68) V^orn, äiotu8 6u8t, 86nior
Xrikgtzr, ^iZor, V^orn Sobuonäoli,
Xusotioli, Okätorriob, Osonraelns) Nor-
8PUNA, gotl SNN68) IIuZON, f.so!>. 6nU68-
gnrn, 8miä von Oborolrokon, 86nior
blnnräoli, Llannko üiv68, lilin8 llntsn-
rnli, Anoter, K(nclolkn8) 8rüvo, 6Ig.u8
Iinliok, vinZolor fLon . . . U) j L(on-
rwlu8) Luilor, ^6rvv8olr6r, Knrrnnun,
8oppol, ^Iv(6olun8) 81u688lNZ, lillU8
^Voolcnn, (Anvo, Nutzllukr, .sofiurmios)
gebüllo, Lsonruäno) VVioxurn. .lofinln-
N68) 8vvininor, ^o(bunno8) 8ctnrlinui8t.or,
f. . .) s 6iotu8 LüUoIsr, Luoni biot,
VVoIikr, Lniäor, 8rnn^ I<u6liiinai8l6r,
8uiki, (!Iun8 Inobo, .Io(bunn68) 8mi6,
Olans 8niäor 6o ^nnA6n, Xuon 8ntt6-
') T. Hafner, Geschichte der Stadt Ravens-
burg 1887, S. 96, bezeichnet dieses Städtrechts-
buch unrichtigerweise als Bruchstück. Diese auf
Papier geschriebene Handschrift stammt in ihren«


Hauptteil aus der Zeit von 1330—1340, wie
sich dies aus einer Vergleichung mit der Hand
der Bürgerlisre aus dieser Zeit ergibt, enthält
aber Nachträge aus der Zeit von 1340 bis l36l.
Datiert sind nur 6 Nachträge aus der Zeit von
1356—61. Es umsaßt mit den Nachträgen
177 Artikel. Das Papier trägt als Wasser-
zeichen die sogenannte Handschelle (3 Schellen an
einem Stiele), die als eines der frühesten deutschen
Wasserzeichen verwendet wurde.
2) Der Text des Stadtrechts beginnt erst
auf der 2. Seite des ersten Blattes.
') Da die Handschrift früher uneingebunden
war und erst vor einigen Jahren mit einen«
Ledereinband versehen wurde, sind die Einträge
auf dieser Seite, namentlich am Rande teilweise
fast völlig verwischt und unleserlich. Vermiltelst
genauer Prüfung der Bürgerliste (vgl. über die
älteste von 1324—1436 Hafner a. a. O, Seite
156 ff, der daselbst Seite 169—179 einen hin-
sichtlich der Datierungen und der Namen sehr
fehlerhaften, alphabetisch geordneten Auszug
gibt) ließen sich mehrere nahezu völlig verwischte
Namen unter Zuhilfenahme eines Vergrößerungs-
glases mit Sicherheit bestimmen.
Z Die Besprechung der einzelnen Namen
folgt hinten im Text. Runde Klammern be-
deuten, wie die Vornamen, die meist nur durch
einen Buchstaben und mitunter noch durch ein
dahinter gesetztes Abkürzungszeichen bezeichnet
werden, auszulösen sind; in eckige Klammern
wurden diejenigen Worte gesetzt, die nur noch
einzelne Buchstaben erkennen lassen oder nicht
mit Sicherheit zu lesen sind. Die Anfangsbuch-
staben der Vor- und Zunamen sind teils groß,
teils klein geschrieben; ich habe, wo es sich um
Name«« handelte, durchweg große Anfangsbuch-
staben verwendet.
Die mit diakritischen Zeichen versehenen
Buchstaben wurden der Handschrift entsprechend
aufgelöst. Das s des Umlautes us ist auch
in der Handschrift nicht über den Buchstaben
a geschrieben, sondern an den Grundstrich des s.
i e o e u i
angehängt; u ist in ü, u, u, o, c>, s sind in
us, uo, os, ou, si umgewandelt.
loading ...