Beck, Paul A. [Editor]
Schwäbisches Archiv: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Literatur, Kunst und Kultur Schwabens — 27.1909

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edle alte Bauten gefallen, sondern auch
nut einer Reihe alter Fenstergemälde
in der der Kunstrichtung des 17./18. Jahr-
hunderts eigenen, Verständnis-, rücksichts-
uud pietätlosen, exklusiven fast unduld-
samen Weise verfahren und „aufgeräumt"
worden ist, bezw. daß man diesen Glas-
gemälden zum mindesten nicht die nötige
Aufmerksamkeit und „Konservativ»" an-
gedeihen ließ. Bald — man weiß nicht
mehr so genau, wann? — ging die von
der Kirche genährte Glasmalereikunst fast
ganz unter und viele Einzelheiten der
alten Technik, die als Geheimnis be-
wahrt wurden, schienen verloren gegangen
zu sein. Nur noch ganz vereinzelt
wurde diese Kunst im 17. Jahrhundert
an wenigen Orten, indes fast ohne künstle-
rische Bedeutung betrieben; noch am ehesten
hielt sie sich in der Schweiz, wo sie sogar
noch (in den sog. Wappen- fauch Schweizer-)
oder „Kabinetscheiben") eine Nachblüte
erlebte und auch in der alten Bischos-
stadt Konstanz a. B., woselbst sich
diese Kunst in der Familie Spengler
generationenweise fortvererbte, sowie in
Frankreich. König Heinrich III. von
Frankreich hatte eine solche Freude an
der Kunst, daß er die Verfertiger und
Künstler des Glases und ihre Nachkommen
in den Adelstand erhob. Noch im Jahre
1717 brachte Abraham Helmhack die
Verfertigung des alten roten Glases, die
schon lange unbekannt geworden war,
wieder ans Licht. Zu Anfang des
17. Jahrhunderts übte am Bodensee zu
Meersburg um das Jahr 1608 ein
Glasmaler Georg Albrecht von
Wollmatingen seine Kunst aus. Im
18. Jahrhundert führte sie vollends ein
mehr als bescheidenes, wenn nicht ge-
radezu kümmerliches Dasein; in der 2.
Hälfte desselben waren wohl noch zu
Augsburg einige Glasmaler tätig, u. a.
ein gewisser Sch mon, bei welchem einige
Zeit auch der Maler Johann Jakob
Mettenleiter aus Großküchen in Arbeit
stand; selbst der bekannte Augsburger
Maler und Altgemälderestaurateur Joh.
Gg. Günth(dt)er (1766—1832) staud
im letzten und vorletzten Jahrzehnt des
18. Jahrhunderts in Augsburg bei Glas-
malern in Kondition. In der ober-
schwäbischen Reichsstadt Biberach a. R.

übten um diese Zeit Joh. Matthias An-
gelin (1669—1743), dessen Sohn, der
„Kunstglasmaler, auch Kirchen- und Ka-
pellenglaser" Joh. Jakob Angelin (An-
gele) und wieder dessen gleichnamiger
Sohn und Enkel (1740—1804) bezw.
von 1783—1804, diese Kunst aus. In
früheren Zeiten noch vor der Reformation
besaß die Biberacher Stadtpfarrkirche im
Chor und in der „Liberey" hübsche ge-
malte Fenster, letztere mit „Hayligen des
alten Bundes". Vielleicht sind die im
Jahre 1840 in die Pflummernsche Kapelle
verbrachten 2 kleinen Glasgemälde »och
Überreste von diesen ehemaligen Glas-
malereien. Außerdem befinden sich nur
noch in der Heiliggeistkirche eine kleine
Ruudscheibe aus dem Anfang des 16.
Jahrhunderts und im Rathaus eine
Wappenscheibe vom Jahre 1542.
(Schluß folgt.)
Beiträge zur Geschichte -cs
Benediktinerklosters Lllwungen
in der Zeit seines Verfalls.
Von Repetent vr. Joseph Zeller in
(Schluß). Tübingen.
8) lunovuoio oonvkQlus
81 rv u IIF 6 u 8 i 8.
^^ieselbe liegt in doppelter Ausfertigung
« vor (St.-A. Fasz. 30); beide Hand-
schriften scheinen von gleicher Hand ge-
! schrieben zu sein und sind undatiert, etwa
Mitte des 15. Jahrhunderts f1454?s:
u) 4 Blatt Papier (1^ Blatt beschrieben),
geheftet, Reinschrift, mit späterem Dorsual-
vermerk: »Ltatutu guueckaru iuter I
butem et Louvantum«; b) 3 Blatt Pa-
pier, wie es scheint, Konzept mit der
gleichzeitigen Aufschrift: »Irmovucüo oou-
V6vtu8 8IrvauZ(Msi8).
Ich gebe den Text nach u unter Ver-
besserung einiger offenkundiger Fehler und
setze die Zusätze von b an den betreffen-
den Stellen in eckigen Klammern ein,
während ich die bemerkenswerten Va-
rianten als Fußnoten verzeichne.
»krimo ut dominus abbas una cum con-
vsnlu sliAunt äscanuin?)
Itsm^) pulsaio sizno aä cborum guilibst
sit in cboro, nisi causa racionabili xrspcäitus.

>) Nur in a.
2) Anfang von d: krimo pulsato otc.
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