Beck, Paul A. [Editor]
Schwäbisches Archiv: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Literatur, Kunst und Kultur Schwabens — 27.1909

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viäslisst IIu8bsrek st Luntkussn 6t in
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2. 0. äistus Uol^vvart rsmäsrw inLgzinAvn
äieit, guoä rs8säsrit in Üu8psrok tri-
ginta. annis.
3. 6. äs Ln8inZ6N äisit, guoä villa Ln-
8ingsn situ 68t in pnrroekia LIrbask et kos
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Lxßinzsn st Ii88snrist ... st contra
illa8 villa8 per moäum Iimiti8 et univ8 ronas
8itas 8int villa kio88endsrek st 8unt-
kussn et in insäio villa lünainASn.
4. V20 äietv8 ob äsm Lrunnsn äs Lz-
xinZsn . . . auäivit a (pioäam b. äsüo88s-
8psreb . . .
Aleinere Mitteilungen.
—elr. Der »Lon8siIIer odligus- oder
Die Geschichte eines Steinesels. Aus
der alten Kemptner bürgerlich noch vorkommen-
den Patriziersamilie von Jenisch, welche noch
in die Tage des alten süddeutschen Städtebundes
hinaufreicht und i. I. 1574 den Reichsadel er-
hielt, sind namentlich 2 Persönlichkeiten bekannt,
nämlich der bei der Erstürmung Kemptens i. I.
1633 durch die Kaiserlichen (in Gegenwart seiner
selbst schwer verletzten Gattin und seines ein-
zigen Töchterleins) jämmerlich erschlagene Bür-
germeister Zacharias Jenisch von Kempten, dann
der aus dieser Familie stammende (am 10. No-
vember 1734 zu Wien geborene, den 22. Febr.
1807 daselbst gestorbene) bekannte Orientalist
Hosrat Bernhard v. Jenisch, welcher eine viel-
bewegte Laufbahn hinter sich hatte. In seiner
Jugend war er um das Jahr 1755 „Sprach-
knabe" in Konstantinopel, 1757 Grenzdolmetsch
in Tcmesvär, 1770 Hosjekretär der Staats-
kanzlei, 1772, in Abwesenheit des Barons Thu-
gut, Geschäftsträger bei der hohen Pforte, 1775
Grenzberichtigungskommissär in der Bukowina,
1776 Rat, 1791 Hosrat in der Staatskanzlei
für die Sektion des Orients, 1798 Direktor der
italienischen Kanzlei, 1803 Hofbibliothekspräfekt;
in letztgenannter Stellung stand Johs Müller
unter ihm als erster Custos. Er war ein Spra-
chengenie ersten Ranges und, außer mit seiner
Muttersprache, mit der ungarischen, slavischen,
italienischen, französischen, spanischen, portu-
giesischen, englischen, türkischen, persischen, ara-
bischen, syrischen, lateinischen, griechischen, ja mit
sämtlichen Bibelsprachen vertraut. Man ver-
dankt ihm mehrere gelehrte Abhandlungen über

die morgenläudischcu Sprachen, die älteren Pe-
rioden des persischen Reiches, die persische An-
thologie, die Herausgabe des unter Meninskys
Namen bekannten, arabisch - persisch-türkischen
Lexikons re.; weiter hat man von ihm sogar
eine Taktik der Türken und eine Übersetzung des
Hasiz aus dem Persischen in's Lateinische. Durch
den Nuntius Garampi drang er auch zum
Nutzen und Frommen der morgenländischen Li-
teratur in die Schätze des Vatikans ein. Seine
Sammlungen wurden hernach eine Zierde der
üidliotkssa Lpsncsriana. So hervorragend
nun auch seine ausnehmenden archäologischen
und philologischen Kenntnisse waren, so wenig
brauchbar und gerade zu ungeschickt war er als
Diplomat; selbst als Routinier und Schablonier
war er kaum mittelmäßig. Das junge diplo-
malische Volk nannte denn auch diesen eoir8sillsr
auligus deswegen und auch schon wegen seiner
Statur und seines Querkopfes den eorwsillsr
obligus. Das Beste leistete er übrigens in
einer Audienzangelegenheit des hessischen Ge-
sandten von Riedesel, eines Originales, wel-
chen er kurz nach dem Teschner Frieden in des
Baron Spielmann vorübergehender Abwesenheit
zum Fürsten Kaunitz einführcn sollte, und wel-
chen er in seiner sortwährenden Zerstreutheit,
bei der ihm stets orientalische Studien und Ge-
danken im Kopfe herumwirbelten, als: 'Baron
Steinesel! vorstellte. Der Helle Hesse blieb die
Antwort nicht schuldig und erwiderte a tsmpo
in eiskaltem, langsamem, unvergleichlich mali-
tiösem Lächeln: „Ew. Durchlaucht! — aller-
dings ist ein Esel dabei, aber Ich —
heiße Riedesel!"
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