Beck, Paul A. [Editor]
Schwäbisches Archiv: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Literatur, Kunst und Kultur Schwabens — 27.1909

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dadurch so feierlich als möglich zu ge-
stalten. Nach der Schweizer-Chroniks
und den Ordensannalen?) spendete er auch
bei dieser Gelegenheit zum Klosterbau die
große Summe von 7000 st. Anwesend
waren bei dieser Feierlichkeit die beiden
Kommissäre, die Äbte von Weingarten
und Weißenau. Graf Hugo von Mont-
fort und andere Edle, dazu eine große
Menge Volkes.?) — Die richtige Reihen-
folge der kirchlichen Handlungen ist also
diese: Am 3. Oktober 1625 wurde der
Platz ausgesteckt, am 4. Okt. geweiht und
am 5. Oktober desselben Jahres das
Kreuz aufgerichtet, während genau ein
Jahr darauf, nämlich am 5. Oktober 1626
die Grundsteinlegung stattfand. — Da
der Bau nun wirklich im Frühling 1627
beginnen sollte, trachtete der Kommissär
darnach die Winterszeit zur Herbeischaf-
fung des nötigen Materials zu benützen.
Er schrieb darum am 29. November 1626
an den Rat,^) legte das Schreiben der
Kapuziner vom 9. September bei und
ersuchte, man möchte, da der Bau im
Frühling beginnen solle, gleich jetzt nach
einigem Material sich umsehen, damit es
im Frühjahre bereits auf dem Platze sei.
Auch möge man sich bezüglich alles andern
mit seinem Unterkommissär Ur. Everhard
vergleichen, so daß alles in bester Ordnung
von statten gehe. — Wirklich finden wir
auch eine Überschlagsrechnung?) vom
2. Dezember mit Angabe, wieviel Ma-
terial der Bau benötige. Man brauchte
Rauchsteine und Holz. Erstere mußten
bezahlt werden. Die Tannen wollte
man aus dem Gemeindewalde, die Eichen
aus Baindt nehmen. Der Kalk sollte
aus Weingarten bezogen und der dortige
Brennofen gemietet werden. — Am 4. De-
zember?) teilt der Rat dem Truchsessen
auf dessen Schreiben vom 29. November
mit, man habe bewilligt, daß die „halb-
fuederigen" Tannen im Gemeindewald
geschlagen werden dürfen. Er könne da-
raus ihren guten Willen sehen. Da-
rum möge er nun auch die unter-
fertigte Kapitulation zurücksenden, wo-
rauf der Bau rasch vor sich gehen
werde. In der Tat war man allerseits
aufs eifrigste bestrebt den Bau zu för-
dern. Besonders ungeduldig arbeitete
vr. Everhard. Am 7. Dezember be-

klagt er sich beim Rate, H daß man
ihm nicht bloß keine Kopie des Schreibens
an den Tuchsessen gegeben, sondern nicht
einmal seine mündliche Anfrage beant-
wortet habe, so daß er nicht imstande ge-
wesen sei seine Relation wegen der vor-
geschlagenen Personen und Materialien
zu Wolfegg zu machen. Man scheine,
meint er gekränkt, mehr auf die Gering-
heit seiner Person, als auf die hohe Stelle
zu sehen, die er vertrete. Er ersuche aber
den Rat, sich sogleich zu erklären, auf
wie viel Material man sich verlassen
dürfe, denn außer dem Versprechen 100
„halbfuederige" Tannen zu liefern, habe
er von ihnen keine weitere Verheißung
erhalten. Ebenso möchten sich die Herren
erklären, ob ihnen außer dem Oberbau-
meister auch die zur Bauinspektion vor-
geschlagenen Personen angenehm seien
oder nicht, und ob man von der Stadt
gegen einen leidlichen Vergleich nicht einiges
Material bekommen könnte. Ihren Wunsch
hinsichtlich der Unterfertigung der Kapitu-
lations-Artikel kenne er, jedoch möge man
auch angeben, von wem und in welcher
Form man diese Unterfertigung wünsche.
(Fortsetzung folgt).
U. Die Pfarrer von Linsingen
beziehungsweise seine Aaxläne
(von 1200-1800).
is zum Jahre 1454 ward Einsingen,
in dessen Grundbesitz sich 12
Herrschaften teilten, von der Mutterkirche
Harthausen pastoriert. Die Namen der
Pfarrer bis zu diesem Zeitpunkte sind
zumeist nicht mehr zu eruieren. Der
älteste mit Namen bekannte Pfarrektor
war
1. Uernurckus clo Uulckarn (nicht
Boldern). (Vom Schloß Baldern O.-A.
Neresheim.) (1230 — 80?) Erwirdwohl die

(Lronies ?rov. Uslv. S. 105.
2) k>. Zilvsstor: Lnnslss 6spue. S. 492.
Auch Hunsl. Lux. ?rov. üslv. p. II. S. 606.
s) lerunoise. kotrus: 8usviu Leel. S. 701.
Stadtarch. Rav., Sch. 55, L. e. F. 1975s
S. 3t u. 38.
») Stadtarch. Rav., Sch. 55, L. e. F. 1975g. 1.
°) Stadtarch. Rav., Sch. 55, L. e. F. 1975s.
S. 1 u. 22.
') Stadtarch. Rav., Sch. 55, L. e. F. 1975s
S. 33 u. 38.
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