Beck, Paul A. [Editor]
Schwäbisches Archiv: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Literatur, Kunst und Kultur Schwabens — 27.1909

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des Convents nuczungen volgen und werden
vierczig pfunt Haller, ye sünffczehen groß für
ein pfunt, damit sie die wil in andern cloestern
irs ordens mögen uffgenomen und mit narung
furfehen werden. Zu folichem fol der Abbt zuo
Elwangen einem yeglichen der des begert sein
furderbrief geben.
Itsin wurden die Conventheren alle oder ir
sovil uß dem clonster komen, das der übrigen
zu volbringung des gotzdiensts nit genuogsam
were, so fol als dann der Abbt von Elwangen
darob sein, das ander zu genuogsamer des gotz-
diensts zal an der ußgegangen stat darkomen
und der gotzdienst dannocht volbracht werde.
Solich man auch in aller maß als ander Con-
vent brüder die da beliben werden fursehen fol.
Itsm was also über nottnrfftig ußgeben er-
sparet wirket, fol an die schuld closterlich buw
und gotz gezierd darczuo nottnrfftig gewendt
werden nach rautt unsers Heren von Wirtem-
berg, auch des Abbts und Convents zu Ei-
wangen".
Folgen spezielle Bestimmungen »von cksr
munell vsAgn, äio vorn Ool^kus? lipZeciinZ
buken-, deren drei namhaft gemacht werden.
„Item die Caplon die munch sink in dem
closter beneficijert, sollen die zeit solich pfrund
ouch in die sparung laussen gevallen und sich
benugen laußen als ander Convent Heren die
in dem Closter beleihen werden.
Item es sollen auch alle bruoch, lut, und
anders der man emberen mag und zu grosser
notturft nit bedarff die zeit hindan gewiset
werden".
In der Zeit der Sparung sollen Abt und
Konvent der Abtei, dem Konvent und dem
Gotteshaus keine Schulden machen noch ver-
siegeln und soll des Konvents Siegel die Zeit
über wohl versorgt werden.
„Und solich Sparung sol ansahen uff den
naechstkomenden wyssen Sonntag, zu latin Iri-
voeuvit genant slO. März 1454s, und funff
Jar die nächsten uff einander volgend weren
und besteen nnd sol der obgenant Abbt von El-
wangen einen erbern man mit gunst, wissen
und willen unsers Hern und gevatters von Wir-
temberg darczu geben und ordnen, der die funff
Jar alle des Gotzhuß zu Elwangen, der Appty
und dem Convent zu gehorent Rennt, zins,
gult, vaell und all ander nuczung, wie die
namen haut, nichtzit ußgenommen, soll innemen
und zu nottursft ußgeben und verrechnen als
obgeschriben steet. Doch nemlich also, das diß
tading und beredung wie vor und nach ge-
schriben stat, gantz on schedlich sein sol der
vorigen taeding und den anlassen zu Stuotgarten
gemacht nach lut der selbigen tadingsbrieff der
datum stand zn Stuotgarten an Dornstag vor
Sant Gallen tag nachstvergangen sll. Oktober
1453s, alle geverde und arglist in allen ob-
geschriben stucken, puncten und artickeln gantz
ußgescheiden. Und des zu urkunde haben wir
unser Jnsigel osfenlich tuon hencken an disen
brief. Und wir Ulrich Grave zu Wirtemberg
obgenant bekennen ouch an disem brief, das
wir den Erwirdigsten in gott Vatter unfern
lieben Hern und gevatter Hern Petern der Hai-

ligen Römischen kirchen Cardinal nnd Bischove
zu Augspurg vorgenant solich vorgesetzte tading
zutuon gegönnt und verwilliget haben, nach dem
wir desselbigen gotzhuß Elwangen schirmer und
Versprecher sein, und daz auch sein Lieb mit
unserm gunst, wissen und willen all vorgeschriben
fachen beredt und betadingt hat wie vor be-
griffen ist on alle geverd und des zuo urkund
so haben wir unser Jnsigel zuo des vorge-
genanten unsers lieben Hern und gevattern Jn-
sigel offen an diesen brief lassen hencken. Und
wir Johanns von gottes gnaden appt und
wir der Convent gemainlich des gotzhuß
zu Elwangen vorgenant bekennen ouch an
diesem brieve und tuon kunt allermeniglich daz der
vorgenant unser gnädiger her der Carvinal all
und yeglich vorgeschriben fachen durch vergonden
unsers obgenanten gnädigen Heren und sch'irmers
von Wirtemberg mit unserm gunst, wissen und
willen beredt und betadingt hat, und wir ge-
reden, globen und versprechen ouch bei gute»
trewen daz alles wie vorgeschriben stat so vil
uns das berurt getruwlich und ungeverlich und
dawider nit zuoseind (?) oder zuo tund durch
uns selbs oder ander gantz in dhein wpse, alles
ongeverd, und zu urkund so haben wir vor-
genant Johanns Appt unser Appty Jnsigel und
wir der Convent unser Convents Jnsigel ouch
offen gehenckt an diesen brief rc."
(Schluß folgt.)
Zur Geschichte -es Sennerba-cs
in Ravensburg.
Bon städt. Archivar G. Merk.
(ARm Gegensatz zu heute war es in
Ravensburg in früheren Jahrhun-
derten mit Bädern und Badeanstalten
besser bestellt. Trugen die Bäder: Hunt-
pis-, Jordans-, St. Jodoksbad, die
Badstube im Seelhaus am Bach, das
Stockbad mehr den Charakter von pri-
vaten Anstalten, so galten das Heilig-
kreuz- und Sennerbad als öffentliche Bäder
und waren wegen ihrer schwefelhaltigen
Quellen zugleich als Gesundheitsbäder
betrachtet und besucht. Das letztere galt
von jeher als das bedeutendere. Die Be-
hauptung im „Königreich Württemberg,
Donaukreis", Bd. 4, S. 375, selbst in
seiner neuesten Auflage, als gehörte das
Sennerbad dem Frauenkloster in Ravens-
burg, vorher Königsegg und seit 1269
dem Kloster Weingarten, ist in dieser
Fassung, weil anachronistisch, unhaltbar
und geschichtlich unrichtig. Seit wann
die „Senner" im Besitz des Senner-
bades, des Sennerguts und Senner-
schlößchens waren, ist bis jetzt urkundlich
noch nicht erwiesen, nur soviel ist sicher,
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